accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Rottok: Chronometer-Beförderungsversuche über Land, 
173 
da es ein ausgemustertes, altes Instrument ist, welches vor der Beförderung zeit- 
weise noch größere Gangsprünge aufwies, trotzdem es ruhig stand. 
Eine Nachwirkung auf den Gang war nur bei einem Chronometer M. 346 
zu bemerken, bei dem sich der tägliche Gang in den ersten 10 Tagen um 0,65% 
änderte (er stieg von -+1,07%% auf +1.67%* und blieb dann monatelang auf 
gleicher Höhe), 
Ergebnis, Drei Chronometer ändern ihren Gang fast gar nicht, zwei ändern 
denselben, Ein Urteil zu bilden, ist der zu geringen Anzahl Instrumente wegen 
ausgeschlossen. 
Von einer Nachwirkung der Beförderung auf den Gang kann kaum die 
Rede sein, Die auf M. 346 ausgeübte Wirkung war ein Sprung, da das Chrono- 
meter späterhin einen gleichmäßigen Gang zeigte, 
IV. Gesamtergebnis aller bisher besprochenen Chronometerbeförderungen, 
1. Es sind stehengeblieben fünf Chronometer (zwei bei Prof. Dr. Peters, 
wahrscheinlich das eine des Commander Pullen, zwei bei Dr. Kohlschütter). 
2. Größere Gangänderungen treten auf bei 21%, der Petersschen, dem 
einen Pullenschen, den zwei deutschen Chronometern der Kohlschütterschen 
Chronometerbeförderung, dem einen Hammerschen sowie zwei Instrumenten, 
welche an der Beförderung nach dem Adiergrund-Feuerschiff teilnahmen, 
3. Eine in Betracht zu ziehende dauernde Nachwirkung durch die Be- 
förderung ist nur bei dem Hammerschen Chronometer beobachtet worden. 
Zu 1 Stehenbleiben der Chronometer, 
Die Chronometer bleiben nur stehen, wenn sie während der Beförderung 
starken Drehungen um die Horizontale unterworfen und dadurch die Unruh- 
schwingungen aufgehoben werden. So ist es dem einen Pullenschen und den 
beiden Kohlschütterschen Chronometern ergangen. Das erstere wurde ver- 
mittels einer Schlinge getragen, welche hergestellt war durch ein durch die 
Griffe des Chronometerkastens gezogenes Stück Zeug oder Handtuch, die letzteren 
wurden in gepolsterten Holzkasten vermittels Henkel getragen, 
Die beste Art, Chronometer zu befördern, ist jedenfalls die, das Instrument 
mit festgeklemmter Aufhängevorrichtung ohne Überkasten mit beiden Händen 
vor dem Körper zu tragen, je eine Hand an einem Griffe des Kastens, Beide 
Arme sind zu krümmen, die Ellbogen gegen den Körper anzupressen, Es ist 
darauf zu sehen, daß das Zifferblatt stets horizontal bleibt, Bei einem derartigen 
Tragen kann das Instrument nur gedreht werden bzw. in Schwingungen geraten, 
wenn der Körper des Trägers selbst sich dreht. 
Für eine weite Entfernung würde diese Tragearf, zu ermüdend sein, könnte 
sich nur ausführen lassen durch häufigeres Niedersetzen der Chronometer oder 
durch mehrfaches Ablösen der Träger, Bei weiten Entfernungen wird es sich 
daher empfehlen, die Chronometer mit festgeklemmter Aufhängevorrichtung in 
die Überkasten (Transportkasten) zu setzen und letztere vermittels des fest- 
GALLE ANLCLLLELG ALL DELLWALIS HELrRLHANKENdeEM Arme SOrgfaltıgy zu Lragen, 
Durch diese Art des Tragens wird eine seitliche Drehung möglichst vermieden, 
wie die Beförderungsyersuche vieler Chronometer durch das Observatorium er- 
geben haben, welches die Instrumente auf diese Art hat tragen lassen. So werden 
auch die Chronometer vor Feuchtigkeit und Staub sowie vor schroffem Tempberatur- 
wechsel bewahrt, 
Sollte kein Überkasten vorhanden sein, dann muß das Instrument in einen 
Korb oder Kasten gesetzt werden, der derartig auszufüttern ist, daß das Chrono- 
meter darin sicher und fest liegt. Der Korb usw. ist mit haltbarem Tauwerk 
so zu umschnüren, daß er wiederum sicher und bequem in diesem getragen 
werden kann, ohne in pendelnde Bewegungen zu geraten. Das Tragen in einem 
Tuche, dessen vier Enden zum Knoten verbunden als Handgriff dienen, bzw. in 
einem Handtuche, ist nicht zu empfehlen, da der Chronometerkörper an und für 
sich klein ist und daher so leichter in unbeabsichtigte Drehungen gerät, als in 
Ann. d, Hydr. usw. 1908, Heft IV, 
3
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.