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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

256 Annalen. der Hydrographie und Maritimen Meteorotogie, Juni 1906, 
und BD — De = Qi als auf Nadelinduktion beruhend ansehen, Man kann dann 
rechnen, daß der der Nadelinduktion entsprechende Anteil Di der Quadrantal- 
deviation für den. Doppelkompaß unkompensiert bleibt, so daß auf Nord- und 
Züdkurs die Richtkraft und damit der Kosinus des halben Spreizwinkels (1 + Di)- 
mal so groß, auf Ost und Westkurs (1 — Di) mal so groß sein muß, Kompensiert 
dagegen ist such für den Trockenkompaß der Betrag D., also für ihn ist die 
Richtkraft im Verhältnis {1 + Ze) vergrößert. Die Längs- und Quermagnete sind 
also so einzustellen, daß auf Nord- und Südkurs ein Spreizwinkel k,., entsteht, wo 
n Kos. ” kı De Sm 
(0) 006735 = cos {14 3) + DO, 
and auf Ost- und Westkurs ein Spreizwinkel Kan, Wo 
; K D 
@) cos FO = cos 3 (145°) (1— 2 
wenn cos 5 = R SZ cos > nach den Beobachtungen mit dem Doppelkompaß vor An- 
bringen der D-Kugel ist, 
In unserm Beispiel hätte man, um D = 71° für den Fluidkompaß zu 
kompensieren, zwei 21,5 em-Kugeln in 360 mm Abstand setzen müssen, Diese 
würden bei einer Trockenrose nur D; = 4.3° kompensieren, so daß Di = D—Da 
— 9.8°, mithin D = 0.075 und Di == 0.049 wird, k war (aus den [-Beobachtungen) 
— 90.1° gefunden worden, so daß nach obigen Formeln Kas == 812° und Kow == 92,0° 
wird. Diese Spreizwinkel hätten also mit Hilfe der Längs- und Quermagnete auf 
Nord- bzw. Ostkurs erzielt werden müssen, nachdem die 21,5 cm-Kugeln saßen, 
am den Platz für einen Fluidkompaß zu kompensieren. 
Bei großen Werten von D (es kommen Werte von D über 30° vor) wird 
diese Methode ein aussichtsloses Unternehmen sein wegen der Ungenauigkeit, mit 
der der Kompensationswinkel gefunden wird, Man wird deshalb im allgemeinen 
oher an die Aufgabe zu denken haben, wie ein roh kompensierter Kompaßplatz 
mit dem Doppelkompaß nachzukompensieren sei, Nehmen wir, um uns über diesen 
Fall klar zu werden, an, daß am gänzlich unkompensierten Kompaßort die 
Richtkraft 2 und die Quadrantaldeviation D vorhanden gewesen sei; davon sei mit 
Kugeln ein Betrag V' für den Fluidkompaß wegkompensiert, wo Y = D'; (Nadel- 
induktion) + D'%. (Erdinduktion} ist, Das ursprüngliche 2 ist dadurch für 
ET 
den Fluidkompaß zu Ar = Ä (1 + 5) geworden. Für den Doppelkompaß ist nur 
© kompensiert und Aa == A (1 ZZ zZ) geworden. Unkompensiert bleibt für den 
Doppelkompaß Da = BD — Ve. Dies Da wird durch die Untersuchung mit dem 
Doppelkompaß ermittelt. Der der vorhandenen Anordnung der ©-Kugeln ent- 
sprechende Wert Ds kann aus der Tabelle im »Lehrbuch der Navigation«, Ba. 1, 
S, 443, entnommen werden, falls das ursprüngliche 2 annähernd bekannt ist. 
Hat man durch Sechwingungsbeobachtungen an Land und an Bord bei der gegen- 
wärtigen Stellung der Kugeln Aa bestimmt, so erhält man einen genaueren Wert 
des ursprünglichen. £ aus 4 = HA Aus den bekannten Werten Da und Yo 
1+ 3 
ergibt sich Di -+D= 9 
Nun versetze man die D-Kugeln so, daß sie nach der Tabelle im »Lehr- 
buch der Navigatione, Ba. I, S. 441, für den Fluidkompaß beim Wert 4 die 
Deviation © kompensieren. Aus den Tabellen erkennt man die Teilo von ©, 
nämlich Dr und De. Für den Doppelkompaß ist nach der Küugelversetzung nur 
De kompensiert, Dir unkompensiert und Ar = A (1 + =) geworden, Es wird jetzt 
auf den Kardinalkursen, wenn man in Gleichung (1) für £ 44 einsetzt:
	        
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