Sandström, J. W.: Drnamische Versuche mit Meerwasser,
der 15° C. Isotherme in verschiedenen Längen vom 20° S-Br, entnehmen und
finden da folgende Werte:
Tiefe der Isothermec +13° € auf 20° S-Br.,
Geographische Länge . . 10° 0 0° 10° W 20° W 30° W 40° W
Tiefe in Metern , . 40. 1410 190 220 260 330
Tragen wir diese Tiefen in einen Schnitt ein, so erhalten wir die Fig. 11, die
zeigt, daß der Passatwind das warme Öberflächenwasser an der südameri-
kanischen Küste anhäuft. Die Vertiefung der 15° C. Isotherme an der süd-
amerikanischen Küste deutet an, daß das ÖOberflächenwasser vom Passatwind in
Zirkulation gesetzt wird.
Fig. 1
S-Amerika 4— Da 400t—— — kkkı Afrika
M 40°W-Lg. 30 20 10 0 10°0-L,9.
0 A I Ca
100:
a
200-
300-
400-
500-
Wind, Lage der 15°C. Isotherme und wahrscheinliche Wasserbewegung zwischen Afrika und Süd. Amerika
anf 20° S.Br.
Unterseeische Wellen können nur von Fahrzeugen beobachtet werden, die
an ein und demselben Orte eine längere Zeit verankert liegen bleiben und un-
aufhörlich Beobachtungen über Temperatur und Salzgehalt des Wassers in ver-
schiedenen Tiefen vornehmen. Derartige Fahrzeuge sind z, B. die Leuchtschiffe
im Kattegat, und diese beobachten manchmal ganz gewaltige Unterseewellen, die
vom Skagerak ins Kattegat eindringen, Professor OÖ. Pettersson hat eine solche
Welle beschrieben.!) Die Isohaline von 34%, Salzgehalt, die vom 16. bis
22, Oktober 1898 bei Skagens Leuchtschiff in 40 mn Tiefe lag, hob sich in den
Tagen vom 283. bis 28, Oktober bis zu einer Tiefe von nur 10 m, und am
26. Oktober betrug die Tiefe sogar nur 5 m. Es drang also in diesen Tagen
eine 35 m hohe Unterwasserwelle ein, und diese selbe Welle passierte 6 Tage
darauf das 34’ davon entfernte Leuchtschiff Läsö Rinne, Die Geschwindigkeit
der Welle betrug demnach 0,118 m in der Sekunde, Wenn man aber die Ge-
schwindigkeit des Gegenstromes, die 0.35 m in der Sekunde war, hinzufügt,
erhält man eine Geschwindigkeit von 0.468 m in der Sekunde. Das ist die Ge-
schwindigkeit, die dieselbe Welle in stillstehendem Wasser von derselben Be-
schaffenheit gehabt haben würde, Da so gewaltige Unterwasserwellen bereits
vorkommen können, wenn die Bodentiefe nur 40 m beträgt, so dürfte die Höhe
der Unterwasserwellen im offenen Meere Hunderte von Metern betragen,
Die hier beschriebenen hydrographischen Erscheinungen zeigen eine so
große Ähnlichkeit mit den oben beschriebenen Versuchen (Fig. 8 und 9), daß
wir annelımen müssen, daß auch im Meere jeder vom Winde hervor-
gerufene Strom auf eine einzige Schicht begrenzt ist.
Die Versuche (Fig. 8 und 9) wurden in einem Gefäß vorgenommen, dessen
Form nur Vertikalzirkulationen gestattete, Das Meer aber dehnt sich auch in
horizontaler Richtung in zwei Dimensionen aus, weshalb im Meere auch Hori-
zontalzirkulationen vorkommen können, die die obengenannten Bedingungen er-
füllen, In diese Klasse sind alle Oberflächenströme zu rechnen, die in sich selbst
zurücklaufen. Derartige kreisende Ströme gibt es im Atlantischen, im Indischen
und im Stillen Ozean zwischen 5° und 45° S-Br.,. sowie zwischen 10° und 45°
:) Otto Pettersson, Über die Wahrscheinlichkeit von periodischen und unperiodischen
Schwankungen in dem atlantischen Strom und ihre Beziehungen zu meteorologischen und biologischen
Phänomenen. Abgedruckt in »Svenska Hrdrografisk - Biologiska Kommissionens Skrifter«, (Ciothen-
buy 1905,