Buratlh: Die Erforschung der erdmagnetischen Verhältnisse im Stillen Ozean usw. 273
Am 22, Dezember 1906 wurde die dritte und längste Rundfahrt ange-
treten, die in zwei großen Schleifen diesmal auch den südlichen Teil des Stillen
Ozeans berührte, Der erste Teil der Fahrt brachte das Schiff über die Mar-
quesas- und Samoa-Inseln durch die Karolinen nacl® Shanghai und von da auf
nordöstlichem Kurse zurück zur amerikanischen Küste nach Sitka, wo die An-
kunft am 15. Juli 1907 erfolgte. Hier fand eine Besichtigung des Schiffes durch
L. A. Bauer statt, der, wie ja bekannt, im Verein mit G. W. Littlehales den
ganzen Plan der magnetischen Vermessung des Stillen Ozeans entworfen hatte,
Nachdem auf Grund der bisher gesammelten Erfahrungen noch einige
kleinere instrumentelle Änderungen vorgenommen worden waren, trat »Galilee«
am 10. August 1907 den zweiten Teil ihrer dritten und letzten Reise an, die
das Schiff nach dem Besuch der Hawali-, Midway- und Marschall-Inseln nun
auch in hohe südliche Breiten brachte. Am Weihnachtstage landete »Galilee«
in Christchurch auf Neu-Seeland, wo durch eine Reihe von Beobachtungen der
Anschluß der Arbeiten an die des englischen Expeditionsschiffes »Discoverys
vesichert wurde. Am 17. Januar dieses Jahres verließ das Schiff wieder den
Hafen mit der Bestimmung nach Callao an der peruanischen Küste, von wo aus
die Rückkehr nach San Franeisco erfolgt. Hier würden dann, wie schon oben
erwähnt, die Fahrten ihr Ende finden, nachdem »Galilee« auf ihren drei großen
Rundreisen einen Weg von ungefähr 65000 Sm. zurückgelegt haben wird,
Die instrumentelle Ausrüstung des Schiffes bestand aus einem Satz
von Instrumenten, mit denen die magnetischen Beobachtungen auf See angestellt
wurden, und den Instrumenten, die zu absoluten Beobachtungen an Land dienten,
Zu den Bordbeobachtungen wurde für die Mißweisung ein Normalfluidkompaß
von Ritchie, für die Inklination ein Lloyd-Creak-Inklinatorium und für die
Intensität der sogenannte Lamont-Bauer-Deflektor benutzt, während die Land-
beobachtungen mit einem Magnetometer von Cooke und einem Doverschen
Inklinatorium ausgeführt wurden. Außerdem hatte das Schiff noch eine Reihe
von Reserve- und Versuchsinstrumenten, die auf ihre Verwendbarkeit zu Bord-
beobachtungen hin während der Fahrten erprobt werden sollten, Alle In-
strumente waren vorher eingehend geprüft und ihre Konstanten bestimmt worden.
Um diese genügend unter Kontrolle halten zu können, wurde jede sich bietende
Gelegenheit zu Vergleichsbeobachtungen untereinander und vor allem mit den
Normalinstrumenten der besuchten Observatorien benutzt. Solche Kontrollbeob-
achtungen fanden u, a, auf den erdmagnetischen Öbservatorien von Honolulu,
Samoa, Tokio, Sitka und Christchurch auf Neu-Seeland statt,
Was zunächst die Mißweisungsbestimmungen anbetrifft, so ist bereits ge-
sagt worden, daß diese auf See mit einem achtzölligen Normalfluidkompaß von
Ritchie nach dem in der Kriegsmarine der Vereinigten Staaten eingeführten
Modell ausgeführt wurden, Außerdem wurde dazu auch ein gewöhnlicher
Ritehie-Fluidkompaß und ein Kelvinscher Trockenkompaß benutzt, Gelegent-
lich der zu einer Mißweisungsbeobachtung erforderlichen Azimutbestimmungen
wurden die verschiedensten Arten von Peilvorrichtungen, die jetzt im Gebrauch
sind, erprobt. Die Resultate haben ergeben, daß mit jedem guten Kompaß und
jeder einwandsfreien Peilvorrichtung bei auch nur einigermaßen ruhiger See
Mißweisungsbestimmungen mit der wünschenswerten Genauigkeit zu erhalten
waren. Nur ein Übelstand, der bei Landbeobachtungen nicht in Frage kommt, hat
die Innehaltung regelmäßiger Mißweisungsbestimmungen in bestimmten Ab-
ständen beeinträchtigt. Da man auf See naturgemäß keine irdischen Peilobjekte
zur Verfügung hat, mußte zu den Azimutbestimmungen die Sonne oder irgend
ein anderes Gestirn benutzt werden, Daraus geht aber hervor, daß von vorn-
herein die Tage, an denen wegen anhaltenden Nebels oder ständig bedeckten
Himmels Gestirne nicht zum Vorschein kamen, für die Mißweisungsbeobachtungen
verloren waren, Wohl konnten an Solchen Tagen wenigstens die anderen
Elemente des Erdmagnetismus beobachtet werden, da man bei ihrer Bestimmung
von dem astronomischen Meridian unabhängig ist.
Die Bestimmung der Inklination und der Totalintensität wurde mit dem
Lloyd - Creak - Inklinatorium ausgeführt, Die Inklination würde immer mit