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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Die Eisverhältnisse an den deutschen Küsten im Winter 1907/08, 
II. Das Weser-, Ems- und Jadegebiet, 
Auch hier tritt die Abhängigkeit der Eisperioden von den Frostperioden 
wieder deutlich in die Erscheinung. Die letztere erstreckt sich von den letzten 
Tagen des Dezember bis in die dritte Dekade des Januar. Die Stationen Hoher 
Weg und Bremerhaven gaben die erste Eismeldung am 2, Januar, Brake am 
31, Dezember, während die letzten Eismeldungen von den Tagen: 16, Jamuar 
bzw. 27. und 25, Januar datieren. Ähnlich liegen die Verhältnisse im Jadebusen 
(Wilhelmshaven, Schillighörn) und in der Emsmündung (Nesserland), Auch die 
Eisintensitäten erweisen sich als weit geringer gegenüber dem Winter 1906/07, 
Während damals an den Stationen Hoher Weg, Bremerhaven, Brake, Nesserland, 
Wilhelmshaven und Schillighörn an 5 bzw. 16, 19, 42, 22 und 8 Tagen die Segel- 
schiffahrt durch Eis behindert wurde, fand dies im letzten Winter an den näm- 
lichen Stationen nur an 4 bzw, 11, 8, 18, 14 und 0 Tagen statt. Zugleich tritt 
in diesen Zahlen das zum Teil sehr verschiedene Verhalten der einzelnen Stationen 
gegeneinander deutlich hervor; die beiden Zahlenreihen zeigen einen angenähert 
parallelen Verlauf, 
IV. Die Ostfriesischen Inseln. 
Auch an den Ostfriesischen Inseln können die Eisverhältnisse des letzten 
Winters als relativ günstig bezeichnet werden, Die Eisperiode umfaßte hier, wie 
lie Beobachtungen der Stationen Wangeroog, Borkum und Norderney ergaben, 
etwa die ersten beiden Dekaden des Monats Januar, und die Zahl der Tage mit 
Behinderung der Schiffahrt betrug an ihnen, wenn man vom Wattenmeer ab- 
sieht, 0 bzw. 4 (Borkum, Fischerbalje) und 12, im Vorjahre jedoch 0 bzw. 21 und 26. 
Ende Januar setzte an der Nordseeküste eine bedeutende Erwärmung ein, 
wie die Temperaturkurven von Emden und Westerland (Tafel 12) ergeben. Des- 
halb verschwand das Eis sehr schnell; am längsten hielt es sich in der Gegend 
ron Glückstadt, aber auch von hier lief schon am. 7. Februar die letzte Eis- 
meldung ein, Die kurze Frostperiode um die Mitte des Monats März vermochte 
an keiner Stelle mehr Eisbildung hervorzubringen, soweit die Beobachtungs- 
stationen hierüber ein Urteil gestatten, 
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Ostsee. 
Wie schon früher gefunden wurde, gestalten sich die Eisverhältnisse auch 
diesmal an der deutschen Ostseeküste weit ungünstiger als an der Nordseeküste, 
und zwar ostwärts fortschreitend in zunehmendem Maße, Die Gründe hierfür 
sind in erster Linie in den Temperaturen zu suchen, die an der Ostseeküste — 
and zwar Ostwärts fortschreitend ebenfalls in zunehmendem Grade — tiefer 
aerabgyehen, Dies zeigen deutlich die Temperaturkurven von Köslin und Memel 
‚Tafel 12): die Frostperioden sind hier nicht nur häufiger, sondern auch von 
‚Angerer Dauer, und der Frost ist intensiver, Außerdem. trat an der deutschen 
Ostseeküste auch in diesem Winter wieder die interessante Erscheinung auf, daß 
vegen das Meer hin freigelegene Punkte, wie Hela, auch Rixhöft, Arkona u, 4, 
sich hinsichtlich ihrer Eisbesetzung ganz Ähnlich verhalten wie beispielsweise der 
Kieler Hafen, Flensburg, Apenrade: An allen diesen Stationen ist Eis, wenn über- 
haupt, so nur von ganz minimaler Dauer und Stärke zur Beobachtung gelangt: 
Hela hatte nur an 2 Tagen etwas loses Eis, Rixhöft und Arkona waren gänzlich 
eisfrei; ebenso ist der Kieler Hafen ohne Eisbildung geblieben, und Flensburg 
hatte nur 5, Apenrade nur 4 Tage mit etwas Eis. Welche Gründe hierfür maß- 
gebend sind, dürften erst Studien über die speziellen örtlichen Verhältnisse sowie 
ein sich über einen längeren Zeitraum erstreckendes Beobachtungsmaterial er- 
geben, Die morphologischen und hydrographischen Eigyentümlichkeiten werden 
zweifellos hierbei eine große Rolle spielen, 
I. Die Schleswigsche Ostküste. 
Hier gestalteten sich die Eisverhältnisse, wie schon erwähnt, relativ am 
yünstigsten und kommen wie auch die Witterungsverhältnisse denjenigen an der 
Nordseeküste ziemlich nahe. Da der letzte Winter milde war, so0 trat an der
	        
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