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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Rottok: Chronometer-Beförderungsversuche über Land, 
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nur ein oder nur wenige Instrumente befördert werden, so ist es besser, sie 
außerdem noch auf die Oberschenkel zu setzen. 
Eisenbahnfahrt hat sich bei Anwendung von Vorsichtsmaßregln als nicht 
schädlich erwiesen. 
V. Endurteil. 
4. Durch die Beförderung über Land — durch Fußmarsch, Wagen- oder 
Eisenbahnfahrt — erleiden die Chronometer keine für den Gebrauch in Betracht 
zu ziehende Gangänderung. Es ist nichts zu befürchten, wenn sie vorsichtig 
getragen werden, namentlich keine schnelle oder ruckweise Drehung um die 
Horizontalachse erhalten und vor groben Stößen bzw. Erschütterungen, welche 
Verletzungen des Werkes erzeugen, bewahrt bleiben, 
2. Beobachtete kleine Gangänderungen treten meist im zurückbleibenden 
Sinne auf, 
3. Während der Beförderung sind die Chronometer vor allen Dingen vor 
Feuchtigkeit zu schützen, da diese eine starke Wirkung im verlangsamenden 
Sinne ausübt, auch sind sie vor schroffem Temperaturwechsel zu bewahren. 
4, Eine dauernde Nachwirkung durch die Beförderung ist nur dann be- 
merkt worden, wenn Feuchtigkeit eingewirkt hat, 
Schlußbetrachtung. 
Beim Vergleiche des Endurteils dieser Abhandlung mit dem der Arbeit 
Jes Verfassers »Transportversuche mit Chronometern« — »Ann, d. Hydr. usw.«, 
Heft XII, S. 585 u. f.!) — ist dasselbe Ergebnis gefunden worden. Es übt danach die 
Beförderung an und für sich keinen bemerkenswerten, jedenfalls keinen für den 
Gebrauch in Betracht zu ziehenden Einfluß auf den Gang der Chronometer aus, 
yanz gleich, ob die Beförderung über Land oder über Wasser vermittels Boot 
stattfindet; natürlich nur dann, wenn die Instrumente der Vorschrift gemäß be- 
handelt und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vor Feuchtigkeit, Staub 
and schroffem Temperaturwechsel bewahrt werden. 
Kleinere Mitteilungen. 
1. Graphische Psychrometertafel. In sehr vielen Fällen, besonders in 
Jjer Wettertelegraphie und der Aerologie, begnügt man sich zur Charakterisierung 
der Luftfeuchtigkeit mit der sogenannten »relativen Feuchtigkeite, In Ver- 
bindung mit Temperatur und Luftdruck kann man aus ihr wie aus jedem der 
anderen den Wasserdampfgehalt der Luft betreffenden Ausdrücke — wie Dampf- 
spannung, Taupunkt, Mischungsverhältnis usw, — die übrigen Größen un- 
zweideutig feststellen, und sie ist von diesen der charakteristischste. Die Psychro- 
metertafeln — deren verbreitetste die in verschiedenen Ausgaben von Hann 
und Pernter wieder aufgelegte Jelineksche ist — enthalten aber außer 
relativer Feuchtigkeit auch Dampfspannung und haben schon dadurch für jeden. 
der nur die erstere braucht, eine unnötig große Ausdehnung. 
Gerade die Psychrometertafel eignet sich aber in mancher Hinsicht 
besonders zur graphischen Darstellung. Die Raumersparnis ist dabei eine außer- 
ordentliche. Es wurde deshalb eine solche auf der Drachenstation der Deutschen 
Seewarte entworfen und von dem damaligen Hilfsarbeiter auf derselben — jetzt 
Oberlehrer in Heide — Herrn Dr. E. Aselmann ausgearbeitet. Diese jetzt in 
der Druckerei der Seewarte vervielfältigte Tafel hat eine Größe von 27 >38 em; 
sie reicht von +38°C. bis — 24°C. und von 100 bis 16°, Feuchtigkeit, Sie 
1äßt sich übrigens leicht durch einfache gerade Verlängerung der Linien auch 
auf noch höhere Temperaturen ausdehnen: bei tieferen kann man dem Psvehro- 
3 Die Arbeit »Transportversuche mit Chronometern« beschäftigt sich nur mit Beförderungs- 
versuchen von Chronometern mittels Boot.
	        
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