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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Kleinere Mitteilungen. 
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die grönländische Küste hinan zwangen. Im Juni und Juli trieb das Packeis, 
infolge reichlicher Zufuhr von der Ostküste, bis nördlich von Godthaab und lag 
aoch im August und September hier als schmaler Eisgürtel, Hudson-Straße 
normale Eisverhältnisse, Juli viel abtreibendes Eis, August fast eisfrei. 
Baffin-Bai, Kap York wurde am 10, Juni erreicht, in der Melville-Bai lag 
zu dieser Zeit schweres Wintereis — auch an der Westseite ziemlich viel Eis, 
jedoch passierbar —, im allgemeinen normale Verhältnisse. 
Beaufort- und Bering-See, Nur spärliche Nachrichten, KEisverhältnisse 
ziemlich normal. 
Faßt man die Einzelangaben über die Eisverhältnisse in den verschiedenen 
Gebieten zusammen, so kann man folgendes feststellen: Das Jahr 1907 ist sowohl 
für die grönländischen Gewässer wie auch für die Labradorströmung ein eis- 
reiches Jahr gewesen, Sehr ungünstig waren die Verhältnisse auch bei Süd- 
Spitzbergen, während bei Island den ganzen Sommer kein Eis anzutreffen wär. 
Dies ist eine Ausnahme, da als Regel im allgemeinen gelten kann, daß wenn im 
ostgrönländischen Eisstrom und bei Spitzbergen viel Eis vorhanden ist, auch die 
isländischen Gewässer unter Eis zu leiden haben. — Die Prognose für 1907 
lautete günstig für die grönländischen Küsten, ungünstig für den Labradorstrom, 
Daß die erste Hälfte der Prognose nicht eingetroffen ist, dürfte auf die anomalen 
Witterungsverhältnisse des Jahres 1907 zurückzuführen sein, welche für Nord- 
westeuropa denen der Jahre 1881 und 1888 ähnelten. 
Die Prognose des Dänischen Meteorologischen Instituts für 1908 lautet: 
Aus dem Eisreichtum an der grönländischen Ostküste während des Herbstes 1907 
kann mit einiger Bestimmtheit der Schluß gezogen werden, daß ziemlich beträcht- 
liche Eismassen im Jahre 1908 an der Südwestküste Grönlands zu erwarten sind, 
W. Brennecke, 
4. Gestirnshöhen ohne Horizont. In den »Proceedings of the United 
States Naval Institute« 1907, S. 955, berichtet Herr Fiske, Captain in the U. S, 
Navy, über Messungen von Gestirnshöhen bei unsichtbarem Horizont. Da der 
Bericht einiges Interesse haben dürfte, soll das wichtigste hier mitgeteilt werden: 
„Am 2, August 1907 steuerte das Kriegsschiff »Arkansas« mit den anderen 
Schiffen des Übungsgeschwaders längs der Küste auf mw. N’/,O-Kurs, um die 
Seguin-Insel an der Mündung des Kennebec-Flusses in Sicht zu laufen. Die 
Schiffe befanden sich seit 16h nach der Abfahrt von Block Island in dichtem 
Nebel, Gegen 10% 30" N. lichtete sich der Nebel etwas; um 10b 35" war es 
klar genug, um die Positionslichter der Schiffe »Florida« und »Olympir« zu er- 
kennen. Der Himmel war wolkenlos, viele Sterne waren sichtbar, vom Horizont 
war nichts zu sehen. 
Mit einem Stadimeter wurde der Abstand von diesen beiden Schiffen be- 
stimmt. Dann steuerte man so, daß die Hecklichter der »Floridae und der 
‚Olympia« nacheinander gerade unter dem Nordstern peilten, und maß nun die 
Höhe des Nordsterns über den Hecklichtern bei einem Abstande von 500 Yards 
von der »Florida« und von 1000 Yards von der »Olympiae, 
Durch Rechnung ergab sich die Breite des Schiffsortes zu 42° 43’ und 42° 46°. 
Um 1% 30”in V, lotete man etwa 55m Wasser auf der Platts-Bank, wodurch 
man den Schiffsort auf 1 Sm genau erhielt. Man rechnete von da rückwärts und 
fand, daß sich die »Arkansas« bei der Beobachtung des Nordsterns auf 42° 45.5’ 
befunden hatte. 
Am folgenden Vormittage (3, August) lag die »Arkansas« vor der Mündung 
des Kennebec vor Anker. Die Sonne schien völlig klar, der Nebel war aber so 
dicht, daß das Boot (dinghy), das als Kimmarke benutzt wurde, nur 173 Yards 
sichtbar war, Man machte gegen Mittag Breitenbestimmungen und fand die 
Breite zu 43° 46’ und 43° 47, während man später, als der Nebel aufklarte, nach 
Peilungen von der Seguin-Insel die Breite zu 43° 42.25’ fand. Der Fehler in 
der Breite betrug also im Mittel 4.25’. Da die Sonnenhöhen gut gemessen waren, 
beruht der Fehler in der Breite wahrscheinlich auf dem fehlerhaften Abstande vom
	        
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