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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Buarath: Die Erforschung der erdmagnetischen Verhältnisse im Stillen Ozean u8w, 575 
die Karte der Linien gleicher Horizontalintensität für 1905 für dort die In- 
tensität um ungefähr */„, ihres jeweiligen Wertes zu hoch angibt, 
Um die Ergebnisse, die »Galilee« auf ihren Fahrten gezeitigt hat, möglichst 
vasch nutzbringend verwerten zu können, wurde ein Verfahren eingeschlagen, 
das sich als sehr vorteilhaft erwiesen hat, Sobald eine Reihe von Beobachtungen 
angestellt war, wurde das gesamte Material von dem nächsten Hafen, den das 
Schliff anlief, zur weiteren Nachprüfung und Bearbeitung nach Washington 
zesandt, Auf diese Weise konnten etwaige Mängel, die sich bei der Bearbeitumg 
herausstellten, rechtzeitig beseitigt und den Beobachtern die notwendigen AD- 
änderungsvorschläge und Anweisungen übermittelt werden, Dank dieser Ein- 
richtung wird das gesamte in den drei Jahren gewonnene Materjal bald nach 
dem unmittelbar bevorstebenden Abschluß der magnetischen Vermessung des 
Stillen Ozeans bearbeitet sein und veröffentlicht werden können. 
Ein Teil der erhaltenen Resultate ist bereits in der von dem hydrogra- 
phischen Amt in Washington im Mai des vergangenen Jahres herausgegebenen 
Mißweisungskarte für 1910 niedergelegt worden, und es ist zu erwarten, daß 
noch im Laufe dieses Jahres auch für die beiden anderen Elemente, die Inklination 
and die Horizontalintensität, neue Karten erscheinen. werden, 
Damit würde dann der erste Teil eines Unternehmens seinen Abschluß 
finden, durch dessen Förderung das Carnegie-Institut uns in der Kenntnis der 
erdmagnetischen Verhältnisse auf den Ozeanen einen großen Schritt vorwärts 
bringen und damit sich um die Wissenschaft und die Schiffahrt ein bedeutendes 
Verdienst erwerben wird. Dr. Burathl. 
Kleinere Mitteilungen. 
\,. Das erste Auftreten von Tiefenzahlen in alten Seekarten. Von 
Assistent Dr. Walter Behrmann, Leipzig, 
Über das erste Auftreten von Tiefenzahlen auf alten Seekarten findet sich 
in der Literatur eine irrtümliche Ansicht verbreitet, Noch kürzlich schreibt 
Dr. M., Groll:1) »Die Tiefenzahlen tauchten auf Seekarten zuerst im Jahre 1640 
auf, sie gingen dann bald aus den Seebüchern in die Karten über, Die hollän- 
dischen und. französischen Seeatlanten des 18, Jahrhunderts bringen bereits recht 
ausführliche Tiefenkarten,« Dem Anschein nach hat er diese Bemerkung aus 
einer jetzt überholten Arbeit von Ernst Mayer“) übernommen, weleher im 
Jahre 1877 schreibt: »Was zunächst die Angabe der Tiefen betrifft, so scheint 
der Portugiese Tayxeira der erste, oder doch einer der ersten zu sein, welcher 
die Tiefen des Meeres auf Seekarten angab, In seinem Atlas (Manuskript in der 
Pariser Nationalbibliothek) aus dem Jahre 1640 von der brasilianischen. Küste 
sind die Tiefen in Palmen angegeben.« Soweit ich das Material überschauen 
kann, scheint diese Angabe zwar für die italienische und die von ihr beeinflußte 
portugiesische Schule einzutreffen. Wie diese sogenannten Portulankarten Untiefen, 
Sandbänke a, del. nur sehr vereinzelt (Po-Mündung, Asowsches Meer} verzeichnen, 
die Klippen nur durch ein kleines Kreuz eintragen, so entbehren sie auch der 
Tiefenangaben, Es sind eben Karten ganzer Meeresbecken, es verbietet daher 
der kleine Maßstab die Eintragung größerer Details, 
Dagegen haben die niederdeutschen Seckarten seit den ältesten Zeiten die 
Tiefen angegeben. Und dies ist verständlich, Denn erstens sind die ältesten 
Karten Spezialkarten kleinerer Gebiete, sie konnten also alles Wünschenswerte 
eintragen, zweitens sind sie an den Küsten der Nordsee entstanden, also an 
Küsten, in deren seichtem Wattenmeer ein Schiffer ohne genaues Achten auf die 
Tiefenverhältnisse nicht fahren kam; was er also hier erlernte, wird er leicht 
auf andere Küsten mit Vorteil übertragen haben, drittens endlich finden sich in 
den gleichzeitig benutzten Seebüchern, und zwar schon in den ältesten Teilen 
y Die Entwickhing der Seekarten bis zur Gegenwart, »Geographischer Anzeigers 1907, S. 222 
7 Die Entwicklung der Seckarten bis zur Gegenwart, Wien 187%
	        
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