278 Annalen der Hrdrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1908,
aantischen Instrumente, Karten, Bücher, der nautischen Meteorologie, der (tezeiten usw. mit ein-
zehendster Gründlichkeit behandelt, aber, wie schon gesagt, in einer Form, welche die Lektüre zu einer
angenehmen Erholung gestaltet,
Die vorliegende Auflage des Werkes, welches übrigens in der englischen, amerikanischen und
argentinischen Marine offiziell eingeführt ist, wurde nach Leckys Tode von dessen persönlichem
Freunde Mr. Allingham, Nautical Assistent an der Metcorological Office, einem sehr bekannten
Nautiker, besorgt. Wenn auch die strengste Anlehnung an den älteren Text gewahrt wurde, so haben
doch neuere Methoden der astronomischen Navigation und sonstige Errungenschaften auf verwandten
Gebieten eine Überarbeitung und Vergrößerung des Stoffes notwendig gemacht, so daß diese Auflage
30 Seiten mehr umfaßt wie die vorhergehende. Diese Neubenrbeitung muß als eine durchaus glück-
liche bezeichnet werden.
Eine Beschaffung und eingehendes Studium des Werkes kann jedem deutschen Nautiker, der
die englische Sprache genügend beherrscht, umsomehr angelegentlich empfohlen werden, als die deutsche
Literatur auf diesem Gebiete nichts Gleichartiges und doch zugleich Vollwertiges besitzt. Man ist ver-
sucht. dem Werke eine deutsche Auflage zu wünschen. Bi.
Klein, Hermann J.: Wettervorhersage für Jedermann. Allgemeinverständliche
Anleitung. Mit 2 Tafeln und 26 Abb. 1.—6. Tausend. Stuttgart 1907,
Strecker & Schröder.
Das vorliegende Buch wird der Fachmann unzweifelhaft mit großem Interesse lesen und die
Nutzbarmachung der Ergebnisse mannigfacher Forscher wie Abercromby, Clement Ley, v, Bezold,
Hellmann, Klinkerfues und des Verfassers selbst in diesem engen Rahmen mit Dank begrüßen,
Doch das Buch ist nicht eiyentlich für den Fachmann bestimmt, sondern für den Laien als Anleitung
zur Vorherbestimmung des Wetters, Dies ist auch in einer Beziehung als gelungen zu betrachten; der
Leser wird mit allen Hilfsmitteln der Lokalprognose vertraut; die stete Beschäftigung mit der Witterung
selbst wird zur Bedingung für die Aufstellung von Prognosen gemacht. Aber wie ein roter Faden zicht
sich durch das Buch die mehr oder minder deutlich ausgesprochene Meinung des Verfassers, daß die staat-
liche Prognose und die Erweiterung des Wettenlienstes keinen Nutzen bringe, trotzdem er selbst. deutlich
ausspricht, daß lokale Prognosen durch Kenntnisnahme der Wetterkarte wesentlich unterstützt werden,
Das Kapitel »Beispiele von ‚Tugesprognosen auf Grund der Wetterkarten und Kritik derselben« zeigt fast
durchweg Beispiele von Wetterlagen, deren Eintreffen von den staatlichen Zentralstellen nicht erkannt worden
ist, so daß der nicht orientierte Leser annehmen muß, daß nur selten eine staatliche Prognose zutrifft,
‚Beliebig herausgegriffene« Wetterlagen, wie der Verfasser sagt, sind es jedenfalls nicht, sonst hätten auch
mehrere Wetterlagen angeführt werden müssen, deren Eintreffen von den Zentralstellen richtig voraus-
gesehen worden ist, Daß die Volksmeinung nicht überall so abfällig über den Nutzen der Wetterkarten
urteilt, wie € nach diesem Buche scheint, hat der Referent selbst Gelegenheit gehabt, festzustellen. Die
vielen Unzulänglichkeiten der Wetterprognose auf Grund der Wetterkarten sind dem Referenten ans eigener
Praxis bekannt, aber cs scheint ilmı für die Förderung des Interesses der Allgemeinheit nicht dienlich,
wenn die Fehlschläge der Prognose der staatlichen Zentralstellen in den Vordergrund gerückt werden,
WW. Brennecke.
F. Corbara: Trattato (teorico-pratico) sul magnetismo delle navi in ferro
e sulle bussole marine. Teoria delle deviazioni. Costruzione, installazione
e compensazione delle bussole, Varli tipi di bussole marine (Libro di testo
della R. Accademia navale). 8°, 4648, R. Istituto idrografico, Genova 1907. 20.4.
Das Werk stellt cine ausführliche, in erster Linie für didaktische Zwecke bestimmte Bearbeitung
der Deviationstheorie dar auf Grundlage der klassischen Werke von F. J. Evans und A, Smith und
unter. besonderer Berücksichtigung der von A. Collet, E, W. Creak, M, E. Guyou und A, Madamet
gegebenen Darstellungen und Weiterbildungen, Nach einer kurzen historischen Fänleitung behandelt der
erste Teil den Erdmagnetismus und den Schiffsmagnetismus. Der zweite Teil gibt die Theorie der
Deviation auf Grund der Poissonschen Gleichungen. Der dritte behandelt die experimentelle Be-
stimmung der Deviation, der horizontalen und vertikalen magnetischen Feldstärken an Bord sowie die
rechnerische und graphische Auswertung des gewonnenen Beobachtungsmaterials, Im vierten Teile wird
von der Konstruktion der Kompaßrose gehandelt, Es werden die verschiedenen Kompaßtypen, in erster
Linie der von Magnaghi, Abe auch der Thomson-Kompaß, der Fluidkompaß der Kaiserlichen
Marine, der Ritchie- und der Peichl-Kompaß unter Beifügung trefflicher Ablldungon beschrieben,
Der umfangreiche fünfte Teil behandelt die Aufstellung der Kompasse an Bord und die Kompensation,
ihm folgt noch ein Anhang mit Bemerkungen über Fernübertragung von Kompaßangaben sowie Kreisel-
kompasse, Schemata für Rechnungen und konstruktive Lösungen, magnetische Karten und ein ziemlich
A Literaturverzeichnis in Anlehnung an das in der neuen Auflage des »Kompalb an Borde
Gezebene.
Das Werk nimmt besonders auf den in der Königlich italienischen Kriegsmarine cingeführten
Magnaghi-Kompaß in seiner neueren Form Rücksicht. Dementsprechend ist die D-Kompensation
unter Zuhilfenahme von Nadelinduktion eingehender behandelt, als man es sonst findet, Der Verfasser
gibt einc Theorie der auf Nadelinduktion beruhenden Kompensationswirkung unter Zugrundelegung der
Et daß das Magnetfeld der Nadel am Orte der Korrektoren als homogen angeschen werden
könne (S. 314}.
‘ Ber der Untersuchung über den Einfluß der Xadellänge und die Vermeidung der aus ihr ent-
stehenden Deviationsstörungen durch Verwendung von Mehrnadeksystemen (S, 257) wird auch in diesem