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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Sandström, J. W.: Dynamische Versuche mit Meerwasser, 
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dargestellte Verhältnis eintritt, wobei es in der Öberflächenschicht und dem 
oberen Teil der unteren Schicht nur schwache Ströme gibt, während. das Boden- 
wasser ganz still steht. Aus Fig. 19 und 20 ersehen wir, daß sowohl die 
Bjerknesschen Kräfte wie auch die Wassergeschwindigkeit während der Eis- 
schmelzung abnehmen. Schließlich wird alles Oberflächenwasser abgekühlt, die 
ÖOberflächenschicht ist somit verschwunden, und alles Wasser im Gefäß bildet 
eine einzige homogene Schicht von kaltem Wasser, Die Eisschmelzung kann 
also duch geschichtetes Wasser in homogenes umwandeln, Es wirken nun keine 
Bjerknesschen Kräfte mehr im Wasser, das ganz still steht, Das Eis liegt gänz- 
lich unberührt im Wasser und schmilzt nicht länger. 
Wir führen nunmehr eine Wärmequelle in Form einer von warmem Wasser 
Aurchströmten Metallröhre in der Mitte des Gefäßes ein, siehe Fig, 21, Das 
Wasser in der Umgebung dieser Metallröhre wird wärmer und leichter als vor- 
her und fängt an zu steigen, Bald ist alles Wasser oberhalb des unteren Niveaus der 
Metallröhre auf diese Weise etwas wärmer als das darunter liegende Wasser 
zeworden, und wir haben mithin. wieder zwei Schichten im Gefäß. Eine in das 
Wasser eingeführte Wärmequelle kann also auch homogenes Wasser schichten. 
Spritzt man etwas Fuchsinlösung in das Oberflächenwasser, so findet man, daß 
lie von der Wärmequelle in der Mitte und den Eisstücken an den beiden Enden 
des Gefäßes hervorgerufenen Zirkulationen auf die Schicht oberhalb des Niveaus 
der Metallröhre beschränkt sind; denn diese Schicht wird bald rot gefärbt, 
während die untere Schicht völlig klar bleibt, Der gestrichelte Teil in Fig, 21 
soll das vefärhbte Wasser darstellen. 
Fix. 21, 
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Fortsetzuug des in Fig, 19 und 20 dargestellten Versuchs, Kine Wärmequelle ist mitten im Gefäß an. 
gebracht, und infolgedessen sind zwei symmetrische thermische Zirknlationen neu entstanden. Das 
zirkulicrende Wasser ist links mit Fuchsin gefärbt. Rechts sind mittels Kaliumpermanganat drei — ge- 
(ärbte — Vertikale hergestellt, die vom Strome gebogen worden sind; unten Sind. sie noch vertikal, weil 
x hier keinen Strom eibt, 
Wenn man pulverisiertes Kaliaumpermanganat in der Weise ins Wasser 
streut, daß man einige gefärbte Vertikale im Gefäß erhält, so können wir aus 
der Bewegung dieser Vertikalen sehen, daß das Wasser in der oberen Schicht 
ziemlich kräftig zirkuliert, während es in der unteren Schicht beinahe still steht. 
Drei solche in ihrem oberen Teile gebogene Linien sind in Fig. 21 eingezeichnet. 
Wir sehen weiter, daß zwischen der Wärmequelle und jedem Eisstück eine Zir- 
Kulation von derselben Art stattfindet, wie die in Fig. 14 dargestellte. Selbst 
die schräge Fläche der Fig. 14 können wir bei diesem Versuche schen, wenn wir 
mit Hilfe der gebogenen Linien in Fig. 21 Pfeile einzeichnen, die die Richtung 
and Größe der Wasserbewegung angeben und darauf die Punkte verbinden, wo 
diese Wasserbewegung gleich Null ist. (Siehe die gestrichelte schräge Linie 
in Fig, 21.) 
Der zuletzt beschriebene Zustand dieses Versuches stellt gewissermaßen 
die Verhältnisse im Meere dar, Die Eisstücke an den beiden Enden des Ge- 
fäßes stellen die arktischen und antarktischen Eismassen dar, die warme Metall- 
röhre in der Mitte des Gefäßes die Wärmekonvektion in den Tropen und den 
Gegenden am Äquator, Der Versuch zeigt, daß die aus thermischen Ursachen 
berrührenden Strömungen zwischen der Oberfläche und dem Niveau, bis auf
	        
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