254 Annalen. der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1908,
X = 2(1 + D) sein.] Infolgedessen wird auch der Kompensationswinkel k ge-
ändert; an seine Stelle tritt k', wo cos C = - COS x = (1+ 5) 005 5 ist. In dem
auf S. 209 angegebenen Beispiel von Herrn Dr. Bidlingmaier ist % = 0.094,
008 5 — 0.7835 und k — 76.8°°. Den genauen Wert k’ findet man alko aus:
cos 5 = 1.031 -0.7835 zu k'’=—72.2%. Hätte man also, um zu kompensieren, auf
Nord- und Ostkurs den Spreizwinkel 76,8” erreicht, so würde man auf Süd- und
Westkurs statt desselben einen Spreizwinkel von nur etwa 67.6° erhalten.
Herr Dr, Bidlingmaier hatte sein Instrument in dankenswerter Weise
dem Reichs-Marine-Amt zur Verfügung gestellt, Bei einem praktischen Versuch,
den ich damit an Land ausführen konnte, habe ich sowohl auf 8 äquidistanten
Kompaßkursen £, die nach einem vorher eingehängten Trockenkompaß bestimmt
worden waren, als auch auf 8 äquidistanten magnetischen Kursen £ die Spreiz-
winkel &, und zwar jedesmal im Mittel der Spreizungen nach beiden Seiten, be-
stimmt und daraus 9 € © k und k’ berechnet, Es wurde gefunden:
Kompaßkurse * Maynetische Kurse *
Daraus
SL
17.589 (6746
34,98 0.5739
57.15 0.5424
15.72 0.6508
28.12 0.8806
35.52 0.8109
7.58 (1.6746
48.12 (6676
ı Mittel 0,6855 .
x fällt also um rund 4° Kleiner aus, wenn man von den magnetischen Kursen
ausgeht, und ebenso führt die Berücksichtigung der Richtkraftverstärkung durch
die D-Kugeln zu einer nochmaligen Verkleinerung des Kompensationswinkels
am etwa 4°.
Der praktische Versuch der Kompensation wurde so ausgeführt, daß zu-
nächst zwei 25.5 ecm-D-Kugeln in 355 mm Rosenmittendistanz aufgesetzt wurden,
die bei einem Trockenkompaß D = 7° oder DZ = 0.122 kompensieren (vgl. z. RB.
‚Lehrbuch der Navigation«, herausg, vom Reichs-Marine-Amt, Bd, I, S, 443), Dann
wurde nach der Vorschrift von Herrn Dr. Bidlingmaier versucht, durch einen
Längsmagneten auf Nordkurs den Spreizwinkel 93.5“ zu erzielen und auch
xy = 93.1° erreicht; analog wurde auf Östkurs durch einen Quermagneten
Yo = 92,8% erzielt, Ging man aber nun auf Süd- und Westkurs, so zeigte sich
in der Tat die Kompensation nicht erreicht, wie man nach der Vorschrift von
Herrn Dr. Bidlingmaier erwartet hätte; vielmehr ergaben sich die Spreizwinkel
= 788° und = 74,3°. Den richtigen Kompensationswinkel k‘ erhalten wir
mithin aus der Formel:
nf Ga 16 RR GO. 55 74 5©7
van 5 = 4 00n PIE 006 EL eo cos BE = 7808
zu k = 85.1° in guter Übereinstimmung mit dem oben aus den Beobachtungen
auf den magnetischen. Kursen unter Berücksichtigung der Richtkraftverstärkung
berechneten Werte von k”, womit die Richtigkeit der obigen theoretischen Äb-
leitung auch durch den Versuch bestätigt ist. Nach längerem Probieren gelang
es denn auch, die Längs- und (uermagnete so zu setzen, daß auf den vier Kursen
nahezu die gleichen Spreizwinkel erschienen, nämlich:
X 41,555 0.7122
Ö 41.92 441
8 42,95 07320
Wr 41.40 0.7501
Mittel 70 73
426 4.0788
34.05 SQ
56.38 3586
41,73 A7461
26.40 (8057
33.20 0,8367
K.45 0.6886
15.15 6072
AMittel 0.7051
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