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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

182 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1908, 
Segler am 10. und 11. Oktober 1907 auf der Reise von Rio nach Batavia durch- 
machte. Am 7, Oktober in 39° S-Br.,, 34° O-Lg. zeigten die Wolken bei Sonnen- 
aufgang eine kupferrote Färbung, bei schönem Wetter und leichten östlichen 
Winden und 767 mm Luftdruck, — Am 8, holte der östliche Wind nördlicher 
mit langsam fallendem Barometer, 762 mm. Abends schob sich eine schwere 
Wolkenbank in SW Östlich vorwärts, und die Luft bekam ein schmutziges, 
schlechtes Aussehen. -— Am 9. in 40° S-Br., 38° O-Lg. bei N 3 war das Barometer 
auf 758 mm gefallen. Nachmittags trat Regen auf und nachts Blitzen. — Am 
10. Oktober nahm die im NW dunstige Luft ein so drohendes Aussehen an, daß 
mittags alle Segel bis auf die Untermarssegel festgemacht wurden. Zeitweise 
traten Regenschauer auf; die Wolken zogen von NW; abends traten schwere 
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Böen aus WNW auf, bei starkem Blitzen und drohender Luft, Wind N 4. Nach- 
dem der Wind dann auffrischend bis 4b V. am 11. nach W gegangen war, blicb 
der Luftdruck bis 8% V. auf dem tiefsten Stande, 742 mm. Bei steigendem Baro- 
meter wehte es dann um 10h W 11, um 111 WSW 12 bei heftigem Regen, so daß 
platt vor dem Winde gelenzt wurde. Um 11'/,h ging der Wind auf SW 11, es 
klarte etwas auf, und das Wetter wurde allmählich besser. Unter der Annahme 
einer östlichen Bahn und einer fortschreitenden Geschwindigkeit der barometrischen 
Depression von 20 Kn. war das Schiff von 2% bis 41V, in nächster Nähe der Mitte 
der Depression. Wie meist in diesen Breiten, waren die Gradienten an der Ost- 
seite der Depression flach (mäßige N-Winde bis 12l N, am 10.), etwas steiler an 
der Nordseite (W 7 bis 8), schließlich außerordentlich steil an der Nordwest- und 
Westseite (WSW 12). 
9. Wasserhose, Der erste Offizier des N. D. Lloyd D. »Ranee«, B. Pagen- 
stecher, berichtet über eine Wasserhose, wie folgt: 
‚Am 29. Dezember 1907 von 10°% V, bis 111°%bV, (Straits times), auf 
3° 50 N-Br. und 100° 58‘ O-Lg., hatte ich Gelegenheit, eine Wasserhose auf knappe 
Schiffslänge Entfernung zu beobachten, während gleichzeitig noch mehrere 
ähnliche auftraten. 
Wind: Nord, Stärke 1/2. Schaurig bewölkter Himmel und fast ruhige See. 
Das Schiff passierte in Lee der Erscheinung. 
Die Gestalt der Hose war die gewöhnliche, rüsselförmige,. Oben in den 
Wolken weiter, sich nach unten zu allmählich verjüngend, Ich schätze den 
Durchmesser der Röhre an der Oberfläche des Meeres auf 6 m. Die Form einer 
anderen, gleichzeitig auftretenden Hose war nicht so einfach wie die der zuerst beob- 
achteten. Bei derselben schienen sich nämlich in halber Höhe, um den Schlauch 
herum, feine weiße Wasserstaubwölkchen gebildet zu haben, die an der Hose 
saßen wie Pilze an einem Baum. Die Entfernung war leider eine zu große, als 
daß ich nähere Angaben über diese Erscheinung machen könnte, 
Die Farbe der Hose war in den Wolken eine dunklere und wurde nach 
unten zu immer heller. Die Hose blieb jedoch immer durchsichtig, Auch waren 
die Ränder der Hose bedeutend heller als der innere Teil.
	        
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