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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

210 Annalen der Hydrographie und Mertimen Meteorologie, Mai. 1908. 
einmal rotierenden und mit Koordinatenpapier bespannten Registrierwalze auf- 
zeichnet, 
Infolge dieser Einrichtung decken sich auf dem Registrierblatt die west- 
lichen Richtungen mit den korrespondierenden auf der Östlichen Seite, d, h, eine 
Registrierung in der Mitte zwischen der Nord- und Südlinie kann sowohl West 
als Ost bedeuten; ebenso ist die Nordwestlinie mit der Nordostlinie identisch usw, 
Deshalb sind auf dem Registrierblatt neben den Bezeichnungen für die west 
lichen Richtungen die entsprechenden östlichen in Klammern beigegeben wie in 
Fig. 2 deutlich erkennbar ist, 
Jm mun stets Gewißheit darüber zu haben, ob der Wind aus westlichen 
oder östlichen Richtungen wehte, war bei einem früheren Modell die Vorrichtung 
getroffen, daß eine zweite Registrierfeder unterhalb der Kurve eine horizontale 
Linie aufzeichnete, die ihre Höhenlage stets um 2 mm veränderte, wenn die Wind- 
fahne von der westlichen auf die östliche Seite von der Nord—Süd-Richtung 
überging. Diese Einrichtung aber würde verlassen, weil. die registrierten 
Kurven, wenn sie. am. Rande, d. bh. an den Übergängen von der West- auf die 
Ostseite, gezeichnet wurden, bisweilen einen klaren Überblick über die Variationen 
der Windrichtung vermissen ließen, Deshalb ist die Veränderung getroffen, daß 
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die zweite Schreibfeder eine der oberen Kurve genau identische Registrierung 
der Windrichtung lHefert, jedoch in der Weise, daß sie in der Mitte des 
Koordinatennetzes verläuft in den Fällen, wo die obere Kurve sich am Rande 
hinzieht und umgekehrt, Dies wird dadurch bewirkt, daß in den Messingzylinder 
unterhalb der beschriebenen schraubenförmigen Nut eine zweite ihr völlig gleiche 
Nut eingefräst ist, die jedoch gegen die obere um 90° gedreht erscheint. Durch 
sie wird die zweite Schreibfeder bewegt, Ob beispielsweise zwischen 6 und 7 Uhr 
(Fig. 2} Ost- oder Westwind geherrscht hat, entscheidet sofort ein Blick auf die 
untere Kurve, welche West angibt. Auf diese Weise erhält man in allen. Fällen 
eine eindeutige und klar übersichtliche Registrierung der Windrichtung. 
Schließlich sel noch eine Einrichtung an dem Apparat erwähnt, die sich 
bei stürmischen Winden sehr vorteilhaft erwiesen hat. Bekanntlich unterliegt 
die Windfahne dann starken Schwankungen, die bei anderen Windrichtungs- 
Registrierapparaten eine so breite Kurve erzeugen, daß man eine Mittellinie kaum 
noch hindurchzulegen vermag, und die kleineren Variationen ganz verloren 
gehen, Darum ist Vorkehrung getroffen, um in solchen Fällen die Breite der 
Kurve zu reduzieren. Die Vorrichtung hierfür besteht aus einem Anschlaghebel 
mit einem Stöpsel. Dieser. Hebel ist mit der Fahnenstange fest verbunden, kann 
um die Achse des Zylinders schwingen und schlägt an eine auf dem Zylinder 
angebrachte Schiene. Je nachdem nun der Stöpsel der Achse nahe oder weit
	        
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