{80 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1908,
Boote, denn bei so geringem Abstande würde ein Fehler im Abstande großen
Einfluß auf die Kimmtiefe ausüben,
Am 5. August nachmittags, als die »Arkansas« bei Bath vor Anker lag,
machte man Längenbestimmungen, Ein großes Boot wurde nach der Sonne zu
ausgeschickt. Der Beobachter an Bord mußte zur selben Zeit die Sonnenhöhe
messen, während der der Beobachter im Boote mit dem Stadimeter den Abstand
vom Schiffe maß. Wegen des starken Gezeitenstromes konnte das Boot nur
schwer auf demselben Fleck gehalten werden. Da der Abstand gering war, etwa
nur 155 Yards, zog man die Sonnenhöhen nicht zu einem Mittel zusammen,
sondern berechnete aus jeder Höhe die zugehörige Länge, Man erhielt 69° 53’W,
69° 45'W, 69° 51’W, 69° 47’W, im Mittel 69° 49'W. Nach der Karte war die
genaue Länge 69° 48.6‘ W.
Kapt. Fiske glaubt, daß diese Methode bisweilen für Schiffe in Geschwaderverbänden
nachts, wenn Sterne sichtbar sind, nützlich sein kann. Alles was der
Geschwaderchef zu tun hat, ist: einem Schiffe den Auftrag zu geben Höhen zu
messen, ‚Dies Schiff muß dann nach einem Punkte laufen, von wo es ein anderes
Schiff des Geschwaders gerade unter dem Mond, einem Stern oder einem Planeten
peilt, und die Höhe des Gestirns über einer passenden Linie (oder Punkt) dieses
Schiffes messen. Im Bedarfsfalle kann man noch die Höhe eines anderen Gestirns
messen lassen, so daß man zwei sich möglichst unter einem rechten Winkel
schneidende Standlinien erhält.“ A. Wedemeyer,
5. Unzuverlässigkeit gewöhnlicher akustischer Nebelsignale. Im Meteorologischen
Tagebuche des Argodampfers »America«, Kapt. W. Strunck, berichtet
der IL Offizier Herr W. Bette: »Auf einer Reise von Savannah nach Galveston
befanden wir uns bei trübem Wetter und diesiger Luft am 20. Dezember 1907
nach der Logge auf 28° 44’ N-Br, in 93° 24’ W-Lg. und suchten bei beständigem
Loten das Heald Bank-F-Sch. anzusteuern. Auf nordwestlichen Kursen bekamen
wir es um 34 20m N. auf 5 bis 6 Sn Entfernung 2 Strich an B-B. voraus in Sicht
und hörten gleichzeitig etwa 3 bis 4 Strich an B-B. Nebelsignale, von denen wir
zuerst glaubten, sie kämen von einem Schiffe, das wir nicht sehen könnten. Aus
der gleichmäßigen Aufeinanderfolge der Signale merkten wir indessen bald, daß
es die Signale des Feuerschiffes waren, Als wir dieses nun recht vorausgebracht
hatten, vernahmen wir die Signale noch einige Minuten lang deutlich an St-B,
dann hörten sie plötzlich auf, und wir nahmen an, das Feuerschiff habe seine
Nebelsignale eingestellt. Als wir uns dann dem Feuerschiffe auf 2 bis 3 Sm ge«
nähert hatten, sahen wir an dem vom Nebelhorn des Feuerschiffes aufsteigenden
Dampf, daß man dort unausgesetzt Signale gab, wir konnten sie jedoch weder
ron der Brücke noch von einem andern Punkte des Decks hören, und erst als
wir uns dem Feuerschiffe auf etwa 1 Sm genähert hatten, vernahmen wir anfangs
weit von St-B. einen dumpfen Ton, der allmählich deutlicher, aber erst beim
Passieren des Feuerschiffes in weniger -als !/, Sm Entfernung klar vernommen
wurde. Nachdem das Feuerschiff passiert war, hörten wir seine Nebelsignale
unausgesetzt bis auf etwa 5 Sm Entfernung.« Der Wind war zZ. Zt. SO 5,
Barometer 29,9 mın, Luftwärme 17.6° C, Wasserwärme 16.6° C. Reke,
6. Schwefelhaltige Eruptionen auf See. Wie der amerikanischen Zeitschrift
»Shipping Illustratede aus Vera Cruz in Mexiko gemeldet wird, haben
einige in dem dortigen Hafen von Havana und Progreso angekommene Kapitäne
über eine sonderbare Naturerscheinung berichtet, die sie an der Küste von
Yukatan in der Nähe von Progreso beobachtet haben. Etwa 8 Sm von der Küste
entfernt gelangten sie in einen Strich, wo das Wasser eine gelbliche Farbe hatte,
dessen Grenzen sich von der natürlichen Farbe des Meeres deutlich abhoben,
Der Strich erstreckte sich, so weit das Auge reichen konnte, von Osten nach
Westen, und ungeheuere Mengen toter Fische trieben auf der Wasseroberfläche
und verbreiteten einen unerträglichen Geruch, Der Strand war bei dem Hafen
von Progreso von Millionen toter Fische bedeckt, die die See dort angespült
hatte, Allem Anschein nach haben sich auf der Reede von Progreso am Meeresboden
Veränderungen vollzogen, da die Wassertiefe an einigen Stellen, wo früher