Meldau, H.; Zur Frage der Untersuchung der Nadelsysteme von Kompaßrosen. 269
Maurer aufmerksam gemacht, wie in der zitierten Arbeit selbst (S. 130, oben)
erwähnt ist. Herr Prof, Maurer führt aber den Inhalt meiner Bemerkung nur
als einen nachträglichen weiteren Einwand gegen die Beweisbarkeit der Vier-
korrektormethode an,
6, Fall der Nadelinduktion.
Wenn eine merkliche Nadelinduktion zwischen dem Nadelsystem der Rose
und den Weicheisenmassen eines D-Korrektors stattfindet, so kommen zu den im
vorigen betrachteten Drehmomenten noch die dieser Nadelinduktion entsprechenden
Drehmomente hinzu, $
In der experimentellen Untersuchung des Verhaltens des Nadelsystems
gegenüber diesen rechnerisch schwer faßbaren Drehmomenten sehe ich das
eigentliche Anwendungsgebiet des »Vierkorrektorversuches«,') Das aus der
Nadelinduktion entspringende Drehmoment ist lediglich von der Stellung des
Nadelsystems gegen den Korrektor abhängig und die Richtigkeit der Methode
liegt auf der Hand.”}
7. Über die Ermittelung an Bord zu erwartender Störungsglieder und Restdeviationen
aus Landbeobachtungen,
Gegenüber den im vorstehenden näher begründeten experimentellen
Methoden zur Erkennung von Fehlern in der Nadelanordnung habe ich früher)
das Verfahren der Analyse des von den Korrektoren an Land erzeugten Deviations-
verlaufes als weniger sicher?) bezeichnet. Insbesondere bezog sich dieses Urteil
auf die Quadrantalkorrektoren, weil jede viertelkreisige Deviation naturgemäß
mit einer achtelkreisigen als Begleiterscheinung verbunden ist*) und die Trennung
dieser Begleiterscheinung von dem wirklich zu ermittelnden Störungsgliede
mißlich ist.
Inzwischen ist das Verfahren der Analyse des Deviationsverlaufes von
Herrn Prof, Maurer in seiner Abhandlung »Über „reine“ Quadrantaldeviation usw.«
(>Ann. d, Hydr. usw.« 1907, S. 544) eingehend durchgearbeitet worden im Anschluß
an eine interessante Umformung des Ausdruckes
Dein2
Kö = 1m ei
in die Farmel
(rÖ = 2 sin 28
POS 1—Deos2F
die tg ö als Funktion des Kompaßkurses gibt,
Aber auch nach dieser Durcharbeitung sind die früher gehegten Bedenken
nicht geschwunden.
Solange der Korrektor rein auf Grund von Feldinduktion®) wirkt, ist
gegen das Verfahren nichts einzuwenden. Das Verfahren liegt nahe und seine
Richtigkeit auf der Hand.
Mit diesem Falle stellt aber Herr Prof. Maurer den Fall des aus zwei
kleinen Fluidkompassen bestehenden D-Korrektors auf gleiche Stufe, Die durch
solche Kompasse erzeugten Ablenkungen ändern sich jedoch umgekehrt proportional
HN Dieser ist aus der Praxis selbst hervorgewachsen. Vgl. Ann, d. Hydı, usw. 1904.
8. 169. Mitte,
?) Vel. »Ann. d. Hydr. usw.« 1908, S. 74, Herr Prof. Maurer sagt von dem klaren Satz:
So liegt in dem praktisch wichtigsten Fall der Nadelinduktion die Richtigkeit der Vierkorrektor-
methode auf der Hand«, er könne so verstanden werden: »In allen Fälien, in denen merkliche Nadel-
induktion vorhanden ist, ist die Richtigkeit der Vierkorrektormethode erwiesen, und in den praktisch
wichtigsten Fällen braucht man sich um die Feldinduktion nicht zu kümmern«, und richtet dann gegen
diese Fassung seine Argumente. Ich kam demgegenüber nur erklären, daß eine solche Anffassung
des Satzes durchaus nicht den Sinn trifft, in dem er geschrieben ist.
* »Ann, d. Hydr. usw.« 1907, S. 20, Mitte,
%) Daß das Jetztgenannte Verfahren erheblich umständlicher ist, bedarf keines Beweises!
5) »Ann. d. Hydr. usw.« 1906, S. 31, 32. Beispiele in der Abhandlung des Herrn Prof. Maurer,
‚Ann, d. Hydr. usw.« 1907, 8. 546. .
%) Damit sei nach Herrn Prof. Maurers Vorschlag die Induktion durch das Erd- oder durch
das Erd- und Schiffsfeld bezeichnet.
Aun. d. Hrdr. usw... 190&. Heft VI