188 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1905.
Tagen Teile des Deutschen Küstengebiets vorübergehend in den Bereich von
Hochdruckgebieten kamen, Am 1, Februar lag eine Depression mit einem Teil-
minimum bei Kiel über Mitteleuropa, einem Hochdruckgebiet im Westen gegen-
über, und erzeugte an der ganzen Deutschen Küste steife und stürmische Winde,
die im Außersten Osten eine südwestliche Richtung hatten, welche nach der
Nordsee zu in eine nordwestliche überging. Am folgenden Tage flauten die
Winde stark ab, da die Depression schnell ostwärts abzog; ein Ausläufer des
genannten Hochdruckgebiets folgte ihr und bedeckte am 3 mit ruhiger und teil-
weise heiterer Witterung das ganze Deutsche Küstengebiet, Am 4. entwickelte
sich aus einem Tags zuvor bis nach den Britischen Inseln reichenden Ausläufer
ainer über dem Eismeer östwärts verlaufenden Depression ein Teilminimum,
welches wieder Trübung mit Niederschlägen und in der Nordsee stürmischen
Nordwest hervorrief, Auch diese Wetterlage ging schnell vorüber, da sich das
westliche Hochdruckgebiet nach Osten ausbreitete und am 5. das Deutsche Küsten-
vebiet bedeckte. Damit ließen die Niederschläge und die Luftbewegung wieder
nach, und vielfach stellte sich heiteres Wetter ein.
Vom 6. Februar ab stand nun das Deutsche Küstengebiet fast andauernd
unter dem bestimmenden Einfluß nordischer Depressionen oder Ausläufer von
solchen, die mif vielfach sehr lebhaften Winden anfangs veränderliches, später
andauernd trübes und regnerisches Wetter nit sich brachten, Vom 6, bis zum 9,
wurde die Deutsche Nordsee-, besonders aber die Deutsche Ostseeküste von teil-
weise starken Stürmen heimpvesucht, die meist aus dem nordwestlichen Quadranten
wehten. Sie wurden verursacht durch zwei von Island her ost- bzw, südostwärts
fortschreitende Tiefdruckgebiete, denen im Westen hoher Druck gegenüberlag.
Am 10. zog vom Nordwesten her’ ein neues Tiefdruckgebiet heran, das besonders
für den äußersten Osten des Deutschen Küstengebiets Bedeutung gewann,
Während an diesem Tage sich das westliche Hochdruckgebiet ostwärts ausbreitete
und der Nordsee- sowie der westlichen Ostseeküste ruhiges, vielfach heiteres und
trockenes Wetter brachte, hielten im äußersten. Osten die Stürme während des
Abzuges des alten und dem Nachfolgen des genannten neuen Tiefdruckgebiets
bis zum 12. an, An den beiden folgenden Tagen kam das Deutsche Küstengebiet
vorübergehend unter den Einfluß hohen Luftdrucks, indem das Hochdruckgebiet
mit seinem Kern durch Deutschland hindurch nach dem Osten abzog. Damit
trat ruhiges, teils heiteres, teils nebliges und meist trockenes Wetter ein, Mit
dem 15, setzte alsdann eine bis zum Ende des Monats anhaltende Periode
regnerischen Wetters ein, die durch zahlreiche im Norden in meist west— östlicher
Richtung vorüberziehende Depressionen und deren häufig bis zu den Alpen
reichende Ausläufer veranlaßt wurde, während den Südwesten von Europa an-
Aanernd hoher Luftdruck bedeckte, Ein größeres Interesse beanspruchen
während dieser Zeit nur der 22, und 23,, wo wieder starke Stürme das Deutsche
Küstengebiet bis auf den Außersten Osten heimsuchten, Sie traten im Gefolge
eines barometrischen Minimums auf, das am 21, bei Island erschienen war und
schnell in ost—südöstlicher Richtung weiterzog. Eine interessante Entwickelung
boten noch die letzten Tage des Monats, indem ein tiefes Minimum vom Nord-
meer in südlicher Richtung nach dem Süden der Nordsee vordrang, ohne
stürmische Winde in der Nordsee herbeizuführen.
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