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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Grossmann: Die stürmischen Winde an der deutschen Küste vom I, bis 12, Januar 1908. 199 
beziehen sich die Buchstaben a, b und € und zwar bedeuten: a »rechtzeitig gewarnt « 
a* »meist rechtzeitig gewarnt«, b »meist zu spät gewarnt« und c »überhaupt 
nicht gewarnt« Die oberen Indices 0 bis 4 geben die oben definierten Gruppen- 
windstärken und die unteren Indices die obigen Gruppenwindrichtungen, 
Aus dieser gedrängten Tabelle III läßt sich alles Wünschenswerte — bis 
auf die Dauer der stürmischen Winde in den einzelnen Bezirken — ablesen. 
Wir entnehmen, daß wir es in jenen Tagen mit 6 Sturmphänomenen zu tun gehabt 
haben, von denen nur 2, und zwar die stärksten, die ganze Küste getroffen haben, 
während 3 nur die preußische Küste und einer nebst dieser die Küste von 
Rügen berührt haben, An der Nordsee finden wir 2 bis 3, an der Ostsee ost- 
wärts bis Pommern 4 Sturmtage, mit Ausnahme der mehr geschützten Mecklen- 
burgschen und Holsteinschen Küste; weiter im Osten aber begegnen wir in der 
Tabelle von Rixhöft bis Brüsterort 12 und im äußersten Osten noch 5 Sturm- 
tagen. Lassen wir die Fälle mit der Gruppenwindstärke 0 fort, die wesentlich 
von dem Vorkommen und Verhalten exponierter Stationen (also auch in höherem 
Grade von der Subjektivität der Stärkeschätzung) abhängen, so hatte die Nord- 
see und ebenso jenes zurückliegende windgeschützte Gebiet der westlichen Ost- 
see gleichmäßig je 2, die Ostsee aber im allgemeinen 3 bis 4 Sturmtage; doch 
auch jetzt tritt die Küste von Rixhöft bis Brüsterort mit 10 Sturmtagen ganz 
neraus und weist insbesondere mehr als dreimal so viele auf als das östlichste Gebiet, 
Was die Sturmwarnungen anbetrifft, so gibt die Tabelle zu erkennen, daß die 
veiden schwersten Stürme meist rechtzeitig, dagegen von den »Darmer-Stürmen« 
derjenige vom 2,/4. zu spät und vom 11./12, nicht gewarnt worden sind, und das 
letztere auch von der zwischen Rixhöft und Brüsterort am 1. und morgens am 6. 
beobachteten stürmischen Winden gilt. 
Was die Stärke der Stürme anbetrifft, so sehen wir aus der Tabelle IIT, 
daß die beiden schwersten Stürme im Osten an Stärke geringer als im Westen 
waren und daß der Nordoststurm seine größte Stärke über dem Westen der 
Ostsee erreichte, wo stürmische Winde aus östlichen Richtungen an drei aufein- 
anderfolgenden Tagen gegen 1 bis 2 Tage in der Umgebung beobachtet worden sind. 
Tabelle IV. 
' Stürmische Winde. 
Sturmwarnungen. 
Gruppe 
Jan. 1908 
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In Tabelle IV finden sich die erlassenen Anweisungen zum Hissen und 
Senken der Sturmsignale nebst den beobachteten stürmischen Winden für die 
Gruppen VI/IX (Nordsee), IV/V (westliche Ostsee), III Rügen und Umgebung, 
[IL und I zusammengestellt; zu diesem Zwecke mußten die Gruppenwindstärken 
und -Richtungen neu bestimmt werden, Durch die Hinzufügung von (f) und 
(s) in der letzten Spalte wurde angezeigt, ob die stürmischen Winde bei fallen- 
Jjem oder steigendem Barometer aufgetreten sind.
	        
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