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Annalen der Hydrographie und Maritimen. Meteorologie, Mai 1908,
ein Sturm ist. nicht imstande, die Richtung der Gezeitenströme umzu-
kehren oder auch nur einen gerade vorhandenen herrschenden Strom
stärker zu beeinflussen;
der einzige wirkliche Effekt ist eine Verminderung des etwa entgegen-
gesetzten Oberflächenstromes und damit eine geringe Änderung in der
Zeit des Kenterns;
falls der Einfluß unmittelbar im Sturme selbst größer ist (die Beob-
achtungen sind stets gleich hinterher gemacht), nimmt der Strom
jedenfalls sofort mit dem Nachlassen des Windes seinen gewöhnlichen
Charakter an.
VII. Beziehung zwischen Wind und Wassertemperatur.
Im Frühjahr Hegt die Oberflächentemperatur nur wenig über 0°C, und
unterscheidet sich deshalb nicht viel von der des Unterwassers; aber im Hoch-
sommer steigt jene auf 47° und sogar auf + 13° C., während das tiefere Wasser,
ähnlich wie die tieferen Schichten im ganzen Golf, seine Kälte behält, Im
Sommer vermag infolgedessen eine Windstörung, die das Oberflächenwasser der
Straße wegtreibt, sich unter Umständen auch durch plötzliche Änderung der
Oberflächentemperatur bemerkbar zu machen. So wurde z. B. in der Mitte der
Straße von der Red-Bai bis zur Station P (vgl. Karte, Tafel 9) am 16. August 1906
die Oberflächentemperatur 12° C. gemessen. Darauf wehte vom 16. bis 18. August
ein Nordoststurm von 17 m p. Sek. Dementsprechend war die Temperatur bereits
am 17. auf etwas über 7° und bis zum 20. noch etwas tiefer gesunken. Dahin-
gegen rief ein Nordoststurm am 4. September keine merkliche Anderung hervor,
weil davor gerade ein herrschender Strom nach Westen gesetzt hatte, der also
kaltes Oberflächenwasser aus dem Atlantischen Ozean hereinführte, Ebenso hatte
ein starker Weststurm vom 11. bis 12. September keine erkennbare Anderung
zur Folge, während kurz darauf am 14. bis 15, September ein Nordoststurm
wieder einen Sturz von 1'%° C. brachte.
Es scheint danach für den Betrag eines Temperatursturzes bei einem Sturm
zweierlei bestimmend zu sein (außer der Stärke und Dauer des Sturmes): einmal
in welcher Richtung vorher etwa ein herrschender Strom geflossen war, und
dann, ob der Sturm längs der Straße weht und einen oberflächlichen Wasserersatz
zuläßt oder quer zur Straße und damit einen stärkeren Ersatz aus der Tiefe
fordert, Wie stark besonders ein querab wehender Wind die Oberflächen-
temperatur erniedrigen kann, zeigte auch in benachbarter Gegend schon ein
Beispiel vom Sommer 1903, wo die Temperatur vor der Ostküste Neufundlands
einmal um 8’/%,° gesunken war.)
Eisberge vermögen nach Dawsons Beobachtungen die Temperatur höchstens
um 1°C. zu erniedrigen, so daß also aus Temperaturunterschieden ihre Nähe
nicht erkannt werden kann,
Die wechselnden Temperaturverhältnisse, wie sie Dawson zu einer Tabelle
zusammengestellt hat, mögen auch auf die Fischwanderungen nicht ohne Einfluß sein.
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Ein neuer Windrichtungs-Autograph.
Von Dr. 0. Steffens, Hamburg, Seewarte,
Für die selbsttätige Aufzeichnung der meteorologischen Elemente, des Luft-
drucks, der Temperatur, der Feuchtigkeit, des Niederschlags, der Bewölkung
und der Geschwindigkeit sowie der Richtung des Windes, sind schon zahlreiche
Vorrichtungen ersonnen worden, die ihren Zweck, eine genaue Registrierung der
Variationen dieser Elemente zu liefern, z. T. vorzüglich erfüllen. Nur in der
Einfachheit lassen sie vielfach noch zu wünschen übrig. Dies gilt insonderheit
5 Ann, d. Hrdr. usw.« 1905, 8. 149.