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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

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Anyalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1908, 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Pierre Engel: Deviations des Compas. Etude g6ometrique, Compensation du 
compas Thomson. 8% 64 5, m. 4 Tafeln und magnetischen Karten. Paris 1907, 
Wie der Titel sagt, 3 das Büchlein eine Darstellung der Deviationstheorie auf Grund geo- 
metrischer Betrachtung, Die Methode ist durchaus synthetisch; es werden die verschiedenen am Kompaßb- 
orte vorhandenen magnetischen Felder, das erdmagnetieche, das dem festen umdl das dem induzierten 
Schiffemagnetismus entsprechende betrachtet, Insbesondere wird das Jetztere zerlegt in drei Felder, 
ron denen das erste fest in der Horizontalcbene, das zweite fest im Schiff ist, während das dritte sich 
a demselben Sinne und mit der BON Geschwindigkeit dreht wie das Schiff. Nachdem diese 
Resultate durch Vetrachtung von. Induktionsstangen in verschiedenen Lagen abgeleitet. sind, wird die 
Deviationsformel aus dem Kräfteliagramm abgelesen, Ein bemerkenswerter, weil in den meisten Lehr- 
düchern zu kurz kommender Abschnitt erörtert die Frage der physikalischen Grundlagen des Induktions- 
roblems, den Verlauf der -— gewöhnlich unbesehen als Konstante eingeführten — Mayguetisierungs- 
Saakon für schwache induzierende Felder und ihre Abhängigkeit ron der Temperatur. Der dritte 
Abschnitt des Werkes beschäftigt sich mit dem Thomson-Kompaß and seiner Kompensation; der 
Fluidkompaß wird nur gelewentlich einmal erwähnt, wie denn auch von der Nadelinduktion an keiner 
Stelle die Rede ist. Im vierten Abschnitt ist von verschiedenen teils theoretischen, teils praktischen 
Dingen die Rede, Es sel hier besonders auf die 
Morelsche Gerade aufmerksam gemacht, Eine 
halbkreisige Ablenkung 
56 = B-sinz-- C+0c0sz 
werde in Polarkoordinaten dargestellt, indem x 
Als Winkel und 6 als Radius vector aufgetragen 
wird, Der Endpunkt yon # liegt auf einem Kreise 
durch den Anfangspunkt, (Siehe die Fisur, in der 
im Maßstab 1° = 33mm, Bis 109, C = +79 
pewählt ist.) Xach Morel führt man nun diesen 
Kreis durch Inversion in eine Gerade über. Man 
Setzt @ =E, wo P eine konstante Zahl {in der 
Figur it P— 100 gewählt), Der Endpunkt von 
2 Kiegt auf einer Geraden, Diese Gerade kann ge- 
zeichnet werden, sobald zwei — nicht zu nahe bei. 
| einander Negende — Punkte von ihr gegeben. d.h, 
sobald 5 auf zwei Kursen beobachtet ist. Sind mehr als zwei Punkte bekannt, so müssen sie auf 
ziner geraden Linie Kcgen, Falls das wegen der Beobnchtungsfehler nicht der Fall ist, #0 wird man 
dureh Ziehen einer mittleren Geraden jene Fehler ausgleichen. Entnhumt man der Zeichnung die den 
vollen Kompaßstrichen entsprechenden Werte des go, so kann man leicht durch die Formel $ = 5 
wieder zu den Deviationen selbst übergeben. . . 
In derselben Weise kann man den veränderlichen Teil der Deriation, «der durch die Formel 
. 4% = 4ABesinz-} dU«c08% 
Jarstellbar ist, behandeln, 
Meldan. 
Merz, Dr. A.: Beiträge zur Klimatologie und Hydrographie Mittelamerikas, 
8% 965. m. 4 Taf, Leipzig. © G. Neumann, 
In der vorliegenden Abhandlung hat der Verfasser die Beziehungen dieses Gebietes namentlich 
zwischen Niederschlag, Verdunstung und Abfluß einer eingehenden Untersuchung unterzogen, Zu 
zrunde gelegt wurden EN die von der Bundesregierung der Vereinigten Staaten von Xord- 
amerika in den Jahren 1697 bis 1901 veranlaßten meteorologischen Beobachtungen zur Eutscheidung 
der Frage, ob die Landenge von Panama oder Nikaragna sich besser zur Anlage eines Kanals eigne, 
Nach diesen ‚Beobachtungen sind vier Gebiete zu unterscheiden: . | 
a) Das Passatgebiet mit ziemlich yleichmäßiger Regenverteilung über das ganze Jahr und sehr 
hohen Niederschlagswerten, bis über 6000 mm. 
b) Das Ein mit beträchtlich geringeren Niederschlagswerten, einem ausgeprägten 
Regenmaximung I den Sommermonaten und einer Trockenzeit vom Februar bis April. . 
= €) Das Veranogebiet mit Niederschlagswerten von. über 1600 mm nur noch in den Rand- 
gebieten wie noch schärfer ausgeprägten Sommerregen und einer fast absoluten Trockenzeit in den 
Monaten Februar bis April. 
J) Das Südwestgebiet mit ähnlicher vielleicht noch schärfer ausgeprägter jJahreszeitlicher Rexen- 
verteilung wie das Veranogebiet, aber höheren jährlichen Niederschlarswerten,
	        
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