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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

362 Annalen der Hydrographie und Mariimen Meteorologie, Juni 10908, 
Unsere Beobachtungen, die ja die doppelte Anzahl Ablesungen enthielten, dauerten 
bei Gruppe I 41, Gruppe II 49, Gruppe III 41 Minuten. 
Am zeitraubendsten ist das Umschlagen der Rosen, weil bei ihm die Rosen 
in starke Schwingungen geraten, die mit Hilfe der Arretierung zu dämpfen der 
Beobachter lernen muß. Freilich schwingen auch nach dem Dämpfen die Rosen 
oft stark hin und her, Man muß sich dadurch aber nicht irre machen lassen, 
sondern getrost gleichmäßig weiter ablesen. Das Mittel auch aus stark von- 
einander abweichenden Einzelablesungen wird genau genug werden. Bei unseren 
Beobachtungen unterschieden sich die extremen Kursablesungen an derselben 
Rose in einem Satz durchschnittlich um etwa 9° und gingen in einem extremen 
Fall, wo wir deshalb je 20 Einzelablesungen machten, bis an 30° heran. Bei 
großer Inhomogenität des Feldes kann es vorkommen, daß das Umschlagen über- 
haupt nicht gelingt, Das Mittel, diesem Versager vorzubeugen, ist Verkleinerung 
des Vertikalabstandes der beiden Rosen; doch muß dieser während aller Beob- 
achtungen einer Kurskontrolle der gleiche sein. Der Gang einer solchen wäre 
dann der folgende: 
a) Backbord-Kurs (1), (etwa 2 Strich backbords vom Hauptkurs), etwa 
{0 Minuten zu fahren, Bei Rosenlage Ost abwechselnd etwa je 12 Ablesungen; 
Kurs an der oberen und Kurs an der unteren Doppelkompaßrose. Mittel dieser 
Ablesungen 04 (1) und u, (1), 
Dasselbe bei Rosenlage West, Mittel der Ablesungen 04 (1) und ux (1). 
Daraus ©, und , nach den Formeln 10 und 11. 
b) Steuerbord-Kurs (3), (etwa 2 Strich steuerbords vom Hauptkurs), etwa 
10 Minuten zu fahren. Ablesungen wie vorher, zunächst bei Rosenlage West, 
Mittel dieser Ablesungen 0x (3) und ux (3). 
Dasselbe bei Kosenlage Ost, Mittel dieser Ablesungen 0, (3) und us (8). 
Daraus , und #, nach den Formeln 10 und 11. 
©) Hauptkurs (2), Ablesungen wie vorher, zunächst bei Rosenlage Öst, 
Mittel dieser Ablesungen 6, (2) und 4, (2); dann dasselbe bei Rosenlagze West, 
Mittel der Ablesungen 0x {2) und ux (2). | 
Daraus £, (und eventuell w,}) nach der Formel 10 (bzw. 11). 
Zugleich ist auf dem Hauptkurs der Kompaßkurs des zu kontrollierenden 
Kompasses als Mittel wiederholter Ablesungen zu bestimmen = £ (P). 
Nun wird berechnet: 
(d— A) = 2805 Pe Pk 
Sa 5 ! 
(eventuell kann dieser Wert mit Zuhilfenahme von ı, noch verbessert werden) 
and der magnetische Kurs £= 0 + A + 0— A), wo A, die konstante Doviation 
des Donrnelkompasses, bekannt sein muß, 
Gelegenheit zur Verwendung dieser Methode ist gegeben, wenn 
bei lange Zeit unsichtigem Wetter ungefähr der gleiche Kurs lang zu 
fahren ist, und man Zeit hat, etwa je 10 Minuten zwei Kurse zu fahren, 
die vom Hanptkurs ungefähr 2 Strich nach beiden Seiten abliegen. 
Rechnung und Beobachtung sind einfach, nur muß der Beobachter 
Übung im Umschlagen der Doppelkompaßrosen haben, Voraussetzung 
ist, daß am Doppelkompaßort D für einen Trockenkompaß kompensiert 
und A bekannt ist
	        
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