Annalen. der Hydrographie und Markimen Meteorologie, Juni 1908,
Wird die Rose beim Vierkorrektorversuch als frei von oktantalen Störungen
refunden, so gibt sie auch, mit dem Korrektor in das durch das Schiffsfeld
modifizierte Erdfeld gebracht, nicht zu solchen Veranlassung, Denn die ganze
Modifikation besteht — für den Korrektor vom e-Typus — darin, daß die Quer«
schiffskomponente der induzierenden Intensität in konstantem Verhältnis ver-
ändert ist, wie dies oben auch in Formeln zum Ausdruck gekommen, ist.
Die analogen Resultate lassen sich für einen Korrektor vom a-Typus
ableiten.
5. Widerlegung der Einwände, die gegen die Stichhaltigkeit der Vierkorrektor-
methode im Falle erümagnetischer Induktion erhohen sind.
Herr Prof, Maurer behauptet auf S. 549 des Jahrganges 1907 dieser Zeit-
schrift, daß die »Vierkorrektormethode« im Falle erdmagnetischer Induktion ein
ausreichendes Mittel für die Untersuchung des Charakters einer durch zwei
Korrektoren erzeugten Deviation nicht bietet, und bringt auf 5. 129 bis 131 des
gegenwärtigen Jahrganges Gründe vor, nach denen es scheinen könnte, als sei
der Beweis für Richtigkeit der Methode überhaupt nicht zu führen,
Damit nicht für einen weniger in der Sache stehenden Leser Behauptung
gegen Behauptung stehe, muß ich mit einigen Worten auf diese neuerlichen Ein-
wendungen des Herrn Prof, Maurer eingehen,
Der von Herrn Prof. Maurer in der genannten Abhandlung gewählte Weg,
um über die Richtigkeit oder Unzulänglichkeit meiner Methode ins Klare zu kommen,
kann nicht zu dem beabsichtigten Ziele führen. Herr Prof, Maurer sagt, daß
man das auf die Kompaßnadel ausgeübte Drehmoment auffassen könne als Produkt
aus dem »magnetischen Moment und einer senkrecht zur Magnetachse stehenden
Feldkomponente«, Da der Vierkorrektorversuch, so meint Herr Prof, Maurer,
ner über die nach magnetisch Ost gerichtete, nicht aber über die nach magnetisch
Nord gerichtete Feldkomponente Auskunft gibt, so liefert er nur unvollkommenen
Aufschluß über den Deviationsverlauf, für den das Verhältnis beider Feld-
komponenten bekannt sein muß.!)
Die von Herrn Prof, Maurer benutzte Auffassung des Dreh-
momentes ist aber im vorliegenden Falle unzulässig, sie ist nur gültig
bei unendlich kleiner oder bei einer Nadel im homogenen Felde, Die Dreh-
momente mit denen wir es hier zu tun haben, hängen ab vom Verhältnis der
Nadellänge zur Entfernung der wirksamen Pole; die Störungsglieder, um deren
Ermittelung es sich handelt, entspringen ja gerade daraus, daß dieses Verhältnis
nicht vernachlässigt werden darf, Es ist also unzulässig, mit diesen Dreh-
momenten umzugehen, wie mit den Drehmomenten einer Nadel im homogenen
Felde, Ich habe darauf schon früher in einer Korrespondenz mit Herrn Prof,
Bei Beobachtung mit zwei Korrektoren an Land ist ala das Dreknsoment auf die ab-
zelenkte Nadel
AK = MeHg,|—sin2 cos #— sin d— os 2 Feind].
_ Dieses gleich dem Drehmoment des Erdmagnetiemus gesetzt, liefert als Gleichgewichts-
bedingung |
MHuind = MeHg,{—sin2fcos$— sind — c0s2F ind].
Nach & aufgelöst, ergibt sie .
a ZDenag
14 Deos2F
wenn 5 = TR gesetzt wird, Die Korrektoren geben also an Land einen Deviationsverlauf, der
der Bedingung genügt, die Han: Prof, Maurer als Kriteriam für die Fehlerfreiheit bevorzugt.
— ) Herr Prof. Maurer sagt: »Daß dies (nämlich, daß der Deviationsverlanf zweier Korrektoren
der in voriger Anmerkung angeführten Form entspricht} in der Tat die zu erweisende Bedingung für
die Tadellosigkeit einer Kombination von Rose und Korrektoren ist, hat Herr Dr. Meldau auf 5. 72
anerkannt.« Um Mißverständnissen vorzubeugen: nur wenn man die Tadellosigkeit durch Analyse
des Deviantionsverlaufes an Land ermitteln. will, ist es die zu erweisende Balingung, Das ist
lem Zusammenhange nach der Sinn des Satzes auf S, 72, Daß die Betrachtung des Drehmomentes
ven anderen und m. E. viel geeigueteren Weg, u über die Tadellasigkeit zu entscheiden, darstellt,
ist 5, 73 gesagt!