Kleinere Mitteilungen.
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am 9» 302 N. bei klaren: Wetter recht voraus drei Lichter in unregelmäßiger
Stellung in Sicht, Die Stellung der Lichter gaben keinen Anhalt dafür, welcher
Art das Fahrzeug sei oder in welcher Richtung es sich fortbewege, da sich die
Peilungen der Feuer nur sehr wenig änderten, Auf D, »Utgard« wurde plötzlich
der lange Ton einer Dampfpfeife gehört; daraufhin wurde mit hart St-B.-Ruder
am das Fahrzeug im weiten Bogen herumgesteuert, Bei der Drehung kam recht
voraus ein langes Floß in Sicht und gleich darauf erschienen an B-B, noch drei
weitere Flösse, Von »Utgard« aus wurde die Länge des Schleppzuges auf
300 bis 400 m. geschätzt; der Schleppzug bewegte sich in Ost—West- Richtung
quer über die Straße, ohne die für Schleppzüge vorgeschriebenen Lichter zu
führen, Nur durch rechtzeitiges Ausweichen war der Dampfer nach Ansicht des
Kapitäns eben frei rom Schleppzuge passiert.
Untiefe oder Wrack?
Auf ein zweites unerwartetes Hindernis stieß derselbe Dampfer im weiteren
Verlaufe der Reise am 29, Februar, Durch Mangel an Kohlen gezwungen,
Montevideo anzulaufen, folgte der Dampfer nach Verlassen der Straße dem ge-
wöhnlichen Wege der nach Norden bestimmten Dampfer, und es war der Schiffsort
am 28. Februar nach einwandfreien astronomischen Beobachtungen mittags
10° 44 S-Br. und 57° 42° W-Lg. Von hier wurde bei mäßigem ostsüdöstlichen,
später südlichem Winde und klarem Wetter Kurs auf Kap Medano gehalten,
Am 29. Februar ergaben Lotungen um 8b Y, = 37 m, um 10x V. = 38 m und um
[1% V. bei Insichtkommen der Küste = 27 m. Nach guten astronomischen Beob-
achtungen wurde als Mittagsposition: 37° 23‘ S-Br. und 56° 46° W-Lg. gefunden
oder etwa 3 Sm südlich von der 6.4 m-Stelle, auf der laut »Nachrichten für
Seefahrer« 1907, Nr. 2147, der englische Dampfer »Antisanae stieß, und die in
den Admiralitätskarten seitdem mit PD. bezeichnet ist, Die Stromversetzung
im letzten Etmal betrug vr. N18°0 28 Sın; der Wind war Süd, meist Stärke 5
nach Beaufort. Von 12% mittags an wurde NNO1,O am Kompaß weitergesteuert
und stündlich gelotet, Die Wassertiefen schwankten zwischen 17 und 18 m. Um
[. N, erschien Medano-Leuchtturm in der Kimm. Al er um 2% 20h N, NzW am
Kompaß (rw. N*J,W) peilte, wurde an Bord des Dampfers plötzlich eine starke
Erschütterung gefühlt, als rutsche das Schiff über einen festen Gegenstand hinweg,
Der Vorgang dauerte 2 bis 3 Sekunden, währenddessen das Schiff seine volle Fahrt
Deibehielt, Sofortige Lotungen ergaben 14,6 m, 16.4 m und 18 m. Das Schiff,
das vollkommen dicht geblieben war, wurde sicherheitshalber auf Ostkurs gelegt
und in dieser Richtung 4 Sm abgelaufen, bevor der Kurs auf Montevideo wieder
aufgenommen wurde, Die an Bord benutzte englische Karte von Imray and
Wilson Nr. 1689 gibt für den Ort des Grundstoßes oder der Kollision 18 m Wasser-
tiefe, welche Angabe mit der der Brit, Adm-Krt, Nr, 1324, »Rio de la Plata to Cape
dos Bahias« übereinstimmt. Auffallend erscheint, daß der Dampfer von mittags 122
bis zur Peilung des Leuchtturms und dem Zeitpunkte der Kollision oder der
Grundberührung um 25 20°, also in 2.3 Stunden nur etwa 13 Sm gelaufen hat,
was einer stimdlichen Geschwindigkeit von nur 5 5m — bei starkem achterlichen
Winde entspräche; doch erklärt sich dieser Umstand daraus, daß das Schiff infolge
des Kohlenmangels bedeutend weniger laufen mußte, als gewöhnlich. Berücksichtigt
man den Tags vorher festgestellten starken nördlichen Strom auch für die kurze
Zeit von mittags 12% bis zur Zeit des Stoßens, so wird der Dampfer zu dieser
Zeit etwa 8 8m nördlicher gestanden haben als angenommen wurde, und dürfte
der Abstand vom Leuchtturm dementsprechend geringer gewesen sein, Da außer-
dem bekannt ist, daß gerade der Verlauf der Ostküste Südamerikas, ebenso wie
die Wassertiefen vor derselben, in den Karten nur schr ungenan niedergelegt
und speziell die Gegend um Kap Medano nur ungenügend vermessen ist — wofür
die Berichte vieler Schiffsführer sprechen!) — #0 scheint die Annahme nicht
unberechtigt, daß das Schiff auf einem bisher unbekannten südlichen Ausläufer
der Medano-Bank gestoßen habe, deren Ausdehnung schon an und für sich von
___ N. auch »Handbuch der Ostküste Siklamerikas« S, 4360, 445, 4416 und Nachtrag dazu
X. 79 und 1)