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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Meldau, H.: Zur Frage der Untersuchung der Nadelsysteme von Kompaßrosen, 265 
Auf die im magnetischen Meridian festgehalten gedachte Nadel übt die 
magnetische Längsschiffskraft €-tg 9 + N ein Drehmoment proportional zu sin £ 
aus. Für ein Nadelsystem, für das am Lande »= 0 gefunden wurde, 
kann dieses Drehmoment durch die Längsschiffsmagnete annulliert, 
also die aus ihm entspringende Deviation restlos kompensiert werden. 
Das Gleiche gilt für die Querschiffskraft und die Querschiffsmagnete, 
Mit den festen Polen der Längs- und denen der Querschiffsmagnete auf 
gleicher Stufe steht der durch Vertikalinduktion in einer etwa vorhandenen 
Flindersstange entstehende Pol, da er während der Rundschwailung ebenso wie 
jene unveränderlich ist. 
3. Verhalten des Nadelsystems gegenüber den Polen, die durch Horizontalinduktion 
entstehen, 
Wie verhält sich ein Nadelsystem, charakterisiert durch die Größen 8? und 7%, 
gegenüber den Polen, die durch Horizontalinduktion in einem D-Korrektor er- 
zeugt werden? 
Zur Vereinfachung der Schreibweise werde in der Formel (4) 
1 Be. 1 lö4 _ 
BGG HUB 
gesetzt, so daß das Drehmoment die Form annimmt 
5) 4 = M af, sin v +, sin 3 v). 
Der Punkt P sei jetzt nicht mehr der Sitz 
eines festen Poles, sondern des einen Poles eines 
D-Korrektors vom reinen e-Typus. Die 
Richtung des induzierenden Feldes bilde einen 
Winkel 7 mit der Nordrichtung der Rose, wie 
dies in der Figur 3 angedeutet ist. . 
Bei der Untersuchung des Nadelsystems 
an Land hat die induzierende Intensität eine im 
Raume konstante Richtung und Größe und es ist 
zu setzen 
16) A = cHcos(v-+ 7) 
wo € einen Proportionalitätsfaktor bedeutet. 
Das Drehmoment erhält demnach den Wert 
4 = MeH (f, sin v cos 7 cos 7 — f, sin v sin v sin 7 
+ f7sin 3v cos v cos y — f sin 3vsiny sin v). 
Zsinveosy = sin2v ; —2einysiny = cs2vy—1 
2sin3vcosv — sin4v-+sin2v; —2sin3vsinv = c084v— cos 3y 
ist, so nimmt. das Drehmoment, nachdem man geordnet, die Gestalt an 
4=— MocH|[d, + f3sin2vy + Lsindv]cosy+[— 1, (f,-— A) 0062 v -} £ cos 4 v] sin 71- 
Der zweite Pol P' des Korrektors I gibt zu einem entsprechenden Drehmoment 
A = 41MeH | [(#,+ 1‘) sin 2 v + £', sin 4 v]cos 7 +{— +, — 10062 v + £,cos4v]siny} 
Veranlassung, das zu 4 zu addieren ist. Ist außerdem noch ein zweiter gleicher 
Korrektor II im Azimut v + 180° vorhanden, so verdoppelt sich der Wert und 
wir haben als Drehmoment von zwei solchen Korrektoren 
{7) 42k = McH { [gi asin2r-- m, sindv]cosz7 + [-—gı HB — cos 2 v + g, cos 4 v] sin y| 
wo fit, =, 4 1y=g, gesetzt ist. 
Der Koeffizient g, verschwindet mit # und umgekehrt, 
Stellen wir zur Untersuchung der Rose noch einen dritten und vierten 
ebensolchen Korrektor in den Azimuten v + 90° und v + 270° auf, so liefern diese 
A2K = MeH {[-—(g, +g)sin2 v4 g,sin4v]cos7-+[— g, — (8, — g.) 0082 v-L #. cos 4 v Jein y | 
Das Gesamtdrehmoment ist demnach: 
8) AK = daK + d'2K = ?MeH/g,sin4vcosy-+ [— gg, + gg, cos4v]siny!
	        
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