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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Steffens, O.: Ein neuer Windrichtungs-Autograph. 
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von ihr entfernt ist, wird ein mehr oder weniger großes Stück der Drehung 
des Zylinders ausgeschaltet, so daß auf diese Weise gleichsam ein »toter Gang« 
erzeugt wird. 
Faßt man die Vorzüge des neuen Apparates zusammen, so ergibt er erstens 
eine kontinuierliche, sowohl bei leichten als auch bei stürmischen Winden klar 
erkennbare Registrierung der Windrichtung; zweitens erfolgt die Registrierung 
in geradlinigen Koordinaten und auf einer bequem auswechselbaren Registrier- 
trommel; ferner liefert der Apparat stets zwei Kurven, was sehr erwünscht ist, 
da es bei jedem meteorologischen Registrierapparat einmal vorkommt, daß die 
Registrierung wegen Abnutzung oder Verstopfung der Schreibfeder usw. versagt. 
Der Hauptvorzug aber besteht in seiner großen Einfachheit, so daß Betriebs- 
sicherheit gewährleistet ist und die Herstellungskosten außerordentlich gering 
sind. Er schließt sich hierin sehr nahe den bekannten einfachen Barographen 
und Thermographen der Richardschen Konstruktion an.) 
Über die Lehrmethode in den geometrischen Hilfsfächern der Nautik. 
Von Oberlehrer 0. Steppes in Elsfleth, 
Jede Verbesserung der nautischen Methoden hat nur dann praktischen Wert, 
wenn sie der Allgemeinheit der Seeleute zugänglich gemacht werden kann. Es 
besteht z. B. zur Zeit wenig Aussicht, daß die von Hilleret, Preuss, Guyou 
begründete, von Professor C. Börgen in seiner lichtvollen Abhandlung »Über die 
Auflösung nautisch-astronomischer Aufgaben mit Hilfe der Tabelle der Meridional- 
teile (der „Mercatorschen Funktion“)« im 21. Jahrgang, 1898, der Zeitschrift »Aus 
dem Archiv der Deutschen Seewarte« dargelegte Methode bei den Seefahrern 
Verwendung findet, weil ihre theoretischen Grundlagen sie zur Einführung in 
den Unterricht an den Seefahrtschulen nicht geeignet erscheinen lassen. Der 
dürfte sich großes Verdienst erwerben, der durch passende Darstellung dieser 
Grundlagen eine solche Einführung ermöglicht. Von der Möglichkeit einer 
elementaren oder sonst leicht verständlichen Darstellung hängt wohl nicht zum 
kleinsten Teile die praktische Brauchbarkeit nautischer Methoden ab. Die Frage 
nach der Möglichkeit einer solchen Darstellung, eine Unterrichtsfrage, ist von 
großer Wichtigkeit. 
Aus ähnlichen Gründen erscheint vielleicht das Bemühen nicht zwecklos, 
die Disziplinen, deren der Seemann zum Verständnis der nautisch-astronomischen 
Methoden bedarf, hinsichtlich ihrer Darstellung oder, was in unserm Fall das 
gleiche ist, ihrer Lehrmethode zu prüfen. Ich beschränke mich dabei hier auf 
die Geometrie und schicke voraus, daß ich mir der Anstrengungen wohl bewußt 
bin, die seit mehr als 70 Jahren in den Kreisen der Fachlehrer und Fach- 
gelehrten zur Verbesserung der mathematischen, insbesondere auch der geo- 
metrischen Lehrmethoden gemacht wurden. Es handelt sich eben darum, aus 
den Ergebnissen dieser Bemühungen das für uns Brauchbare auszusondern, für 
unsere Zwecke anzupassen, und dasjenige neu anzugeben, was der Natur der 
Sache nach auf diesem Wege nicht erhalten werden kann. Wenn zu solchem 
Anschluß der Navigationsschulen an die großen Bewegungen auf dem Gebiete 
des Unterrichtswesens durch diesen Aufsatz der Anstoß gegeben werden sollte, 
ist die Absicht des Verfassers erfüllt. 
Die Unterrichtsmethode der Navigationsschule wird bestimmt durch die 
Natur des Faches, das Schülermaterial, den Zweck, dem der Unterricht dienen 
soll, und schließlich auch durch die zur Verfügung stehende Zeit. Es sei daher 
gestattet, zunächst etwas über die Unterrichtsmethoden der Geometrie im all- 
gemeinen zu bemerken. 
Die Lehrmethode, die früher allein im Unterricht an Gymnasien und gleich- 
stehenden Schulen, in noch höherem Grade vielleicht an Fachschulen herrschte, 
5 Sein Preis beträgt 130... Er ist erhältlich bei Albert Saß & Co, Berlin, Gleimstr. 35,
	        
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