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Annalen der Hydrographie und Maritimen. Meteorologie, Juni 1908.
Drehen wir die Korrektoranordnung um den Rosenmittelpunkt
bei beliebig gewähltem Wert von y — am einfachsten also bei y7= 0 -—
so kann aus dem Ruhigbleiben der Rose auf die Konstanz dieses Dreh-
momentes, also auf gg, = 0 oder #— 0 geschlossen werden.)
Analoge Betrachtungen lassen sich für einen Korrektor vom reinen a-Typus
anstellen, Sie führen zu demselben Resultat, Dieses Resultat ist deshalb auch
stichhaltig für einen Korrektor, der sich auf diese beiden Typen reduzieren läßt,
a. h. für den allgemeinen durch erdmagnetische Induktion wirkenden D-Korrektor,
Diese Betrachtungsweise gibt uns Aufschluß über die Entstehung der achtel-
kreisigen Glieder im Falle eines solchen Korrektors: in Hinsicht auf das
Rosensystem entspringen sie aus demselben Grunde, aus dem das
sextantale Glied im Falle fester oder durch Vertikalinduktion ent-
standener Pole resultiert, ihr viertelkreisiger Verlauf hat gleichsam
aur eine äußere Ursache, nämlich die Veränderlichkeit der wirkenden
Pole während der Drehung, So ist es auch verständlich, daß die Unter-
suchung des Rosensystems durch den Vierkorrektorversuch gleich-
wertig ist der Untersuchung durch eine »sextantale Polanordnung«,
Bisher haben wir uns auf die Betrachtung der praktisch jedenfalls
wichtigsten Störungsglieder erster Ordnung beschränkt, Es ist von Interesse
und zur klaren Übersicht unumgänglich, auch den Einfluß der höheren Glieder
zu untersuchen,
Bevor wir jedoch hierzu übergehen, soll untersucht werden, ob sich ein
Nadelsystem, für das an Land = 0 gefunden wurde, auch wenn es mit zwei
Korrektoren an Bord versetzt wird, als Iirei von oktantalen Störungen @er-
weisen wird,
Von Herrn Prof. Maurer jst dies in Zweifel gezogen, indem besonders
darauf hingewiesen wurde, daß der Korrektor an Bord einer induzierenden
Intensität ausgesetzt sei, die nicht wie beim Versuche an Land konstant sei,
sondern bei der Rundschwaiung erheblichen Schwankungen nach Richtung und
Größe unterliege,
In. der Tat ist die Größe dieser Intensität
H' = AH Tcos dr Dos? fd}
ihre Richtung jst die der Nadel für den unkompensierten Kompaß, d.h. sie Hegt
im Winkel = — 0 gegen die Längsschiffslinie,
Dazu ist zunächst zu bemerken, daß diese nach Richtung und Stärke ver-
änderliche Intensität außerordentlich einfache Komponenten längsschiffs und
querschiffs hat, Diese sind zunächst gegeben dureh
He = AH [cos d-+- Tess? F-— dj] eos(f— 4) (längsschiffs nach vom)
—-Hinf — — AH [0058-4 Beos@F— 51] an E-— dd} (querschifis nach StB.)
Sie gehen aber durch Ausrechnung in die einfachen Ausdrücke
; 141 He Kingsschilfs nach vorn
©) — A £ ey H ne Kreis nach SUE)
über, welche Werte man auch unmittelbar aus den Poissonschen Gleichungen
ablesen kann.
Für unseren Korrektor vom e-Typus z.B. ergibt sich an Bord demnach
folgendes, Auf die im magnetischen Meridian festgehalten gedachte Rose vom
Moment M übt das Schiff ein Drehmoment
10} 4, = MHaind = M.H-AT8in25
aus, Bringen wir das Korrektorpaar X und II in der üblichen Stellung quer-
schiffs an, so haben wir zur Berechnung des Drehmomentes auf die im Meridian
([estgehalten gedachte Nadel zu setzen © = (4 90°, 8o daß das dem Pole in P
entsprechende Drehmoment den Wert hat
4 — Ma, st — eo.
* „Ann. dd. Hyde. usw. 105, S. 54