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Annalen der Hydrographie zul Maritimen Meteorologie, Mai 1908.
In der Tabelle der Sturmwarnungen bedeuten hı Anweisung zum Hissen
der Signale, v Anweisung zum Hängenlassen (Gefahr noch nicht vorüber) und
(& Anweisung zum Senken der Signale; die unteren Indices bei den h, v und s
geben an, ob die Sturmwarnung während des Morgendienstes (1), des Nach-
mittagsdienstes {2) oder während des Abenddienstes (3) auf der Seewarte erlassen
worden sind, während a (ev. mit *} und b die Rechtzeitigkeit der Warnung
anzeigen und der obere Exponent € hier die entsprechende Bedeutung hat, daß
auf die Warnung stürmische Winde nicht gefolgt sind.
Die Tabelle IV zeigt, daß eine Warnung olıme nachfolgenden Sturm nur
am Abend des 3, für Gruppe IV/V erlassen worden ist, und es möge hinzu-
zefügt werden, daß die am Nachmittag des 9, ausgegebene Verlängerung der
Sturmsignale auch für die Gruppen IX bis III richtig gewesen ist, in dem die
stürmischen Winde erst im Laufe der Nacht über diesem Gebiet abflauten, was
nicht aus der Tabelle hervortritt, Um auch eine Kritik des Erfolges der Ver-
längerung von Sturmsignalen am Nachmittäg aus der Tabelle IV ablesen zu
lassen, ist es nur nötig, bei dem Ausziehen der Winde von Stärke 8 und darüber
die nach -8 Uhr abends beobachteten zu kennzeichnen und dann in der Tabelle III
und IY etwa die Windstärken in Klammer zu stellen, um anzuzeigen, daß die
stürmischen Winde noch in der Nacht fortgedauert haben.
Bei einer Kritik des Erfolges des Sturmwarnungswesens ist es von der
yrößten Wichtigkeit, neben den zu spät und überhaupt nicht gewarnten Stürmen
auch diejenigen Fälle zu beobachten, wo eine Warnung ohne nachfolgende Stürme
ausgegeben wurde, oder kurz, neben den Überraschungsstürmen ebenso die Fehl-
warnungen zu beachten. Es ist nicht in geringerem Grade die Aufgabe, recht-
zeitig zu warnen, als nicht umsonst zu warnen, da erfahrungsmäßig das Ver-
trauen zu dem Sturmwarnungswesen durch häufiges verfehltes Warnen ohne
nachfolgende stürmische Winde verloren geht. Durch häufigeres Warnen läßt
zich die Zahl der Überraschungsstürme wohl auf ein Minimum herabdrücken,
aber auf Kosten von Fehlwarnungen, so daß jener Vorteil reichlich aufgewogen
wird. Ein seltneres Warnen dürfte unter dem Gesichtspunkt, daß ein solches
Vorgehen die Aufmerksamkeit der Schiffsführer auf die Witterung mehr wach
erhält, den Vorzug verdienen, wenn auch selbstverständlich das Bestreben des
Sturmwarnungswesens immer darauf gerichtet sein muß, tunlichst zeitig die Kunde
einer drohenden Gefahr zu verbreiten.
Tabelle Y. Sturmphänomene,
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| Einen Überblick über die Sturmerscheinungen und den Erfolg der
Warnungen in etwas gedrängterer Form gibt die Tabelle V, die die stürmischen
Tage zu Sturmphänomenen, entsprechend den verschiedenen Sturmerregern, zu-
sammenfaßt, Sie ist aus Tabelle IV, entsprechend der oben angeführten Ab-
handlung, in der Weise abgeleitet, daß als Stärke-Index je die höchste an einem
Tage beobachtete Gruppenwindstärke gesetzt wurde und daß alle an den ver-
schiedenen Tagen beobachteten Gruppenwindrichtungen vereinigt wurden, In
sehr knapper Form Jäßt sie die Häufigkeit und die Ausdehnung der Sturm-
phänomene sowie deren größte Stärke und die Richtung der Stürme erkennen,
sowie entnehmen, wie weit eine rechtzeitige Warnung der verschiedenen Küsten-
gyebiete erfolet ist,
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