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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

310 Annalen der Hrdrographie und Maritimen Meteorologie, Juli M0S, 
nach kurzem Zielen und Entsichern, abgegeben wird, so schnell, ohne weiteres 
Besinnen, muß auch die photographische Aufnahme zu machen sein. Eben so 
schnell muß auch mit wenig Griffen, die Kamera geladen und zur nächsten Be- 
lichtung bereit sein. — Die vorstehende, von mir entworfene Zeichnung (Fig. 1), 
veranschaulicht den Entwurf einer Kamera, die den aufgestellten Forderungen 
antsprechen dürfte, Sie besteht aus einem verzinkten, dünnwandigen Stahlblech- 
kasten wie Forderung 1 angibt, Auch die übrigen Forderungen sind, wie aus 
der Zeichnung und den Erklärungen hervorgeht, berücksichtigt, Die Kamera 
xird mittels des Kolbens wie eine Eüchse angelegt um. die Küstenstrecke, die 
man auf die Platte haben will, am Rahmensucher eingestellt, Wenn man die 
horizontale Kante der Kamera mit der Kimm in Deckung hat, entsichert man 
durch einen Druck auf den Abzug a, worauf der Schutzverschluß sich Öffnet; 
beim zweiten Druck erfolgt die Exposition durch den eigentlichen Belichtungs- 
verschluß 15 
Der Vorschluß, Sämtliche sogenannte Sektorenverschlüsse an den 
modernen Kameras müssen, um dem Wunsche möglichster Platzbeschränkung 
zu genügen, schr kompendiös gebaut sein, In ihrem Bau liegt es nun, daß sie 
sich zuerst von der Mitte nach dem Rande zu öffnen und sich dann im ent- 
gyezyengesetzten Sinne schließen; es entsteht also bei der Helichtung eine starke 
Abblendung, die bei Momentaufnahmen keineswegs erwünscht ist. Außerdem ist 
die Geschwindigkeit der Sektorenverschlüsse, wegen der Sffnenden und wieder 
zchließenden Bewegung gegenüber den nur in einer Richtung sich bewegenden 
Schlitzverschlüssen, und namentlich wenn diese letzteren dicht vor der Platte 
laufen, geringer, Sehr viel einfacher, praktischer und billiger sind die Fall- 
verschlüsse vor den Kasten-Kameras; diese gebrauchen aber viel Platz und sind 
daher nur mit einer Kasten-Kameraart zu verwenden, Ein noch einfacherer, 
aber viel präziser, ganz erschütterungsfrei und schneller arbeitender Verschluß 
ist der »Rotationsverschlhuß«, wie ich ihn nennen will, der wohl bereits existieren 
mag, den ich aber noch nicht ausgeführt gesehen habe, In nebenstehender Figur 2 
sei o das Objektiv, das durch eine runde Metalischeibe, deren Drehpunkt in z 
legt, abgeschlossen ist. Wird durch Federkraft die 
Scheibe in der Richtung des Pfeiles bewegt, so geht 
der Ausschnitt & vor dem Objektiv o vorüber, die Be- 
lichtung ist dadurch vollzogen, und weil dabei die 
beiden Radien r‘ und r” mit derselben Winkelgeschwindig- 
keit an allen Punkten das Objektiy 6 freigeben bzw. 
xieder bedecken, ©0 ist, wie beim Schlitz- und Fall- 
verschluß, die Belichtung eine ganz gleichmäßige. Die 
sindeutige drehende Bewegung des Rotationsverschlusses 
ist ganz erschütterungsfrei, Bei sehr schnellem Gang 
des Verschlusses tritt beim Festhalten der Bewegung 
BE allerdings ein starker Stoß auf, aber erst, nachdem die 
Porn eschluß, Belichtung ausgeführt ist. Gerade die Einfachheit, 
WE Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit dieses Rotations- 
verschlusses, neben vollkommen erschütterungsfreiem Lauf, würde ihn, eine gute 
Konstruktion and verstellbare Geschwindigkeiten bis etwa 1..." vorausgesetzt, 
besonders für den Seegebrauch und für Forschungsreisen in den Tropen empfehlen, 
Zu Forderung 2, Für die vorgeschlagene Kamera zu Küstenaufnahmen 
kommen nur Anastigmate, d.h. Objektive in höheren Preislagen in Frage, deren 
Linsenfehler, namentlich auch der Astigmatismus, nach Berechnung der Linsen- 
(lächen und durch die Verwendung der verschieden brechenden jenenser Glas- 
sorten im höchsten Maße beseitigt worden ist, so daß die Platten bis zum Rande 
scharf, selbst bei voller Blendenöffnung, ausgezeichnet werden, Das ist für 
Küstenaufnahmen wichtig, und es zoll darauf bei der Besprechung der Aufnahmen 
und Verwendung von besonderen Platten mit Gelbfilter besonders eingegangen 
werden. Die Auswahl der Objektive für bestimmte Zwecke erfolgt allzemein 
nach der relativen Öffnung, nach der Brennweite und nach dem Bildwinkel des 
Objektivs, Die relative Öffnung ist das Maß für die Lichtstärke des Objektivs, 
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