270 Annalen der Hydrographie und Maritinen Meteorologie, Juni 1908.
Jjer Richtkraft der Rose, während die auf Feldinduktion beruhenden bekanntlich
von der Richtkraft unabhängig sind, Die Ausführungen S, 549 und 550 der
Abhandlung lassen nicht erkennen, wie der Verschiedenheit der Richtkräfte an
Land und an Bord Rechnung zu tragen ist, Auch die mitgeteilten Beobachtungen
zeben keinen Anhalt zur Beurteilung des Verfahrens; bei dem einen mitgeteilten
Fall von Bordbeobachtungen auf S. M, S. »Preußen« fehlen leider die Land-
beobachtungen. So beschränken sich auch die von Herrn Prof, Maurer an
dieser Stelle gezogenen Schlüsse darauf, zu konstatieren, daB die beobachtete
Deviation erheblich besser mit der Formel
x — Dein?
Dot
als mit ö=— — Dein 2X übereinstimmt, was ja von vornherein erwartet
werden durfte,
In dem wichtigen Falle, daß die Wirkung des Korrektors teils auf Feld-
induktion, teils auf Nadelinduktion beruht, berücksichtigt Herr Prof. Maurer
die Verschiedenheit der Richtkräfte für die durch Nadelinduktion erzeugte Ab-
lenkung 6, dadurch, daß er beim Übergang zur Ablenkung an Bord mit H : Hp
multipliziert, Dieses Verfahren ist im vorliegenden Falle nicht einwandfrei, Es ist
hergenommen von der Zusammensetzung eines konstanten, ablenkenden Feldes
mit variabelen Werten des H oder H‘. Da können in der Tat die Ablenkungen,
solange sie unter 20° betragen, annähernd dem Werte des H umgekehrt proportional
gesetzt werden. Hier haben wir aber kein könstantes Feld; das vom Korrektor
auf die Rose ausgeübte Drehmoment ist eine Funktion des Kompaßkurses, es
ändert sich stark mit der Stellung des Korrektors gegen das Nadelsystem. Die
Analogie in der Stellung von Rose und Korrektor für Kompaßkurse an Bord
and magnetische Kurse an Land erleidet beim Versetzen der Kombination an
Bord eine Störung, deren Tragweite vor der Hand nicht zu übersehen ist.
Das von Herrn Prof. Maurer angewandte Verfahren ist ganz auf den Fall
der Feldinduktion zugeschnitten: da entspricht dem Kompaßkurs {’g für den
unkompensierten Kompaß an Bord in der Tat dieselbe Magnetisierung des
Korrektors, die für den gleichen magnetischen Kurs &, an Land statt hat, Der
Fall der Nadelinduktion paßt aber in dieses Verfahren schlecht hinein, denn
die durch Nadelinduktion bewirkte Magnetisierung hat mit den beiden genannten
Kursen nichts zu tun, sie hängt von der Stellung des Korrektors gegen das
Nadelsystem, also vom Kompaßkurse ab (vom wirklichen Kompaßkurse, an Bord
nicht etwa vom Kompaßkurse für den unkompensierten Kompaß), Da für den
koömpensierten. Kompaß der Kompaßkurs mit dem magnetischen Kurse überein-
stimmt, so hat man, will man die an Bord ausgeübte Wirkung aus dem am Lande
beobachteten Deviationsverlauf erschließen, in Ansehung der Nadelinduktion
für den magnetischen Kurs &z an Bord das für den Kompaßkurs f, am
Land ermittelte Drehmoment in Ansatz zu bringen,
Aus dieser Überlegung ergibt sich für den rein auf Nadelinduktion be-
ruhenden Korrektor folgendes, Das Drehmoment des Schiffsmagnetismus ist für
NH=B=C=—=C€=0 als Funktion des magnetischen Kurses durch den Aus-
druck gegeben ,
4, = M-H-.ADsin2 is
wo M das magnetische Moment der Rose bezeichnet,
Damit das Drehmoment dy des Korrektors dem 4, auf allen Kursen gleich
sei, muß demnach
45 = —M-H- A Dein? ZB
sein und der Korrektor muß daher an Land auf den Kompaßkursen CC, das
Drehmoment .
A, = —H-M-4Sin2 fr
lGefern. Das an Land auf den Kompaßkursen ausgeübte Drehmoment ist aber
andererseits durch H und die Ablenkung dd, exakt meßbar, und zwar ist
AL = AH -M sin ö1.