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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Kleinere Mitteilungen, 
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6 Faden vorhanden waren, nur noch 4°/, Faden beträgt. Zweifelsohne sind die 
Bodenveränderungen darauf zurückzuführen, daß in der Nähe vulkanische 
Eruptionen stattgefunden haben, so daß die Schiffe bei Annäherung an den 
Hafen und in der Nähe der Küste mit großer Vorsicht navigieren und die Wasser- 
tiefe beständig durch Lotungen kontrollieren müssen. Der dritte Offizier Bethell, 
des am 1, Oktober 1907 in Progreso angekommenen Dampfers »Sokoto«, Kapitän 
Ommaney, berichtete darüber folgendes: Als wir uns dem Hafen näherten, und 
während wir dort vor Anker lagen, sahen wir Tausende toter Fische auf der 
Wasseroberfläche treiben und bemerkten, daß das Wasser, welches für gewöhnlich 
so klar ist, daß man den Meeresboden deutlich sehen kann, eine dunkelgraue 
Farbe hatte, Durch die Umdrehungen der Schiffsschraube wurde ein dunkel- 
gelber Schlamm aufgewühlt, was ebenfalls als eine ganz außergewöhnliche Er- 
scheinung betrachtet werden muß, Ferner machte sich bald mehr bald weniger 
ein schwefelartiger Geruch bemerkbar; außerdem war es auffallend, daß keine 
Fische sichtbar waren, die sich sonst immer in großen Mengen in der Nähe des 
Schiffes aufhielten. Während unseres viertägigen Aufenthaltes dort zeigte sich 
nicht einmal ein Haifisch. Als wir den Anker lichteten, fanden wir ihn und die 
Kette mit einer schwarzen Substanz bedeckt, die wie Kohlenteer aussah und einen 
sehr unangenehmen Geruch hatte. E. M. 
7. Rettungsgeschosse auf See. Eine interessante Neuerung auf dem 
Gebiete der Rettungsgeschosse zur Herstellung einer Verbindung zwischen in 
Not befindlichen Schiffen und dem Lande oder zwei Schiffen auf See bei Bergungs- 
fällen, ist dem englischen Kesselschmied A, J. Macleod vor kurzem patentiert 
worden. Der Erfinder ist von dem Gesichtspunkt ausgegangen, daß das Abfeuern 
der Geschoßleinen mit Pulver oder sonstigen Explosivstoffen sehr viele Nachteile 
hat und daher auf den Gedanken gekommen, zu diesem Zwecke eine mit Luft- 
druck arbeitende Kanone zu konstruieren, Die von ihm erfundene Kanone 
ist stark genug, um das Geschoß mit der Verbindungsleine je nach den Ver- 
hältnissen 9%, bis 1 Sın weit zu tragen. Das Geschoß besteht aus einem hohlen 
Kupferzylinder und wird vermittels eines an der Kanone angebrachten Hebels, 
der den Luftdruckmechanismus in Funktion setzt, abgeschossen, Am Rande des 
Zylinders sind zwei, eins auf jeder Seite, dünne, schr biegsame Drahttaue von 
einigen Fuß Länge befestigt, deren Enden bei einer Kausch, an der die dünne 
Geschoßleine befestigt wird, miteinander verbunden sind. Um das Herannahen 
des Geschosses besser bemerkbar zu machen, ist dasselbe einerseits mit einer 
dünnen, in eine phosphoreszierende Flüssigkeit getauchten Gummischicht belegt, 
zo daß es im Dunkeln leuchtet, andererseits an seiner Spitze eine Vorrichtung 
angebracht, die bei der Bewegung durch die Luft einen laut pfeifenden Ton von 
sich gibt. Im Falle eines Versagens treibt der hohle Geschoßkörper auf der 
Wasseroberfläche und kann daher von Bord aus mit Leichtigkeit wieder ein- 
geholt werden. Wenngleich die Kanone auch in der bisher üblichen Weise auf 
dem Brückendeck oder einem anderen den Umständen entsprechend passenden 
Teile des Schiffes angebracht werden kann, ist der Erfinder doch der Ansicht, 
laß dieses nicht zweckmäßig ist, und macht daher den sehr beachtenswerten Vor- 
schlag, auf den Masten der großen Handelsdampfer eine kreisförmige stabile Mars, 
ähnlich wie die Gefechtsmars der Kriegsschiffe, anzubringen und die Kanone dort 
so zu montieren, daß sie nach allen Richtungen hin lenkbar ist. Abgesehen 
davon, daß es dadurch leichter wird, das Geschoß nach der richtigen Stelle zu 
lenken, würde ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens darin bestehen, daß sich 
die Befestigung der Verbindungstrosse an einer hoch über dem Schiffsrumpf 
liegenden Stelle des Mastes leichter bewerkstelligen läßt. Um die Idee. in vollem 
Umfange nutzbar zu machen, müssen natürlich Einrichtungen getroffen werden, 
um gegebenenfalls die Passagiere herauf zu befördern, In diesem Punkte dürfte 
es sich u. a. empfehlen, an der Mars mit Scharnieren versehene, herunterklappbare 
Grätings zu befestigen, die als Plattform dienen können. . E. M. 
8. Ein Orkan in 40° S-Br., 42° O-Lg. Der 2. Offizier, Herr Thiel, des 
Schulschiffes »Fürst Bülow«, Kapt. Mosel, übersandte der Deutschen Seewarte 
einen — hier gekürzten — Bericht nebst Skizze über einen Orkan, den der
	        
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