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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Sandström, J. W.; Dynamische Versuche mit Meerwasser, 
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liegt, siehe Fig. 15. Es wird aber ebensoviel Wasser wie vorher an dem einen 
Ende des Gefäßes erwärmt und an dem anderen Ende des Gefäßes abgekühlt, 
and die auf diese Weise umgewandelten Wassermengen müssen längs des Be- 
hälters hinströmen. Nun ist aber die Durchflußöffnung für diese Wassermengen 
enger geworden, weil die vom Winde hervorgerufene Zirkulation ebenfalls Raum 
im Gefäß beansprucht, Dadurch aber wächst der Widerstand gegen den Strom, 
die schräge Zwischenschicht stellt sich steiler, und die Bjerknesschen Kräfte 
wachsen, bis sie trotz der verminderten Durchflußöffnung das erwärmte und 
das abgekühlte Wasser fortzuschaffen vermögen, ‚Jetzt sind aber die Bjerknesschen 
Kräfte gleich der Summe der Widerstände infolge Wind und Reibung, 
Fi. 15. 
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Thermische Zirkulstion bei entgegenwirkendem Winde, 
Wenn man dagegen auf die Wasseroberfläche in der Richtung mit dem 
Strome bläst, so wird das Oberflächenwasser schneller yorwärts getrieben als 
bisher. Gleichzeitig werden jedoch auch jetzt nur die gleichen Mengen wie 
vorher an dem einen Ende des Gefäßes erwärmt bzw. am anderen Ende abge- 
kühlt, und nur die hierdurch umgewandelten Wassermengen brauchen längs des 
Gefäßes hinzuströmen, Da das Oberflächenwasser jetzt schneller als vorher 
strömt, braucht das darunter liegende Wasser nicht so schnell wie früher zu 
strömen, die Bjerknesschen Kräfte, die es vorwärts treiben, brauchen also nicht 
mehr so groß zu sein wie vorher. Die schräge Zwischenschicht legt sich deshalb 
beinahe horizontal, siehe Fig. 16. Jetzt sind die Bjerknesschen Kräfte gleich 
jem Unterschiede des Widerstandes infolge der inneren Reibung und der unter- 
stützenden Kraft des Windes, 
Fig. 165. 
KA 
* 
£ 
Thenpische Zirkulation, vom Winde unterstützt. 
Diese Versuche zeigen, wie verschiedenartig und voneinander getrennt die 
vom Winde und die durch thermische Ursachen hervorgerufenen Ströme tatsächlich 
verlaufen. In Fig. 15 hat der vom Winde erzeugte wirbelnde Strom sogar eine 
besondere Zirkulation gebildet, die vom thermischen, wirbelfreien Strome völlig 
getrennt ist, In Fig. 16 sind die beiden. Bewegungen zwar vermischt, aber die 
Superposition ist so einfach hergestellt, daß man sofort sehen. kann, wieviel von 
der Bewegung dem Winde und wieviel thermischen Ursachen zuzuschreiben ist. 
7. 
Die beiden Versuche, die in Fig. 12 bzw. 14 dargestellt sind, zeigen, daß 
es im Meere sowohl Erwärmung wie auch Abkühlung geben muß, wenn eine 
geschlossene Zirkulation aus thermischen Ursachen entstehen soll, Die zwei 
Any. d. Hyde. aew.. 1908, Helt I.
	        
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