I58 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1908,
richtigen‘ Lage der Längs- und Quermagnete, um vorausberechnete Spreizwinkel
des Doppelkompasses zu erzielen, recht zeitraubend ist, auch wenn man nach
Herrn Bidlingmaiers Vorschlag nur zuerst so einstellt, daß ein zu kleiner,
dann so, daß ein zu großer Spreizwinkel entsteht, und endlich die Lage der
Magnete interpoliert. Eine weitere Komplikation liegt in der Forderung, das
Schiff auf den betreffenden Kompaßkursen für den Ort des Doppelkompasses zu
halten. Eine direkte Ablesung des Kompaßkurses am Doppelkompaß ist schwierig,
besonders, wenn gleichzeitig der Spreizwinkel verändert werden soll. Man muß
also einen Hilfskompaß benutzen, für den durch Vergleich diejenigen Kompaß-
kurse festzustellen sind, die den äquidistanten Kompaßkursen eines am Ort des
Doppelkompasses sitzenden Trockenkompasses entsprechen.
Differenzmethode der Deviationsbestimmung.
Alle die erläuterten Umständlichkeiten lassen es sehr zweifelhaft er-
scheinen, ob der Doppelkompaß als Kompensationsmittel nach den besprochenen
Methoden eine Zukunft haben kann, Dagegen dürfte die Deviationskontrolle
nach der von Herrn Dr. Bidlingmaier auf S. 211 a, 8. O. mitgeteilten Differenzen-
methode wohl Verwendung finden können, nach der aus den beobachteten Spreiz-
winkeln #, und ı auf zwei benachbarten Kompaßkursen €”, und £, sich für den
mittleren Kurs die Deviation (6 — A} berechnet als:
Hd MM — eh Par Oh
©) (6— A) = 265° tg £ Bent
wo A die konstante Deyviation am Doppelkompaßort ist,
Versuch an Land,
Bei einem Landversuch, den ich nach dieser Methode in der Werkstätte
der Firma Bamberg in Friedenau im November 1907 ausgeführt habe, wurde
sine halbkreisige Deviation erzeugt durch einen Längsmagnet 113 em und zwei
uermagnete 101 em unter der Rosenmitte, die nach Beobachtungen an einem
Trockenkompaß den Koeffizienten B= 3.11° und C = —7.10° entsprach, Mit
lem Doppelkompaß bei 153 mm vertikalem Rosenabstand wurden die in Tab, I
stehenden Beobachtungsergebnisse erhalten. Darin ist £ der magnetische Kurs,
5” der zugehörige Kompaßkurs, und zwar £» nach dem Trockenkompaß, &n nach
lem Doppelkompaß als Mittel der vier Kursablesungen an der oberen und der
unteren Rose bei Spreizung in beiden Sinnen, dp die Devistion, nach GL 9 be-
rechnet aus dem Mittel der Spreizwinkel ıp, der durch Klammern verbundenen
Kurse, die nach dem Vorschlag von Herrn Dr. Bidlingmaier etwa um
A’ = 1 Strich auseinanderliegen, dd, ist die Deviation für das Mittel der
magnetischen, dr für das Mittel der Kompaßkurse nach dem Trockenkompaß,
(öp — Ör) der Fehler unserer Bestimmung nach der neuen Methode:
Tabelle L
Lide. x. £
Fr DD
FA
374 3553 3544 83.06
3574 491 37 81.49
347 | 38.7 8801 76.8
477) 30,2, 488. 7458
6.1! sa0l e3,0 | 22.08
99.1 955 93.7! 75.606
127.8 1265| 82,85
14113 139.21 8542
173,8, 172.2 | 96.26
180.6 1847 | 99.22
263,0 | 264.9 106.68
983.8 981.7 104.87
184,9
18,5
181.9
103,0
260.9
3200
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| 5761 76, 345 1 934 1.47] 622, 41.38
(4.12 —32 33 002 | 10.85 — 1.90 2.021 038
7509) 48 +27 10,77 428 4381) La74
4528 475 L74 12.70 | 42,7 16.78
+ +72 479) 479 1225 4200 100 21,91
AM m 16.78 _ 7a 9.7 ML
—072
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