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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

996 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1908. 
Tags darauf die Nordgrenze des Südostpassates überschritten, Im Verlauf der 
Reise bis Swakopmund, das am 1. Dezember erreicht wurde, fand Kapitän 
Pohlenz einen sehr raumen, mäßigen bis frischen Passat bei meist bewölktem 
Himmel. Im Benguelastrom wurden nur schwache nördliche Versetzungen be- 
merkt, nahe der Küste vor Swakopmund wurde Stromstille oder eine schwache 
südsüdöstliche Strömung gefunden, In Swakopmund selbst, wo der Dampfer bis 
zum 12, Dezember lag, wechselten nachts Landwind und tags Seebrise regelmäßig 
ab; die bekannte hohe Dünung aus Süden auf dieser Reede wurde öfters sehr 
unangenehm empfunden, da das Schiff dann dwars zur See lag und heftig 
schlingerte. In Lüderitzbucht, wo der Dampfer vom 14, bis 18. Dezember lag, 
wehte es beständig zwischen 9 V, und 10% N. steif aus Südwest um nur während 
der Nachtstunden etwas abzuflauen. Charakteristisch für die Ansteuerung der 
Lüderitzbucht bei Nebel sind nach Kapitän Pohlenz die Lotungsergebnisse, da 
man nördlich vom Breitenparallel der Diaz-Huk, Sand, südlich davon korallen- 
haltigen Grund lotet. Der steife Südwestwind wehte auch auf der Weiterreise 
von Lüderitzbucht bis zur Höhe von Port Nolloth, erst von da an wurde der 
Wind handiger, um in der Bucht von St. Helena ganz still zu werden. Auf 
dieser Strecke wurden folgende Versetzungen festgestellt: vom 18. auf 19, Dezember 
in 27° 30’ S-Br. und 15° O-Lg.: rw, SSW!/,W 0.5° Sm p. Std, vom 19. auf 20. De- 
zember in 30° 30 S-Br. und 17° O-Lg.: rw. 0S501/,0 0.8 Sm p. Std. In 32° 43’ S-Br, 
und 17° 50’ O-Lg. oder mw, WzS, 2 Sm von dem Britannia Riffe vor der St. Helena 
Bucht wurde Brandung oder starke Stromrasselung bemerkt; eine sofort vorge- 
nommene Lotung, mw. NNO!/,O 2 Sm von dieser Stelle, ergab 44 m Wassertiefe, 
Bis zur Höhe von Kapstadt wurde jetzt leichter bis mäßiger Südwestwind 
bei meist bedecktem Wetter und bewegter See angetroffen, eine Stromversetzung 
wurde nicht bemerkt. Bei der Ansteuerung des Leuchtfeuers auf dem 
Kap der guten Hoffnung stellten sich Unterschiede mit der in der 
Brit, Adm.-Krt. Nr. 2082 Sheet I, Table Bay to Cape Agulhas und in 
dem Leuchtfeuer-Verzeichnis Heft VI, Titel YIIIl, Nr. 74 gegebenen 
Kennung dieses Leuchtfeuers heraus, auf die Kapitän Pohlenz be- 
sonders aufmerksam macht. Der in obigen beiden Quellen als Bogen über 
rw. 120 bis 126° (mw. SS0%/,0 bis SSO!/‚O0) angegebene dunkle Sektor wurde 
an Bord des »König« am 21. Dezember von 3b bis 4% V, um 14° größer, nämlich 
von rw. 106° (mw. SO) bis rw. 126° (mw. SSO!/,0) beobachtet. Die Durchsegelung 
des Sektors auf mw. SzO Kurse in 15 Sm Abstand vom Leuchtfeuer betrug 
6.5 Sm. Ein teilweises Versagen des Leuchtapparates über dem fraglichen Bogen 
von 14° dürfte nicht ausgeschlossen sein, 
Vom Kap Agulhas, das Mittags am 21, Dezember passiert wurde, bis zum 
24, früh herrschten mäßige bis stürmische östliche Winde vor, die besonders in 
den frühen Morgenstunden stark aufzulrischen pflegten, Als Stromversetzung 
vom 21, bis 22, mittags, wo das Schiff auf der Höhe von Kap St. Francis war 
wurde N!/.W 0.2 Sm p. Std, gefunden. Am 24, früh 4% holte der Wind nach 
einem heftigen Gewitter plötzlich nach Südwest und erreichte gegen 8) V. Sturm- 
stärke, um erst vor Durban allmählich wieder abzuflauen. 2.5 Sm westlich von 
der Great Fish-Huk wurde das Wrack eines Dampfers (Kilbrennan) deutlich 
erkannt, von dem die Maststümpfe über Wasser ragten. Als Madagaskar Riff 
passiert wurde, ergab ein Lotwurf !/, Sm südlich davon eine Wassertiefe von nur 
18.9 m, was Kapitän Pohlenz in dem Eindruck bestärkte, als ob das Riff etwas 
weiter südlich liegt, wie in seiner Karte!) angegeben war. Auf der Cangella- 
Untiefe, südlich von Shepstone war nichts von Brandung zu sehen und fehlte 
jeglicher Anhaltspunkt dafür, daß man die Bank passiert hatte, dagegen waren 
vor den Mündungen des Umzimkulu- und des Umkomass-Flusses die schmutzigen 
Wassermassen der Flüsse auf !/, Sm Abstand vom Lande deutlich erkennbar, 
und es wurde hier eine starke nördliche Versetzung bemerkt. 
In Durban war der Wind am 24, abends plötzlich wieder aus Südwest 
Stärke 10, bei heftigen Regenböen und erst im Laufe des 25, flaute es ab, um 
!} Brit, Adm, Krt, Nr, 2086, Waterloo Bay to Bashee River,
	        
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