accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Maurer, H.: Bestimmung und Kompensation von Deviationen mit dem Doppelkompaß usw. 255 
und ein dann eingesetzter Trockenkompaß erwies sich bei Beobachtungen auf 
acht Kursen bis auf Reste von + 1.5° kompensiert. 
Erwähnt werden muß indessen, daß die vor der Kompensation mit dem 
Trockenkompaß bestimmten Deviationskoeffizienten die Werte hatten: 38 — -—0.130; 
C = 0.107; D = 0.122, also mit den Doppelkompaßresultaten aus den X-Beob- 
achtungen besser übereinstimmten als mit jenen aus den Ö-Beobachtungen. Da- 
gegen war der aus den Z-Beobachtungen ermittelte Kompensationswinkel k’ ent- 
schieden der richtigere, Auch zeigt sich, daß bei einer Berechnung nur aus den 
Kardinalkursen und nur aus den Interkardinalkursen sich bei den S-Beobachtungen 
sehr nahe die gleichen Werte ergeben, während die aus den Z/’-Beobachtungen 
erhaltenen Werte in beiden Fällen stark voneinander abweichen: 
BB C ® K k' 
Z-Kardinalkursen — 0.154 0.096 0118 90.5 85.9 
* Jnterkardinalkursen — 0.165 0.087 - 80.5 85.2 
Y.Kardinalkursen — 0.119 0.006 .122 02,3 87.6 
_[nterkardinalkursen — 0.119 41.128 — 9-6 90,2 
Daß die Beobachtungen auf den Kardinalkursen für 5 und X’ besser über- 
einstimmende Resultate ergeben als auf den Interkardinalkursen, ist unmittelbar 
einzusehen, wenn man die Gleichungen (2) und (3) miteinander vergleicht. Ihren 
Hauptunterschied bildet das Glied (— D sin ö sin 2 (), dessen Faktor sin 2X auf 
den Kardinalkursen verschwindet und auf den Interkardinalkursen seine extremsten 
Werte annimmt, 
Da die gefundenen Werte von 3 und € gar nicht gebraucht werden, wohl 
aber die von k und ©, so liefern in der Tat die Z-Beobachtungen das bessere 
Resultat. Unter den S’-Beobachtungen, von denen man ja in der Praxis 
allein ausgehen kann, geben die nur auf den Kardinalkursen beob- 
achteten Spreizwinkel den besten Wert für den Kompensationswinkel 
k’ nach der Formel cos k. =1+ 5)cos Si immerhin ist er aber noch etwa 2° 
zu groß. Man muß also nach der Längsmagneteinstellung auf Nordkurs doch 
auf Südkurs den Spreizwinkel beobachten und noch einmal nachkompensieren, so 
daß die Methode, jedenfalls bei größeren Werten von ®%, zu umständlich erscheint, 
Kompensation von Fluidkompassen. 
Das bisher besprochene Verfahren führt nur zur Kompensation eines 
Trockenkompasses, Für Fluidkompasse könnte man nach der vorigen Methode 
irgendwo auf dem Schiff einen Hilfstrockenkompaß kompensieren und mit diesem 
dann die Fluidkompasse vergleichen, Will man aber den für den Doppelkompaß 
kompensierten Kompaßort für einen Fluidkompaß nachkompensieren, so sind zu- 
nächst die D-Kugeln weiter abzusetzen oder durch kleinere zu ersetzen, um das 
ermittelte © richtig zu kompensieren, weil infolge der Nadelinduktion dieselben 
Kugeln in gleicher Lage beim Fluidkompaß viel höhere Beträge von © als beim 
Trockenkompaß kompensieren. [Die im obigen Beispiel verwendeten 25.5 em- 
Kugeln in 355 mm Abstand, die beim Trockenkompaß 7.0° D kompensieren, würden 
beim großen Fluidkompaß der Kaiserl. Marine 11.8° kompensieren und dieselben 
Kugeln beseitigen bei einer Richtkraft A == 0,7 in 325 mm Rosenentfernung beim 
Trockenkompaß 10° D, beim großen Fluidkompaß aber 25.7° D.) Durch die Ver- 
setzung der Kugeln geht nun die Kompensation von 3 und € wieder teilweise 
verloren, weil die Induktion der Längs- und Quermagnete auf die YD-Kugeln ab- 
nimmt. Man muß also nach dem Versetzen der Kugeln wieder nach einem Hilfs. 
kompaß auf jenen Kurs gehen, wo der Trockenkompaß Nord anlag, und nun 
durch Verschieben der Quermagnete auch den Fluidkompaß auf Nord bringen 
und dann die analoge Operation auf Ostkurs ausführen. 
Sollen aber schon bei der Kompensation mit dem Doppelkompaß die Kugeln 
so gesetzt werden, wie es für einen Fluidkompaß richtig ist, so wäre D für den 
Doppelkompaß nur zum Teil kompensiert, Sicht man z.B. aus den Tabellen im 
‚»Lehrbuch der Navigation«, Bad. I, S. 441 und S. 443, daß eine bestimmte An- 
ordnung von D-Kugeln für den Fluidkompaß einen Betrag ©, für den Trocken- 
kompaß aber nur %. kompensiert, so darf man annähernd ©. als auf Feldinduktion 
Aus
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.