Mecking, IL: Die Strömungen in. der Belle Isle-Straße,
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Die Strömungen in der Belle Isle-Straße.
Nach einenz kanadischen Bericht bearbeitet von Dr. L. Mecking.
{Hierzu Tafel 9.3
Die hydrographischen Forschungen, welche die kanadische Regierung seit
1890 in den Küstengewässern ihres Gebietes durch die »Tidal and Current Survey«
betreiben 1ä8t, haben sehon in den ersten Jahren vor allem dem Golf vom
St. Lorenz gegolten, und die amtlichen. Berichte, welche der Leiter dieser Unter-
suchungen W, Bell Dawson über die Ergebnisse veröffentlicht hat, sind in
dieser Zeitschrift von GG. Schott bearbeitet worden!) Schon damals hatte sich
im ganzen folgendes ergeben: 1. In dem Golf ist eine konstante Wasserbewegung
lediglich an der westlichen Seite zu finden, und zwar geht sie als ein Gemenge
von Fluß- und Golfwasser von der Mündung des St. Lorenzstromes aus längs der
Küste von Neu-Braunschweig nach der Cabot-Straße und durch diese in den
Aflantischen Ozean hinaus, während an der gegenüberliegenden Seite dieser
Straße eine Strömung aus dem Ozean in den Golf eintritt und längs der West-
küste Neufundlands nordwärts setzt”); erst in zweiter Linie macht sich in der
konstanten Strömung ein Gezeitenelement geltend; 2. In dem anderen Ausgang
des Golfes, der Belle Isle-Straße, steht im Gegenteil der Gezeitencharakter der
Strömung durchaus im Vordergrund.
Die Belle Isle-Straße, die von dem ganzen Golfbereich die größte Bedeutung
für die kanadische Handelsschiffahrt besitzt, weil sie auf einer kürzeren Route
nach England als die Cabot-Straße liegt, hat nunmehr im Sommer 1906 nochmals
Ausschließlich das Arbeitsfeld Dawsons gebildet; die früheren Erkenntnisse über
den Charakter ihrer Strömungen sind dadurch bestätigt, aber auch beträchtlich
ergänzt und vertieft worden. Das möge im folgenden kurz dargestellt werden
auf der Grundlage des von W, Bell Dawson, dem »Engineer in Charge« ver-
Ööffentlichten Berichtes: »The eurrents in Belle Isle-Strait from investigations of
the Tidal and Current Survey in the seasons of 1894 and 1906, Ottawa 1907e,
Die Belle Isle-Straße verläuft ostwestlich (mw.).“) Sie hat auf 50 Meilen
ihrer Länge eine Breite von 10 bis 18 Meilen, darüber hinaus erweitert sie sich
an beiden Enden rasch, Unmittelbar vor den beiden Küsten ist das Wasser tief,
mindestens 50 m, An der schmalsten Stelle der Straße überschreitet die Wasser-
tiefe nicht 65 m. Der Boden ist fast überall kahler Fels, in welchem einzelne
Rücken parallel mit der Richtung der Straße ziehen.
Die Beobachtungen wurden 1894 vom 7. Juli bis 9, August und vom
5. bis 25. September, 1906 durchgehends vom 7. Juni bis zum 22, September Tag
und Nacht ununterbrochen ausgeführt und zwar einmal vom Schiffe aus, das an
verschiedenen Stationen nacheinander verankert wurde, 1906 außerdem noch von
einem Schöner aus, der die ganze Saison an einer Stelle in der Mitte der Straße
verblieb, und endlich durch einen selbstregistrierenden Flutmesser in der Forteau-
Bai, nahe dem westlichen Ausgang der Straße (vgl, die Kartenskizze, Tafel. 9).
Das Schliff arbeitete 1894 abwechselnd auf 6 Stationen 354 Stunden, 1906 auf
11 Stationen 1113 Stunden, Die Arbeiten bestanden vor allem in direkten Strom-
messungen, die jede halbe Stunde in der Tiefe von 5'/, m, außerdem zuweilen in
45 m Tiefe, d. i. ungefähr zwei Drittel der Tiefe der Straße, vorgenommen
wurden, um das Verhältnis der Tiefenströmung zur Öberflächenströmung festzu-
stellen; diese Messungen in der Tiefe ließen sich aber nur bei Tage und in
ruhigem Wetter ausführen, Die hierzu verwendeten Methoden und Instrumente
sind bereits früher?) ausführlich beschrieben, Dazu. sind. noch die Wasser-
temperaturen in verschiedenen Tiefen sowie die Witterungs« und Eisverhältnisse
2 Ann. di Hrdr. usw.« 1596, 8. 221—230; 1697, 8. 116122, 5412—547; 1901, S. 124,
2%) Die Tendenz dieser Oberflächenbewegungen ist auf einer Karte dargestellt. in »Ann, d.
Hydı. uaw.« 1807, Tafel 27. .
in na alle Windrichtangen sind im folgenden mißweisend zu verstehen, die Deklination
trägt 34° W, )
+ »Ann. d. Hydı, usw.« 1896, 8, 223— 225,