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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Capelle: Die vom Reichs-Marine-Anıt herausgegebenen Gezeitentafehn in ihrer neuen Form. 9249 
Die Tidekonstanten, welche sonst zusammengefaßt an den Schluß der aus- 
führlichen Gezeitenangaben gesetzt und nur auf die beiden Basisorte Cuxhaven 
und Sandy Hook bezogen waren, sind jetzt, wie bereits ausgeführt, unter erheb- 
licher Vermehrung der Basisstationen, jedesmal am Schlusse desjenigen Landes 
eingefügt, dem die Basisstation entlehnt ist, Da, wo eine Basisstation für Hafen- 
orte verschiedener Länder in Betracht kommt, sind Unterabteilungen gebildet 
worden; in diesen haben die Plätze dem Alphabet nach Aufnahme gefunden und 
nicht, wie bisher, ihrer geographischen Lage nach. So wird durch diese Neuerung 
einmal zeitraubendes Umblättern erspart und das Auffinden eines gesuchten Ortes 
erleichtert. 
In dem II. Teile mußte von einer alphabetischen Anordnung der Hafen- 
plätze Abstand genommen werden, weil darunter die Übersicht des Ganzen ge- 
litten hätte und zudem auch der Vorteil aufgegeben worden wäre, der sich aus 
der geographischen Gliederung ergibt und darin besteht, daß man aus der Größe 
der aufgeführten Hafenzeiten sich ein Bild von dem Verlauf der Gezeitenwelle 
an den verschiedenen Küsten machen kann, Um indessen auch hier das Auf- 
finden der einzelnen Orte gegen früher zu erleichtern, ist einmal das Sach- 
register aus der Mitte des Buches, wo es wenig in die Augen fiel, heraus- 
genommen und an das Ende, wo man es für gewöhnlich vermutet, gesetzt worden. 
Weiterhin ist es sehr erweitert worden. In den bisherigen Gezeitentafeln 
beschränkte es sich darauf, die einzelnen Länder, Küstenstriche und Inseln auf- 
zuführen, jetzt sind, alphabetisch angeordnet, sämtliche Orte und Namen auf- 
genommen, welche in dem Buche überhaupt vorkommen, So kommt das Sach- 
register in seiner neuen Gestalt auch den anderen Abschnitten zugute, die an 
dem alten bisher keinen Anteil hatten, 
Die Tafeln, welche früher zerstreut in dem Buche untergebracht waren, 
sind neuerdings im IV. Teile übersichtlich zusammengefaßt und somit auch 
leichter aufzufinden wie ehedem, 
Im Zusammenhange mit der Anordnung des Stoffes mußte auch noch eine 
weitere Frage zur Entscheidung gebracht werden, nämlich die, welche Zeitarten 
für die Gezeitenangaben am zweckmäßigsten zu wählen waren. 
Es ist zweifellos das richtigste, für diese Wahl den Gesichtspunkt gelten 
zu lassen, derjenigen Zeitart den Vorzug zu geben, nach welcher der Schiffs- 
dienst geregelt wird und demnach auch die Schiffsuhren gestellt sind. Dies ist 
innerhalb des Bereichs der Deutschen Bucht der Nordsee die Mitteleuropäische 
Zeit, außerhalb derselben die mittlere oder wahre Ortszeit. Deshalb sind bei den 
deutschen Häfen die Zeitangaben nach gesetzlicher (Mitteleuropäischer) Zeit ge- 
macht worden und bei den ausländischen Häfen nach mittlerer Ortszeit, Aus 
demselben Grunde sind auch bei den Tidekonstanten, welche sich auf Cuxhaven 
als Basisstation beziehen, die Korrektionen gegen gesetzliche Zeit vorangestellt 
und bei den übrigen Häfen diejenigen gegen mittlere Ortszeit, Darüber hinaus 
ist aber auch Vorsorge getroffen, daß sich eine Umwandlung der gesetzlichen 
Zeit in mittlere Ortszeit und umgekehrt und der wahren Ortszeit in mittlere 
Ortszeit unschwer bewerkstelligen läßt. Zu diesem Zwecke sind am Fuße jeder 
Seite der ausführlichen Gezeiten die betreffenden Korrektionen mit ihrem Vor- 
zeichen angegeben, und bei den Tidekonstanten sind neben den Korrektionen 
für gesetzliche Zeit in einer zweiten Spalte die Korrektionen aufgeführt, welche 
an die Daten der Basisstation anzubringen sind, wenn man mittlere Ortszeit 
haben will. 
Zur Verwandlung von wahrer Ortszeit in mittlere Ortszeit findet sich im 
Kalender für jeden Tag des Jahres die Zeitgleichung angegeben, mit einem Ver- 
merk im Kopf jeder Seite, ob sie mit positivem oder negativem Vorzeichen an- 
zuwenden ist. 
Wie wir gesehen haben, gestatten die Gezeitentafeln nicht, in allen Fällen 
die gesuchten Hoch- und Niedrigwasserzeiten unmittelbar dem Buche zu ent- 
nehmen, es sind vielmehr des öfteren kleinere Rechnungen auszuführen, um das 
gewünschte Resultat zu erhalten, Deshalb erscheint das Verlangen gerecht- 
fertigt, um Irrtümer von vornherein zu vermeiden, die geforderten Rechen-
	        
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