Meldau, H.: Zur Frage der Untersuchung der Nadelsysteme von Kompaßrosen. 271
Die Kombination von Rose und Korrektor ist also dann und
nur dann einwandfrei, wenn diese Werte für 4, einander gleich sind,
ad, h. wenn
sin 4. = — A Dsin2 7L
ist, oder wenn der Deviationsverlauf an Land abhängig vom Kompaß-
kurs rein quadrantal,’) und wenn dabei die Maximalablenkung
DL= — 19
ist. Abhängig vom magnetischen Kurs an Land ist die Ablenkung sehr nahe
durch die Formel gegeben
sin 01 = DL ein 27. — DL sin 47L.
Sie ist also mit einer erheblichen ÖOktantaldeviation verbunden. Der Ver-
gleich dieser für den Fall reiner Nadelinduktion gültigen Verhältnisse mit den
für den Fall reiner Feldinduktion gültigen (s, »Ann, d. Hydr. usw.« 1908, S, 72),
ist von Interesse.
Die Erforschung der erdmagnetischen Verhältnisse im Stillen Ozean
durch die amerikanische Yacht „Galilee‘“. 1905 bis 1907.
Im Jahrgang 1905 dieser Zeitschrift“) ist der von dem Carnegie-Institut
ausgehende Plan zur Erforschung der erdmagnetischen Verhältnisse im Stillen
Ozean mit einem eigens zu diesem Zwecke ausgerüsteten Schiffe kurz dargelegt
worden. Der Größe des zu vermessenden Gebietes entsprechend war von vorn-
herein für die Ausführung des groß angelegten Planes ein Zeitraum von ungefähr
drei Jahren in Aussicht genommen worden, In der Tat hat sich das Unter-
nehmen in dieser Zeit und in dem gewünschten Umfange ausführen lassen.
Den neuesten Nachrichten zufolge wird das Vermessungsschiff Anfang Mai dieses
Jahres in San Francisco, dem Heimatshafen, zurückerwartet, womit dann die
Vermessung ihr Ende finden wird.
Wie bereits an anderer Stelle®) gesagt worden ist, wurde im Laufe des
Sommers 1905 als das für das geplante Unternehmen am besten geeignete Schiff
die Brigg »Galilee« in San Francisco von der erdmagnetischen Abteilung des
Carnegie-Institutes gechartert, Das Schiff ist 1891 aus Holz gebaut und
hat eine Länge von 40.4 m, eine Breite von 10 m, eine Tiefe von 3,8 m und
ein Deplacement von 600 t. Die hauptsächlichsten Änderungen und Neuein-
richtungen waren der Ersatz des Stahlgutes durch Hanfgut, die Einrichtung
der Wohnräume für die Beobachter und vor allem die Anlage einer völlig eisen-
Ireien Beobachtungsbrücke zwischen den beiden Masten. Diese Brücke wurde
so hoch angelegt, daß die Instrumente ungefähr 5 m über dem Deck standen
und von den größeren eisernen Bolzen in den Schiffswänden mindestens 8 m
entfernt waren. Wenn nun auch das Schiff nicht ganz eisenfrei war, so hat
sich doch gleich bei den ersten Untersuchungen gezeigt, daß der Einfluß des
in dem Schiffe enthaltenen Eisens auf die Beobachtungsinstrumente äußerst
gering ist; jedenfalls aber steht »Galilee« in dieser Beziehung keinem der bis-
her zu magnetischen Vermessungen benutzten Schiffe einschließlich »Gauß« und
„Discovery« nach,
In der umstehenden Skizze ist der Weg des Vermessungsschiffes »Galilee«
dargestellt.
Nachdem in den ersten Tagen des August 1905 in der Bucht von San
Francisco mehrere Rundschwojungen zur Bestimmung der Deviationskoeffizienten
vorgenommen worden waren, segelte das Schiff nach San Diego, das wegen seines
') Der Ausdruck »rein quadrantal« ist hier im eigentlichen Sinne gebraucht. Herr Prof, Maurer
will in seiner Arbeit »Ann. d. Hyde, usw.« 1907, S, 5144 unter „reiner Quadrantaldeviation“
las verstanden wissen, was die ©-Korrektoren in Wirklichkeit kompensieren sollen«, Ich halte diese
Bezeichnung nicht für glücklich.
2) »Ann, d. Hydr. usw.« 1905, S, 322,
% Ebenda 1905, S. 522.