Rottok: Chronometer-Beförderungsversuche über Land,
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da es ein ausgemustertes, altes Instrument ist, welches vor der Beförderung zeit-
weise noch größere Gangsprünge aufwies, trotzdem es ruhig stand.
Eine Nachwirkung auf den Gang war nur bei einem Chronometer M. 346
zu bemerken, bei dem sich der tägliche Gang in den ersten 10 Tagen um 0,65%
änderte (er stieg von -+1,07%% auf +1.67%* und blieb dann monatelang auf
gleicher Höhe),
Ergebnis, Drei Chronometer ändern ihren Gang fast gar nicht, zwei ändern
denselben, Ein Urteil zu bilden, ist der zu geringen Anzahl Instrumente wegen
ausgeschlossen.
Von einer Nachwirkung der Beförderung auf den Gang kann kaum die
Rede sein, Die auf M. 346 ausgeübte Wirkung war ein Sprung, da das Chrono-
meter späterhin einen gleichmäßigen Gang zeigte,
IV. Gesamtergebnis aller bisher besprochenen Chronometerbeförderungen,
1. Es sind stehengeblieben fünf Chronometer (zwei bei Prof. Dr. Peters,
wahrscheinlich das eine des Commander Pullen, zwei bei Dr. Kohlschütter).
2. Größere Gangänderungen treten auf bei 21%, der Petersschen, dem
einen Pullenschen, den zwei deutschen Chronometern der Kohlschütterschen
Chronometerbeförderung, dem einen Hammerschen sowie zwei Instrumenten,
welche an der Beförderung nach dem Adiergrund-Feuerschiff teilnahmen,
3. Eine in Betracht zu ziehende dauernde Nachwirkung durch die Be-
förderung ist nur bei dem Hammerschen Chronometer beobachtet worden.
Zu 1 Stehenbleiben der Chronometer,
Die Chronometer bleiben nur stehen, wenn sie während der Beförderung
starken Drehungen um die Horizontale unterworfen und dadurch die Unruh-
schwingungen aufgehoben werden. So ist es dem einen Pullenschen und den
beiden Kohlschütterschen Chronometern ergangen. Das erstere wurde ver-
mittels einer Schlinge getragen, welche hergestellt war durch ein durch die
Griffe des Chronometerkastens gezogenes Stück Zeug oder Handtuch, die letzteren
wurden in gepolsterten Holzkasten vermittels Henkel getragen,
Die beste Art, Chronometer zu befördern, ist jedenfalls die, das Instrument
mit festgeklemmter Aufhängevorrichtung ohne Überkasten mit beiden Händen
vor dem Körper zu tragen, je eine Hand an einem Griffe des Kastens, Beide
Arme sind zu krümmen, die Ellbogen gegen den Körper anzupressen, Es ist
darauf zu sehen, daß das Zifferblatt stets horizontal bleibt, Bei einem derartigen
Tragen kann das Instrument nur gedreht werden bzw. in Schwingungen geraten,
wenn der Körper des Trägers selbst sich dreht.
Für eine weite Entfernung würde diese Tragearf, zu ermüdend sein, könnte
sich nur ausführen lassen durch häufigeres Niedersetzen der Chronometer oder
durch mehrfaches Ablösen der Träger, Bei weiten Entfernungen wird es sich
daher empfehlen, die Chronometer mit festgeklemmter Aufhängevorrichtung in
die Überkasten (Transportkasten) zu setzen und letztere vermittels des fest-
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Durch diese Art des Tragens wird eine seitliche Drehung möglichst vermieden,
wie die Beförderungsyersuche vieler Chronometer durch das Observatorium er-
geben haben, welches die Instrumente auf diese Art hat tragen lassen. So werden
auch die Chronometer vor Feuchtigkeit und Staub sowie vor schroffem Tempberatur-
wechsel bewahrt,
Sollte kein Überkasten vorhanden sein, dann muß das Instrument in einen
Korb oder Kasten gesetzt werden, der derartig auszufüttern ist, daß das Chrono-
meter darin sicher und fest liegt. Der Korb usw. ist mit haltbarem Tauwerk
so zu umschnüren, daß er wiederum sicher und bequem in diesem getragen
werden kann, ohne in pendelnde Bewegungen zu geraten. Das Tragen in einem
Tuche, dessen vier Enden zum Knoten verbunden als Handgriff dienen, bzw. in
einem Handtuche, ist nicht zu empfehlen, da der Chronometerkörper an und für
sich klein ist und daher so leichter in unbeabsichtigte Drehungen gerät, als in
Ann. d, Hydr. usw. 1908, Heft IV,
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