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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1908,
4. Salzgehaltsverteilung in der Umgebung des Schatt el-Arab selbst (Fig, 3,
Tafel 18), Am 21. Mai 1907 besaß in 45 Sm Entfernung von der Mündung auf
29° 36‘ N-Br., 49° 21’ O-Lg. das Wasser 40.26 °/.,; es war also selbst in dieser ver-
vleichsweise geringen Entfernung keine Verminderung des durchschnittlichen
Salzgehaltes zw erkennen, Am 11. Juni in 29“ 45 N-Br., 49° W’O-Lg, nur 26 Sm
in 0SO von der Mündung, hatte man noch 39,14%, dagegen am 14, Februar
{0 Minuten südlicher, nämlich in 29° 35’X-Br., 48° 55’0-Lyg., trotz 30 Sm Entfernung
aur 37.57 °% Hiernach ist es wahrscheinlich, daß der Abfluß des Süßwassers
vorzugsweise nach Süden hin, also mit einer Rechtsablenkung nach der arabischen
Seite zu sich vollzieht, Man wird, die Beobachtungen von Winter und Sommer
in der Nähe von der Insel Kharag und von Buschehr zusammengenommen,
39,5%, als normalen, von den Euphrat-Tigris-Wassern unbeeinflußten Salzgehalt
ansetzen können; unter dieser Voraussetzung erhalten wir eine etwa 8000 qkm
große Fläche, die einer unmittelbaren Herabsetzung des Salzgehaltes durch
die aus der Strommündung kommenden Süßwassermengen unterliegt. Diese
Fläche, etwa 15 mal so groß als die Oberfläche des Bodensees, beträgt aber nur
*.. des gesamten Areals des Persischen Golfes, und es entsteht nun die Frage,
ob gegenüber dieser räumlich beschränkten unmittelbaren Wirkung des Schatt
el-Arab es angängig ist, die allgemeine bis Lingalh und zur Insel Kischm hin
nachweisbare Verminderung des Öberflächensalzgehaltes im Mai— Juni auf Rechnung
der Tigris-Hochwasser zu setzen,
An der westafrikanischen Küste ist die Fläche des Ozeans, welche durch
die Summe der Sübwasserzuflüsse Niger, Kamerun, Gabun und Kongo beeinflußt
erscheint, auf etwa 500000 qkm geschätzt worden,‘) also auf mehr als das doppelte
Areal des Persischen Golfes, Daher ist es wohl möglich, daß die Hochwasser
des Euphrat-Tigris im Frühsommer die allgemeine Herabsetzung der Salinitäten
herbeiführen; die starke und schnelle Verteilung der an der Oberfläche sich aus-
breitenden Süßwassermassen wird noch dureh die in diesen Monaten besonders
kräftigen NW-Winde wesentlich gefördert werden, Hiermit verträgt sich durchaus
die oben festgestellte lokale Beschränkung des unmittelbaren Einflusses des
Schatt el-Arab auf die westlich von 49° O-Lg. gelegenen Gebiete; denn es handelt
sich um relative Unterschiede. Bei rund 49° O-Lg. Hegt die geographische
Grenze für zwei verschiedene Wasserarten; im Winter erfolgt dortselbst der
Sprung vom Süßwasser und Brackwasser der Barre (0 bis 30%) auf über 40
im Sommer nur bis auf 38,5 und etwas darüber, Hiernach läßt sich folgende
Zusammenstellung geben:
AManat
rt
n e | Dichte
_- Salzgchalt | Dicht
Temperatur Rn
€ PC To
A
Februär
Barre
Freier Golf
IX
144
zu
412
1 1.0299
. 1.0290
Mai } Barre 2 ; 25 ı\ LOS
Jani | Frcier Got | 28750 35.4 | 10238
Die in der anschließenden Tabelle gegebenen Temperaturen lassen übrigens
erkennen, daß im Winter die Wärmeverhältnisse des Persischen Golfes nicht so
exzessir sind, wie es nach manchen Angaben auch neuerer Küstenhandbücher
erscheinen. könnte; es ist nicht zutreffend, daß im ganzen Jahre die Wasser-
temperatur selten unter 33°C, sinkt“) Wir sehen vielmehr, daß im Februar
die Wärmegrade des Wassers sich zwischen 23° und 17° bewegen, Im Mai und
Juni steigen sic allerdings häufig auf über 30°“, aber auch dann Ist das Fluß-
wasser kühler ala die See.
ak {+ Schott In Wissenschaftliche Ergebnisse der »Valdivia<-Expedition, Band I, S. 218.
Jena 1902,
2) Vol. das 5. 207 zitierte Küstenhandbuch, S, 13.