accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

{8 
Annalen der Hydrograpbie und Maritimen Meteorologie, Januar 1908, 
Folgenden Versuche werden zeigen, daß es zu diesem Zwecke außerdem not- 
wendig ist, daß das Niveau, auf dem das Wasser erwärmt wird, unterhalb des 
Niveaus liegt, auf dem es abgekühlt wird, 
Wir füllen das Gefäß mit einer einzigen Wasserart von ungefähr 20 "/44 
Salzgehalt und bringen im Gefäß zwei Metallröhren in. 6 bzw. 14 cm Wassertiefe 
an, von denen die erstere von heißem Wasser von etwa 40°C, die letztere von 
Eiswasser von etwa 0°C, durchströmt wird, Die dünnen Röhren, die das warme und 
las kalte Wasser zu- bzw. ableiten, müssen hierbei durch einen Gummiüberzug 
isoliert sein, Das Wasser oberhalb der Warmwasserröhre und unterhalb der 
Eiswasserröhre kommt bald in ziemlich starke Strömung, die aber später nach- 
Jäßt, um schließlich ganz aufzuhören, Das dazwischen liegende Wasser ist immer 
sehr still und wird schließlich ganz ruhig; so daß alles Wasser im Gefäß am 
Ende des Versuchs trotz der ständigen Durchströmung von warmem bzw. kaltem 
Wasser ruhig ist. Die Wasserbewegung kann auf verschiedenen Stufen des 
Versuchs beobachtet werden dadurch, daß man dann und wann etwas pulveri- 
siertes Kaliwumpermanganat ins Wasser streut und die Bewegung der hierbei 
entstehenden gefärbten Vertikalen beobachtet, 
Es ist leicht, einzusehen, aus welchem Grunde bei diesem Versuche das 
Wasser schließlich vollständig still wird. Das Wasser nämlich, das die warme 
Metallröhre umgibt, wird beim Beginn des Versuchs wärmer und leichter als 
seine Umgebung und steigt an die Oberfläche hinauf, wo dadurch eine warme 
Schicht entsteht, die infolge des ständigen Zuflusses von warmem Wasser von 
unten immer dicker wird, Ist die Schicht so dick geworden, daß ihre untere 
Begrenzungsfläche die untere Seite der warmen Metallröhre tangiert, hört sie 
auf zu wachsen, weil die warme Röhre sich nunmehr innerhalb der warmen 
Schicht befindet, Anstatt einer weiteren Vergrößerung der Schicht findet nun 
eine Nachwärmung derselben statt, so daß alles Wasser in der Schicht denselben 
Wärmegrad erreicht wie die warme Metallröhre. Dann gibt diese keine Wärme 
mehr an das umgebende Wasser ab, die warme Wasserschicht wird homogen, 
die Bjerknesschen Kräfte innerhalb dieser Schicht verschwinden, und das Wasser 
selbst wird ruhig. 
In ganz entsprechender Weise entsteht in dem Gefäß eine kalte Boden- 
schicht, deren obere Begrenzungsfläche die obere Seite der kalten Eiswasser- 
röhre tangiert, Wenn alles Wasser in dieser Schicht den Wärmegrad der kalten 
Röhre annimmt und somit homogen wird, so verschwinden auch in der kalten 
Bodenschicht die Bjerknesschen Kräfte, und das Wasser dieser Schicht wird 
ebenfalls ruhig, 
Die. 17. 
Warm Wärmstes Wasser 
Kältestes Wasser 
Wien oberhalb der Kältequelle, Das Wasser in der oberen und unteren homogenen Schicht, 
ebenso wie in der stabil gelagerten Zwischenschicht bleibt schließlich gänzlich stillstehen. 
In der Zwischenschicht wird das Wasser anfangs von den heftigen Be- 
wegungen oberhalb und unterhalb der Schicht mit fortgerissen; wenn aber diese 
Bewegungen abnehmen, kommt auch das Zwischenwasser zur Ruhe. Indessen 
bildet dieses Wasser keine homogene Schicht, sondern ist stabil gelagert, indem 
ihr Wärmegrad mit der Tiefe abnimmt; diese Schicht ist also streng genommen 
aus mehreren dünnen, horizontalen Schichten zusammengesetzt, Die horizontalen 
Striche in Fig. 17, die isotherme Linien darstellen, sollen dies veranschaulichen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.