Sandström, J. W.; Dynamische Versuche mit Meerwasser,
17
liegt, siehe Fig. 15. Es wird aber ebensoviel Wasser wie vorher an dem einen
Ende des Gefäßes erwärmt und an dem anderen Ende des Gefäßes abgekühlt,
and die auf diese Weise umgewandelten Wassermengen müssen längs des Be-
hälters hinströmen. Nun ist aber die Durchflußöffnung für diese Wassermengen
enger geworden, weil die vom Winde hervorgerufene Zirkulation ebenfalls Raum
im Gefäß beansprucht, Dadurch aber wächst der Widerstand gegen den Strom,
die schräge Zwischenschicht stellt sich steiler, und die Bjerknesschen Kräfte
wachsen, bis sie trotz der verminderten Durchflußöffnung das erwärmte und
das abgekühlte Wasser fortzuschaffen vermögen, ‚Jetzt sind aber die Bjerknesschen
Kräfte gleich der Summe der Widerstände infolge Wind und Reibung,
Fi. 15.
3
3
Thermische Zirkulstion bei entgegenwirkendem Winde,
Wenn man dagegen auf die Wasseroberfläche in der Richtung mit dem
Strome bläst, so wird das Oberflächenwasser schneller yorwärts getrieben als
bisher. Gleichzeitig werden jedoch auch jetzt nur die gleichen Mengen wie
vorher an dem einen Ende des Gefäßes erwärmt bzw. am anderen Ende abge-
kühlt, und nur die hierdurch umgewandelten Wassermengen brauchen längs des
Gefäßes hinzuströmen, Da das Oberflächenwasser jetzt schneller als vorher
strömt, braucht das darunter liegende Wasser nicht so schnell wie früher zu
strömen, die Bjerknesschen Kräfte, die es vorwärts treiben, brauchen also nicht
mehr so groß zu sein wie vorher. Die schräge Zwischenschicht legt sich deshalb
beinahe horizontal, siehe Fig. 16. Jetzt sind die Bjerknesschen Kräfte gleich
jem Unterschiede des Widerstandes infolge der inneren Reibung und der unter-
stützenden Kraft des Windes,
Fig. 165.
KA
*
£
Thenpische Zirkulation, vom Winde unterstützt.
Diese Versuche zeigen, wie verschiedenartig und voneinander getrennt die
vom Winde und die durch thermische Ursachen hervorgerufenen Ströme tatsächlich
verlaufen. In Fig. 15 hat der vom Winde erzeugte wirbelnde Strom sogar eine
besondere Zirkulation gebildet, die vom thermischen, wirbelfreien Strome völlig
getrennt ist, In Fig. 16 sind die beiden. Bewegungen zwar vermischt, aber die
Superposition ist so einfach hergestellt, daß man sofort sehen. kann, wieviel von
der Bewegung dem Winde und wieviel thermischen Ursachen zuzuschreiben ist.
7.
Die beiden Versuche, die in Fig. 12 bzw. 14 dargestellt sind, zeigen, daß
es im Meere sowohl Erwärmung wie auch Abkühlung geben muß, wenn eine
geschlossene Zirkulation aus thermischen Ursachen entstehen soll, Die zwei
Any. d. Hyde. aew.. 1908, Helt I.