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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1908,
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Die Photographie im Dienste der Schiffahrt.”
Von Kapktün. Fılır, x. Schrötter, Hilgsarbeiter der Deutschen Reewarte,
Diese Veröffentlichung verfolgt im ersten Teil den Zweck, die Grundsätze
für einen photographischen Apparat zu Küstenaufnahmen für Schiffe der Handels-
Motte festzulegen, und die darin gegebenen Ausführungen der Kritik und der
Diskussion von Fachleuten zu unterbreiten, Im zweiten Teile der Arbeit sind die-
jenigen Kameras besprochen, die sich mehr zu universellem Gebrauch auf Sce
oder auf Forschungsreisen eignen und ferner diejenigen KEntwicklermethoden,
Plattensorten usw. die sich an Bord wie überhaupt auf Reisen ganz besonders
empfehlen. © | |
Für einen photographischen Apparat zu Küstenaufnahmen stelle ich folgende
Forderungen auf:
Forderung 1. Der Apparat muß ohne Schutzkasten allen Witterungseinflüssen
widerstehen; in den Tropen wird er oft der Sonne stundenlang ausgesetzt
zein, wo er dann leicht eine Temperatur bis zu 72° annehmen kann; dabei
darf die Mattierung im Innern nicht abblättern und die Einstellung auf
Unendlich nicht beeinflußt werden, Von Regen und Spritzwasser benäßt,
darf der Apparat kein Wasser, auch keine Tropfen an das Objektir oder
durch den Bodenverschluß treten lassen. Gummi oder gummierte Stoffe sind
in allen Teilen zu vermeiden, da sie in den Tropen brüchig werden. oder sich
auflösen. Der Apparat muß in allen. Tejlen stabil gearbeitet sein, so daß er
auch einmal übers Stag gehen kann, ohne unbrauchbar zu werden; namentlich
erscheint es erforderlich, das Objektiv im Apparat versenkt anzuordnen und
durch einen vor der Vorderlinse arbeitenden, besonderen Sicherheitsverschluß
zu schützen. Weil nur mit Unendlich gearbeitet zu werden braucht und nur
in Ausnahmefällen ein Verstellen des Objektivs auf kürzere Entfernungen
wünschenswert erscheint, so sind Objektiv und Bodenstück durch einen vier-
eckigen, der einen Brennweite angepaßten, starren Kamerakörper aus
dünnem, etwa !/, mm dickem, verzinktem Stahlblech herzustellen.
Forderung 2. Das Objektiv muß möglichst lichtstark sein, um bei bewegter See
kürzeste Belichtungen zu gestatten, selbst bei Anwendung eines Gelbfilters,
Weil auf dem Bilde bei einer Entfernung von 4 bis 5 Sm (1 Sm = 1852 m)
große Ansteuerungsmarken und Secezeichen wenigstens noch mit der Lupe, wie
in Wirklichkeit mit einem einfachen Schiffsglas von zwei bis dreifacher Ver-
größerung ausgemacht werden sollen, ist ein ziemlich langbrennweitiges Objektiv
erforderlich,
ı Literatur über Photographic auf Bee:
Die Photographie im Dienste. der Schiffahrt, Chüden .
Photographieren auf Bee, „2.02 00» 8 a KR
Die Sonnenhöhe als Argument zur Auffindung der richtiyen
Belichtungszeit bei photographischen Aufnahmen. Pan)
Matthient «+ 40008 2 8 KR KM KH 1808, 169,
Photographische Küstenaufnahmneti . . 0. 0204 0 IS04, <= 340,
Photographische Küstenvermessungen. Wislicenus . 1896, <= 230
Mecrwasser ziun Waschen Ehchographischer Negative... 1596, « 33L
Stereo-Photosrammetrische Aufnahmen auf S, M. 8, »Planet« 1906, « 220,
. In der vorstehenden Literatur findet. man stets <lie Wichtigkeit von Küstenaufnahmen hervor
yehoben, aber außer dem secchefahrenen Maler Max Giesecke, der richtig die Magazin-Kamera als
die einzig brauchbare auf See bezeichnet und auf Plattenfehler aufmerksam macht, und von Danl
Matthien, der eine universell brauchbare Belichtungstabelle bringt, finden sich keine positiven. Vor-
schläge über die notwendigen Objektive und Kamerseinrichtungen fir den Secgebrauch, Die ineisten
dieser Anweisungen sind als veraltet zu betrachten,
% Aus „Anleitung zu wissenschaftlichen Beobachtungen auf Reisen-, herausgegeben von Professor
Dr. 6. v. Neumarer 1906, dritte Auflage, zweiter Bandı Das Mikroskop and der photo-
zraphische Apparate, von G. Fritsch. Gegen die Entwicklermethoden usw. ist nichts Wesent-
fches einzuwenden, und auf dem Gebiete der Anthropologie, Botanik usw. kommt zu wohl ein Fach-
mann zu Worte, Dagegen sind die Grundsätze, die Fritsch auf dem anscheinend noch zur nicht
praktisch versuchten Gebiete der Küstenphotographie aufstellt, nicht als richtig auzuerkeimnen, Auf
‚uiescm Geliete lanbt Verfasser (dieses Außsatzes besser bewandert zu sein und jet deshalb auch
Anvehender, als es vielleicht manchen: aotwendlis erscheint. auf Einzelheiten eingerangen,