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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

399 Ämnnalen der Hrdrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1908, 
engen Gewässern mit heimlicher Angst und mit Ungeduld darauf gewartet, ob 
endlich an den Bewegungen des Schiffes die Wirkung der an den Rudersmann 
oder.an das Maschinenpersonal gegebenen Befehle zu merken ist, Wie oft stehen 
sich auch bei Seegerichtsrerhandlungen die Aussagen des Maschinenpersonals 
oder des Steuerers denjenigen des verantwortlichen Navigateurs gegenüber. 
Hierin scheint der Apparat »Navigafor«, der in der Folge besprochen werden 
soll, berufen. zu sein, manchen Wandel im günstigen Sinne zu schaffen, 
Der »Navigatore, ein Registrierapparat für Maschinen- und Rudermanöver 
auf Dampfschiffen, besteht aus einem Uhrwerk, einer Trommel, drei verschiedenen 
Schreibvorrichtungen und aus drei verschiedenen Anzeigern für Kommando, 
Maschine und Steuer, Das ganze ist umgeben von einem ‚geeigneten Gehäuse, 
(Siehe Textfigur 5. 321.) 
Das Uhrwerk dient zur Zeitangabe und besorgt außerdem die rotierende 
und zugleich fortschreitende Bewegung der Trommel. Diese doppelte Bewegung 
wird dadurch bewirkt, daß sich die Trommel um eine spindelförmige Achse 
Areht, Die Trommel ist mit Weichgummi belegt zur Aufnahme eines mit Zeit- 
rubriken versehenen Papierbogens, 
Durch die schraubenförmige Bewegung der Trommel wird der Papier- 
bogen über die Schreibvorrichtungen hinweg geführt, die auf demselben, dicht 
sebeneinander, fortlaufende Zeichen geben. Die eine dieser Schreibvorrichtungen 
besteht aus zwei Stempeln, die durch Stromstöße in kleinen Elektromagneten 
gegen den Papierbogen gedrückt werden. Für jede Umdrehung der Schraube 
gibt der eine dieser Stempel bei Vorwärtsbewegung einen ununterbrochenen 
senkrechten Strich, der andere bei Rückwärtsbewegung einen in der Mitte unter- 
brochenen senkrechten Strich, Hiermit wird also die Bewegungsrichtung und 
die Tourenzahl der Schraube kontrolliert. Die mittlere der Schreibvorrichtungen 
besteht aus einem gezahnten Rädchen, das auf den Bogen eine fortlaufende 
punktierte Linie zeichnet und durch seine seitlichen Ausschläge, hervorgerufen 
durch einen mit der Rudermaschine elektrisch verbundenen Grammeschen Ring, 
jede Abweichung des Ruders von der Mitschiffslage angibt, wodurch nicht allein 
alle Rudermanöver, sondern auch jedes unsichere Steuern angezeigt werden. Die 
deitte Schreibrorrichtung dient zum Aufschreiben sämtlicher Kommandos des 
Maschinentelegraphen, Zu diesem Zwecke sind am Rande einer drehbaren Scheibe 
ebenso viele Typenrädchen gleichmäßig angeordnet, als Kommandos existieren. 
Wird der Maschinentelegraph auf irgend ein Kommando eingestellt, so dreht ein 
Elektromotor die Scheibe soweit herum, bis das entsprechende Typenrädchen 
nach dem Papierbogen hingestellt ist. Ein während dieser Drehung aUs- 
yeschalteter Hebelarm drückt nun das Typenrädchen gegen das Papier, läßt es 
auf diesem entlangrollen und das gegebene Kommando fortlaufend aufzeichnen, 
bis eine Änderung der Stellung des Maschinentelegraphen den Hebelarm wieder 
ausschaltet und eine erneute Drehung der vorgenannten Scheibe veranlaht, 
Tafel 14 gibt einen Teil der Registrierungen auf D, »Forelle« des Norddeutschen 
Lloyd. am 24, IX. 1907 wieder. 
Der Stromverbrauch des ganzen Apparates ist so gering, daß er nicht in 
Frage kommt. Auch die Bedienung erfordert wenig Aufmerksamkeit, da nur zu 
bestimmten Zeiten das Uhrwerk aufgezogen und der Papierbogen erneuert 
werden muß, Der Apparat wird sowohl für Einschraubendampfer als auch für 
Zweischraubendampfer hergestellt. Dr. Caspar, 
4. Holzfloß in der Magellan- Straße. Eine in der Magellan-Straße ziemlich 
unvermutete Begegnung hatte der Führer des der Midgard-Linie, Bremen, ge- 
hörenden Dampfers »Utgard«, Herr Kapitän E, Wurthmann, am 22, Februar 
dieses Jahres, Laut Bericht des Kapitäns hatte der Dampfer, nachdem er in 
Valparaiso volle zwei Monate gebraucht hatte um 5400 tons Kohlen zu löschen, 
innerhalb weiterer vier Wochen in vier Salpeterhäfen seine Ladung von 6320 tons 
Salpeter eingenommen, und hatte am 11, Februar Caleta Coloso, heinmwärts be- 
stimmt, verlassen. Bei frischem Nordwestwinde mit Regen und unsichtiger Luft 
wurde am 21. Februar der Westeingang zur Magellan-Straße erreicht. Am Tage 
Aarauf, als der Damnpfer noch etwa 9 Sm von Punta Arenas-Reede war, kamen
	        
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