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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Ta 
Annalen der Hrdrographie und Maritimen Meteorologie, Januar L908, 
die gleiche Farbe erhalten, wodurch es unmöglich wäre, die Scheidefläche fest- 
zustellen. Da aber diese Fläche gerade das Kraftfeld, das den Golfstrom vor- 
wärts treibt, sehr deutlich hervortreten läßt und somit von der größten Wichtig- 
keit ist, habe ich 80 lange hiermit Versuche angestellt, bis es mir endlich gelang, 
liese Fläche deutlich sichtbar zu machen, 
Dies wird in der Weise bewerkstelligt, daß man eine intermediäre Schicht 
zwischen die beiden Schichten einschaltet, die beim Versuche die beiden Golf- 
stromschichten darstellen sollen, Da diese Schicht nicht an der beim Versuche 
nachgeahmten Golfstromzirkulation teilnimmt, kann sie anders gefärbt werden 
als das zirkulierende Wasser, Dieses Jetztere reißt nun Wasserteile von der 
intermediären Schicht los, so daß diese schließlich ziemlich dünn wird und den 
Eindruck einer Fläche macht, die in schräger Richtung steht, 
Bei Ausführung des Versuchs geht man am zweckmäßigsten von dem letzten, 
in Fig, 12 dargestellten Versuche aus. Wenn der Versuch so weit gediehen ist, 
wie Fig, 12 zeigt, bringt man an einem Ende des Gefäßes unten am Boden — 
wie aus Fig, 14 ersichtlich — eine Wärmequelle in Form einer von heißem 
Wasser durchströmten Metallröhre an, Das rot gefärbte Wasser sinkt dann an 
der Stelle, wo das Eis liegt — A —, abwärts und steigt an der Stelle, wo die 
Wärmequelle — B — angebracht ist, aufwärts, wodurch also eine geschlossene 
Zirkulation um den ungefärbiten Wasserstreifen — © — herum entsteht, Dieses 
Wasser bildet, wie Fig. 14 zeigt, eine schräge, linsenförmige Schicht, die nach 
und nach mit fortschreitender Zirkulation des amgehenden roten Wassers immer 
dünner wird, so daß sie schließlich den Eindruck einer schrägen Fläche macht. 
Fir, 14 
ie A 
wi‘ 
= 
Erd 
Zirkulation, hervorgerufen durch Eisschmelzung an. der Obertläche und Erwärmung in der Tiefe. 
Bei diesem Versuch können wir alles, was oben vom Golfstrom gesagt 
wurde, im kleinen vorführen, Das Eis — A — beim Versuche, Fig, 14, ent- 
spricht dem Polareise, und die Wärmequelle — B — am Boden des Gefäßes der 
tief herabreichenden Konvektion in den Tropen, Das obere warme Wasser ent- 
spricht dem nordwärts gehenden, das untere abgekühlie Wasser dem unteren, 
südwärts gehenden Zweige des Golfstroms. Zwischen ihnen liegt eine dünne, 
schräge Schicht, die der schrägen Scheidefläche zwischen den beiden Golfstrom- 
schichten entspricht. Infolge der Schrägheit dieser Fläche nehmen die obere 
warme sowie die untere kalte Schicht eine keilförmige Gestalt an, und. es treten 
in beiden Schichten Bjerknessche Kräfte auf, die von den dickeren nach den 
dünneren Enden dieser Schichten gerichtet sind. Diese Kräfte treiben warmes 
öberes Wasser gegen die Stelle, wo das Kis liegt — A —, und das kalte untere 
Wasser gegen die Stelle, wo die Erwärmung statifindet — B —, genau wie im 
Falle des Golfstroms, Sie passen sich dem Widerstande an, den der Strom zu 
überwinden hat, und werden gerade so groß, daß sie imstande sind, das durch 
das Eis abgekühlte Wasser bzw, das am anderen Ende des Gefäßes erwärmte 
Wasser wegzuführen, Der Widerstand gegen die Bewegung des Wassers hängt 
aber nur von dessen eigener innerer Reibung ab. Die Bjerknesschen Kräfte im 
Gefäß geben also ein Maß für den Widerstand, der sich infolge der inneren 
Reibung des Wassers dem Strome entgegenstellt. 
Wenn wir nun auf die Wasseroberfläche in der Richtung gegen den Öber- 
flächenstrom blasen, so entkteht dadurch eine besondere Zirkulation in der Kich- 
tung des Windes in dem Teile des Wassers, der am nächsten der Öberfläche
	        
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