a Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1908,
X-Br. im Atlantischen und im Stillen Ozean. Diese Ströme, die alle antizyklonisch
kreisen, werden offenbar von den atmosphärischen. Antizyklonen in der Gegend
der Roßbreiten getrieben,
5,
Wir wollen nun untersuchen, ob der oben aufgestellte Satz, daß jeder vom
Wind. herrorgerufene Strom auf eine einzige Schicht begrenzt ist, auch beim
Golfstrom Gültigkeit hat.
Der Golfstrom bildet bekanntlich eine ungefähr 300 m dieke Schicht
zwischen Westindien und Spitzbergen. Unterhalb dieser Schicht ist das Meer-
wasser kälter und spezifisch schwerer, Wäre der Golfstrom vom Winde erzeugt,
80 müßte nach dem oben Ausgeführten die ganze Golfstromzirkulation auf diese
Golfstromschicht begrenzt sein und demnach in dieser Schicht ebensoviel Golf-
stromwasser von Spitzbergen nach Westindien wie in entgegengesetzter Richtung
strömen. Die hydrographischen Beobachtungen zeigen jedoch, daß alles Wasser
in der Golfstromschicht in der Richtung von Westindien nach Spitzbergen
strömt, Daraus folgt, daß der Golfstrom nicht vom Wind hervorgerufen wird,
In der Tat muß in den arktischen Gegenden alles Golfstromwasser durch
die Scheidefläche zwischen der Golfstromschicht und dem darunterliegenden
Wasser herunterdringen; denn sonst würde die Golfstromschicht infolge der
ständigen Zufuhr von Golfstromwasser von Süden her immer dicker werden;
das wird sie aber nicht. Der Versuch (Fig. 8) zeigt, daß der Wind nicht im-
stande ist, das Jeichte Golfstramwasser in das spezifisch schwerere Unterwasser
hineinzupressen, Dann muß es also ein anderer Umstand sein, der dies ver-
anlaßt, und das ist die Abkühlung des Golfstromwassers infolge Eisschmelzung
oder Ausstrahlung.
Um den Unterschied der vom Winde und infolge Eisschmelzung hervor-
gerufenen Ströme deutlich zu beweisen, habe ich folgenden Versuch angestellt.
Das Gefäß wurde mit zwei Arten Wasser von zwar gleichem Salzgehalt, aber
verschiedenem Wärmegrad gefüllt, Diese Fülung wird am leichtesten in der
Weise bewerkstelligt, daß man das Gefäß zunächst bis zu einer Höhe von 20 om
mit Wasser von 20% Salzgehalt füllt und dann in der Mitte des Behälters in
10 em Wassertiefe eine Wärmequelle in Form einer von 40°C, warmen Wasser
Jurechströmten Metallröhre anbringt. Darauf kommt das Wasser oberhalb des
Niveaus der Metallröhre in Zirkulation und wird wärmer als das unter dem
Niveau liegende Wasser, Spritzt man nun Fuüchsinlösung oberhalb der Röhre
m das Wasser, so färbt sich das obere, warme Wasser rötlich, während das
darunterliegende, kalte Wasser ungefärbt bleibt,
Tie. 12.
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Kalter Wasser.
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Abkühlung und Herabsinken des Wassers infolge Eisschmelzung,
Das Gefäß ist nunmehr mit zwei verschiedenen Wassern gefüllt, Das
obere, rot gefärbte Wasser ist spezifisch leichter, als das untere, ungefärbte,
Wenn man jetzt auf das Wasser bläst, so entsteht die in Fig. 8 dargestellte Er-
scheinung, d, h, zwei Zirkulationen, und zwar eine in dem roten und eine andere
in dem ungefärbien Wasser, und gleichzeitig eine scharf ausgeprägte Scheide-
Näche zwischen den beiden Wasserschichten, die keins der beiden Wasser zu
durchdringen vermag. Legt man aber, anstatt zu blasen, an das eine Ende
des Gefäßes eine Mischung von Eis und Kochsalz in die Wasseroberfläche, so
findet man, daß das rote Wasser mit allergrößter Leichtigkeit das ungefärbie
Wasser durchdringt und sich unter dasselbe legt, siehe Fig. 12.