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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

252 Annalen der Hrdrographie und Maritimen Meteorologie, ‚Juni 1908. 
yradienten entstehen. Ferner führt der ablandige Monsun feine Staubteilchen 
mit auf das Meer und trägt so ebenfalls zum unsichtigen Wetter bei, 
Daß das Auftriebwasser erst im Juni sich geltend macht und die Xebel- 
häufigkeit im Mai so sehr viel geringer ist als im Junj, obwohl auch im Mai 
schon Südwestwinde ganz überwiegend herrschen, erklärt sich aus der ver- 
schiedenen Windstärke in den beiden Mönaten. Die Windstärke für alle Winde 
zwischen S und W beträgt zwischen 10° und 12° N-Br.,, 51° und 53° O-Le, im 
Mittel 3.7 B im. Mai, dagegen 6.2 B im Juni, Das Verhältnis der Windstärken 
ist also 1:;1.7. Diese Werte sind dem Atlas: »Barometerstanden en Winden ete, 
bei Kaap Guardafui«, herausgegeben vom Kgl. Niederländischen meteor. Institut, 
Utrecht 1889, entnommen. Erst der starke Monsun verursacht den Aufiriebh 
sehr kühlen Wassers, 
Zum Schluß mag noch auf eine Eigentümlichkeit hingewiesen werden, 
deren Erklärung nicht £0 leicht scheint, wenn man die Untersuchung nicht auf 
ain größeres Gebiet seewärts ausdehnt. 
Das Vorrücken der Nebelhäufigkeit vom Februar bis Mai erfolgt gewisser 
maßen in einem Saume, am Lande entlang. Im Juni ändert sich dies; die größte 
Nebelhäufigkeit liegt im SO, weiter weg vom Lande, Juli und August zeigen 
eine Rückkehr zu den ursprünglichen Verhältnissen, zum Saum, Der September 
zeigt wieder eine Abweichung in demselben Sinne wie der Juni, nur noch deuf- 
licher die größte Nebelhäufigkeit im Osten, fern vom Lande, aufweisend. Da 
die Erscheinung in zwei getrennten Monaten auftritt, im duni und September, 
kann sie nicht einer ungenügenden Zahl von Beobachtungen zugeschrieben 
werden, sondern muß tatsächlich bestehen. In der Abnahme der Nebelhäufigkeit 
von See aus nach der Festlandküste hin liegt bei der großen Nebelhäufigkeit 
auch an der Küste selbstverständlich nicht die Aufforderung, sich in den beiden 
Monaten der Küste mehr zu nähern, als es die übliche Vorsicht auch olınedies 
gestatten würde. E. Knippine. 
Bestimmung und Kompensation von Deviationen mit dem Doppelkompaß 
von Dr. Bidlingmaier. 
Yan Prof, Dr. H. Maurer, 
In dieser Zeitschrift 1907, S. 198, hat Herr Dr. Bidlingmaier seinen 
Doppelkompaß beschrieben, ein Instrument, das ähnlich wie der Deflektor mittels 
Ablenkungen einer Kompaßrose durch ein bekanntes magnetisches Moment die 
Richtkraft auf den verschiedenen Kursen zu bestimmen und auszugleichen ge- 
stattet, Der wesentliche Unterschied vom Deflektor ist der, daß das ablenkende 
Moment selber von einer der abgelenkten möglichst gleichen Rose geliefert wird, 
die vertikal über der abzulenkenden in einem regulierbaren Abstande auf einer 
Pinne spielt, Die von dem Erfinder an mehreren Stellen!) genauer ausgeführte 
Theorie ergibt, daB, von kleinen Korrektionen abgesehen, bei gleichen Vertikal 
abstand der beiden Rosen sich die Richtkräfte auf verschiedenen Kursen wie die 
Kosinus der halben Spreizwinkel zwischen beiden Rosen verhalten, also 
HıcH, = 008 Tr : CO S, 
so daß H= F- cos 5 gesetzt werden kann, wo F bei bestimmtem KRosenabstand 
konstant ist, 
Der Bestimmung der Deviationskoeffizienten legt Herr Dr. Bidlingmaier 
die Gleichung 
{1} SE = 14 Mecosf-—- Kein + Del — KanZ 
. ‘ »Dentsche Südpobr-Expedition 1901—1903«, Band V, Erdmagnetismus I. Berlin, 
„Tische Zeitschriftz 1907, S. 176 und S&. 44404 
„Physi-
	        
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