174 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Aprıl 1908
einem besonderen Kasten; des ferneren auch, falls die Schlingen nicht ganz kurz
vehalten werden öder sich lockern, unwillkürliche pendelnde Bewegungen ent-
stehen. Ein Abhalten von Feuchtigkeit, Staub und schroffen Temperaturen ist
abenfalls weniger gewährleistet.
Za 2 und 3. Gangänderung und Nachwirkung:
a. Beförderung durch Fußmarsch.
Die Dr. Poterssche Beförderung ist nicht in Betracht zu ziehen, da der
Vergleich mit der Normaluhr erst 11 Tage nach der Beförderung stattfand, außer-
dem die Träger in unverantwortlicher Weise mit den Instrumenten umelngen.
Commander Pullen, Ein für den Gebrauch zu beachtender Gangverlust
trat nur einmal auf, In diesem Falle waren schlechtes Tragen bzw, große
Temperaturunterschiede und Feuchtigkeit die Ursache
Dr. Kohlschütter., Größere Gangänderungen fanden nur bei den beiden
deutschen Chronometern statt, Die große Gangänderung von 2” ist auf ein
Stehenbleiben der Werke zu schieben, yeranlaßt durch unbeabsichtigte Drehung
beim Tragen auf den schlüpfrigen Wegen.
Hammer, Es wurde ein zurückbleibender Gang von 1,7°* als Nachwirkung
bemerkt, wahrscheinlich verursacht durch Feuchtigkeit,
Chronometer-Observatorium, Nur kleine Gangänderungen sind nach-
weisbar, und zwar bei 26°% der Chronometer, von denen wiederum fast alle
— 80%, — eine Neigung zum Zurückbleiben zeigen. Unmittelbar nach der
Beförderung ist bei 59.5°% aller Instrumente dieselbe Neigung festzustellen,
welche aber bei den meisten bald aufhört.
Adlergrund-Feuerschiff. Über diese Beförderung läßt sich kein Urteil
fällen; zwei Chronometer ändern den Gang um 0,95% bzw, 05%, und zwar im
zurückbleibenden Sinne,
b. Beförderung durch Wagenfahrt,
Für ein Urteil sind zu wenig Angaben vorhanden (nur bei der Beförderung
aach dem Adlererund-Feuerschiff),
ce, Beförderung durch Eisenbahnfahrt.
Diese Art der Beförderung fand statt bei Pullen, der Deutschen Seewarte,
Hammer sowje bei Bestimmung der Lage des Adlergrund-Feuerschiffes,
Während der ersten drei Beförderungen ward kein Gangverlust festgestellt,
bei der vierten ist ein solcher nicht nachweisbar,
Der Vergleich aller bisher besprochenen Chronometerbeförderungen ergibt
also, daß die Beförderung durch Fußmarsch bei genügender Vorsicht keine für
den Gebrauch zu beachtende Gangänderungen erzeugt hat, Aufgetretene kleinere
Gangänderungen sind meist im verlierenden Sinne, Die Ursache des Auftretens
in diesem Sinne ist wahrscheinlich folgende:
Durch den Gang der Träger, durch das Wippen der Wagen usw. macht
die Spirale zwei Bewegungen, einmal. ihre Eigenbewegung in horizontaler, dann
aber auch solche in senkrechter Richtung. Die Gesamtbewegung bewirkt eine
Verlangsamung der Horizontalschwingungen,
Große Gangänderungen sind dem schlechten Tragen bzw. dem Einflusse
der Feuchtigkeit zuzuschreiben, Die letztere kann auch eine dauernde Nach-
wirkung hervorrufen, Größere Temperaturunterschiede bewirken selbstverständlich
Gangänderungen, Der Gang kann aber durch mitgegebene Temperatur-Ver-
besserungstafeln auf den Normalgang gebracht werden, vorausgesetzt natürlich,
daß die Temperaturkoeffizienten noch richtig sind,
Wagenfahrt schadet wahrscheinlich nur, wenn die Chronometer nicht ge-
nügend vor starken Erschütterungen bewahrt bleiben und wenn mit dem Wagen
zu schnelle Richtungsveränderungen vorgenommen werden, Der Wagen sSclbst
muß federn, und die Instrumente müssen auf weichen Unterlagen. ruhen. Wenn