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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Kleinere Mitteilungen, 
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Annäherung zum Feuerschiff wurden die Töne dann allmählich sehr deutlich 
und scharf. Durch mehrfach vorgenommene Kursveränderungen war es uns 
möglich, die Richtung des Feuerschiffes innerhalb eines Striches bestimmen zu 
können. Um 1% N. hörten wir die Nebelsirene des Feuerschiffes sehr schwach 
St-B. voraus, passierten das Feuerschiff um 1% 23min N, 1 Sm an St-B. nach 
Schätzung des Nebelsignals, in welchem Abstande dasselbe auch passiert werden 
sollte, Die letzten Töne der Unterwasserglocken wurden um 1% 39a N, vernommen. 
Während der. ganzen Zeit hatten wir dichten Nebel, leichte Süd- bis 
Südwest-Winde und fast ruhige See, 
Bemerken möchte ich noch, daß bei der so sehr reduzierten Fahrt (etwa 
15 Knoten Fahrt) kein Geräusch durch Bugwasser und Wellen am Bug des Schiffes 
erzeugt wurde; und daß in der Umgebung des Telephons vollständige Ruhe herrschte.“ 
5. Welt-Zeitsignal. Die französische Akademie der Wissenschaften hat einem 
aus den Mitgliedern der astronomischen, geographischen, Schiffahrts- und Physik- 
Abteilung bestehenden Ausschusse die Frage zur Erwägung überwiesen, wie und 
ob sich Zeitsignale für die ganze Erde mit Hilfe der Funkentelegraphie einrichten 
lassen, Die Anregung gab Herr Bonquet de la Goye, dessen in Comptes rendus 
hebdomadaires des seances de lVAcademie des sciences t. CXLVI Nr. 13 ver- 
öffentlichte Denkschrift hier im Auszug wiedergegeben wird: 
Ein kurzer Rückblick über die Entwickelung der Längenbestimmung zeigt, 
daß diese von der Zuverlässigkeit der Uhr, die die Zeit des ersten Meridians 
zeigt, abhängt; durch fehlerhafte Angaben der Seeuhren sind schon viele Schiffe 
gefährdet worden. Könnte nicht die Funkentelegraphie an Land wie auf See 
und zwar für die ganze Erde die Zeit eines ersten Meridians angeben? 
Die Hertzschen Wellen von der Funkentelegraphenstelle des Eiffelturmes 
in Paris haben 2000 km Reichweite, die durch Vermehrung der Stromstärke sich 
verdoppeln ließe. 
Errichtete man beispielsweise auf dem Pik von Teneriffa in 3710 m Höhe 
eine Station mit einer zum Meer herabgeführten Antenne von 14 km, so würde 
die jetzige Reichweite leicht verzehnfacht werden, d. h. die Signale würden die 
Antipoden erreichen, . 
Es würde sich nicht um eine Funkspruchstelle des Weltverkehrs hierbei 
handeln, sondern nur um einmalige Abgabe am Tage eines Signals von aus- 
nehmender Intensität, das die Zeit eines ersten Meridians angibt, zu dem als 
Analogon der Fortpflanzung über die ganze Erde die Krakatau -« Luft- und 
Wasserwelle angeführt werden möge, die von allen Schreibbarometern und selbst- 
tätigen Flutmessern registriert wurde, 
Dies Zeitsignal müßte um Mitternacht abgegeben werden, damit es auf 
seinem Wege nach allen Richtungen halb um die Erde nicht durch den Einfluß 
der Sonne auf die elektrische Welle beeinträchtigt wird, Dies Zeitsignal müßte 
ein internationales sein, d, bh. nur die Zeit eines festzusetzenden ersten Meridians 
angeben und nicht etwa nacheinander die Zeiten der verschiedenen Länder, 
Die Möglichkeit des Aussendens dieses Welt-Zeitsignals hat Herr Becquerel, 
Vorsitzender der Kommission für drahtlose Telegraphie, und Amiral Gaschard, 
Vorstand des technischen Dienstes der Marine angenommen. Der letztere hält 
die Benutzung des Piks von Teneriffa nicht für nötig, sogar eher den Berg 
selbst für schädlich, dagegen eine 6 km lange flache fern von jedem Berg liegende 
Meeresküste für geeignet und schlägt die Küste von Guet’ndar (Senegal) im 
Gebiet des Passates hierzu vor, 
Jedenfalls würde ein Welt-Zeitsignal die Sicherheit der Seeschiffahrt sehr 
erhöhen und an Land die langwierige Längenberechnung unnötig machen. 
Praktisch erproben ließe sich der Vorschlag wenn nach Verstärkung des 
Stromes und Verlängerung der Antennen vom Eiffelturm um Mitternacht Pariser 
Zeit ein Signal gegeben würde, das von den das Atlantische Meer befahrenden 
zahlreichen Schiffe aufgenommen werden kann. 
Bei diesem Versuche würde man die erforderlichen Erfahrungen für die 
Welt-Zeitsignalstelle sammeln. Es möge daher dem Marineminister dieser Vor- 
schlag unterbreitet werden, M.
	        
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