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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

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Annalen der Hydrographie und Maritinen Meteorologie Juli, 1908, 
nützigen Unternehmens als Geschenke überwiesen, Da es zweckmäßig schien, die 
Zöglinge in schriftlichen Ausarbeitungen über Gegenstände ihres Berufes zu üben 
and sie an Ordnung, Richtigkeit und Bestimmitheit des Ausdruckes in ihrer 
Muttersprache zu gewöhnen, so wären auch für diesen Unterrichtszweig unter 
der Leitung eines besonderen Lehrers wöchentlich einige Stunden bestimmt. 
Der Unterricht im Englischen, als besonders nützlich für die nautische Kunst- 
sprache, und die gleichwichtige Unterweisung im Zeichnen fehlten ebenfalls 
nicht, doch beschränkte letztere sich größtenteils auf eine richtige Nachbildung 
nautischer Gegenstände und auf das Entwerfen von Seekarten, Bei der Auf- 
nahme der Schüler für den ersten Kursus könnte aus manchen Gründen 
‚ücksichtlich der nötigen Vorkenntnisse und Fortigkeiten eino genaue Auswahl 
nicht getroffen werden; bei den späteren Lehrgängen jedoch wurden die Zög- 
linge zweckmäßigerweise in zwei Abteilungen geschieden, Der Sommer nämlich 
wurde zum Unterricht der ersten Anfänger bestimmt, und der Winter zur Unter- 
weisung derjenigen, die schon Reisen gemacht und jetzt Muße hatten, ihre 
Zeit zur Erwerbung unentbehrlicher theoretischer Kenntnisse anzuwenden, In 
dieser Weise hatte die Navigationsschule in vier Kursen ihren ungestörten und 
gedeiblichen Fortgang bis zum Schlusse des Jahres 1811, und obwohl in leizter 
Zeit die Schiffahrt selbst fast ganz gehemmt war, so hatte sich die Schule doch 
eines recht zahlreichen Besuches zu erfreuen. Mit dem Beginne des Jahres 1812 
außte jedoch, der Zeitverhältnisse wegen und aus Mangel an Unterstützung, die 
Schule bis auf weiteres aufgehoben werden, denn die während der französischen 
Herrschaft von seiten des Vorstandes an die neuen Behörden wiederholt ge- 
richteten Gesuche, auf die Erhaltung der nützlichen Anstalt Bedacht zu nehmen, 
blieben jederzeit ohne den gewünschten Erfolg, Zwar wurden zu verschiedenen 
Malen spezielle Nachrichten über die innere Einrichtung der Schnle verlangt, 
auch mehrere fähige Zöglinge derselben für die französische Marine ausgehoben, 
allein auf irgend eine tätige Unterstützung wurde vergebens gehofft, So ereilte 
denn auch die Lübecker Anstalt das Schicksal der Hamburger und Emdener 
Schule, die beide bereits 1810, und der Bremer Schule, die trotz der glänzenden 
Auspizien, unter denen sie begann, 1812 einging. Unter den traurigsten Ver- 
hältnissen unterrichtete nun Sahn mit emsigen Fleiße die folgenden Jahre hindurch 
seine Schüler in seiner Wohnung, bis endlich nach der Befreiung des Vaterlandes 
vom fränkischen Joche auch ihm und seiner Schule wieder Hilfe nahte. Freilich 
Aossen ihr jetzt nicht so bedeutende Unterstützungen wie in den früheren Jahren 
zu, aber ihr Fortbestand wurde doch möglich, teils durch die Zusicherung eines 
jährlichen Beitrages von seiten der Gem, Gesellschaft und mehrerer bürgerlicher 
Kollegien, teils durch die Gewährung eines jährlichen Honorars (6. August 1819) 
Nr den Lehrer von seiten des Staates, Als indes später (1824) der für die Er- 
haltung der Schule nicht unerhebliche Beitrag der Handelskollegien ausblieb, 
beschloß die Gesellschaft (23. November 1824} die Absendung einer Denkschrift 
an den Senat mit Darlegung der Sache und mit der Bitte über das künftige 
Schicksal der Navigationsschule zu entscheiden, Zugleich aber setzte die Gem, 
Gesellschaft, selbst für den Fall des Ausscheidens dieser Anstalt aus der Reihe 
ler von ihr verwalteten Institute, einen ferneren jährlichen Beitrag von 200 Taler 
tür dieselbe fest, nicht um zu den bestimmten und notwendigen Ausgaben, 
sondern vielmehr um zu nützlichen wenngleich nicht durchaus erforderlichen 
Einrichtungen eine erleichternde Beihilfe zu schaffen, (Dieser Beitrag wurde 
auch bis 1868 geleistet.) Der Senat ging auch nach vielen langen Verhandlungen 
auf den Antrag der Gesellschaft ein und so wurde die Navigationsschule 1825 
zu einer Staatsanstalt erhoben, Infolge dieser veränderten Stellung wurde dann 
der nützlichen Anstalt binnen kurzem auch ein von ihr längst wewünschtes 
wesentliches Erfordernis gewonnen, nämlich der Besitz eines eigenen, zweckmäßig 
eingerichteten Gebäudes (1826). 
In der BibkKothek der Lübecker Naviyationsschule befindet sich noch ein 
handsehriftliches, nach Art einer Fragelehre abgefaßtes Buch Salhns, das dieser 
wohl seinem Unterrichte zugrunde gelegt haben nıag, Wissenschaftlich hält es 
sich natürlich so ziemlich innerhalb der Grenzen der von Sahn an der Lübecker
	        
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