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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

‚Ö Annalen der Hrdrographie und Maritmien Meteorologie, Januar LS, 
Brandung. Solche Brandungen dürften die Ursache der folgenden Erscheinung 
sein, die von Fischern an der Westküste Schwedens bisweilen wahrgenommen 
worden ist. Bei stillem, heiterem Wetter, während die Wasserfläche ganz glatt 
und stromstill ist, wird sie plötzlich von einer unsichtbaren, unterseeischen Kraft 
in die allerheftigste Bewegung gebracht, 
Fie. © 
Tiefwasserwelle, hervorgerufen durch einen Windstoß, 
Auch während des Unterwasserwellen-Versuchs (Fig, 9} bleibt die obere 
Schicht ganz rot und die untere völlig farblos. Nur wenn man den Versuch 
nicht vorsichtig genug ausführt, so daß die Wellenkämme überstürzen oder 
Brandungen entstehen, findet eine unbedeutende Vermischung der beiden Schichten 
in der Scheidefläche statt. Wir sind deshalb berechtigt, als eine vorläufige 
empirische Schlußfolgerung der Versuche (Fig. & und 9) den Satz auszusprechen: 
Jeder vom Wind hervorgerufene Strom ist auf eine einzige Schicht 
begrenzt. 
<b. 
Hydrographische Beobachtungen machen es wahrscheinlich, daß ähnliche 
Erscheinungen wie bei den Versuchen (Fig, 8 und 9} auch im Meere vorkommen, 
Am 30, Juli 1907 wurde in der südlichen Ostsee, etwas nördlich von der Insel Rügen, 
die Temperatur des Meerwassers gemessen, wobei sich ergab, daß die Scheide- 
fläche zwischen dem warmen Oberflächenwasser und dem darunter liegenden 
Tiefenwasser in einer Tiefe von 20 m lag, Die Bodentiefe betrug an der Stelle 
40 m. Man hatte beabsichtigt, noch eine Reihe von Stationen in der Richtung 
auf Sechonen zu machen, es erhob sich jedoch ein Sturm aus NW, so daß die 
Beobachtungen bis zum 1. August eingestellt werden mußten. An diesem Tage 
wurde zunächst die Temperatur an demselben Orte wie das erste Mal gemessen, 
wobei sich herausstellte, daß die Scheidefläche nunmehr in einer Tiefe von 35 m 
lag. Der NW-Sturm hatte also das warme Oberflächenwasser auf der deutschen 
Seite der Ostsee angehäuft. An demselben Tage wurden später noch vier Sta- 
tionen in der Richtung gegen Schonen gemacht, wobei man für die Scheide- 
Näche folgende Tiefen feststellte: 25, 25, 25 bzw, 10 m. Trägt man diese Tiefen 
in einen Schnitt ein, so erhält man die Fig, 10, die dieselbe Form der Scheide- 
Mäche wie der Versuch Fig. 8 zeigt, Die Vertiefung an der deutschen Küste 
deutet an, daß die Oberflächenschicht sich in Zirkulation befindet. 
Fig. 10 
m Schonen HH — > 
PB - m FU LUG 
Wa nn Wassek 
20 - 
30 - 
4b - 
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Ka ztes Wasser, 
za Lone 
47] 
Wind, Temperaturverteilung and wahrscheinliche Wasserbewegung in der siullichen Ostsee 
an 2, August 1907, 
Wenn wir uns einen Querschnitt durch den Atlantischen Ozean auf 
30° S-Br. denken, so weht der Passatwind längs dieses Querschnittes von Afrika 
nach Südamerika hin. Dem Atlas der Valdivia-Expedition können wir die Tiefen
	        
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