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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1908.
Bei Betrachtung der Normalgänge vor und nach der Beförderung wurde
erkannt, daß von 116 Chronometern 86 == 74°/, keine nachweisbare Gangänderung
durch die Beförderung erlitten hatten,
30 Instrumente — 26°/, zeigten bei dem Vergleiche 10 Tage nach der
Beförderung größere Unterschiede der einzelnen Normalgänge als die vorher
oder nachher gefundenen, und zwar 20 Chronometer bis zu 0.5%%, 8 von 0,5%
bis 1%% und 2 über 15%,
Die beiden letzteren Chronometer waren minderwertig; das eine gehörte
zur IV. Klasse, das andere war ein Beobachtungschronometer, Bemerkenswert
für diese 30 Chronometer ist noch, daß 24 der eben genannten Unterschiede nach
der plus-Seite, 6 nach der minus-Seite ausschlugen, d. h. 24 Chronometer blieben
kurz nach der Beförderung im Gange zurück, 6 gingen vor, Wahrscheinliche
Ursache ist die Veränderung der Reibung durch die Erschütterungen während
der Beförderung.
Wurden nur die Unterschiede der einzelnen Normalgänge beim ersten
Vergleiche angeschen — 10 Tage nach der Beförderung — ohne Rücksicht auf
die übrigen Unterschiede vor und nach demselben, so war zu ersehen, daß
538 Chronometer langsamer, 43 schneller gingen, 10 hatten einen ausgesprochenen
verlierenden bzw. gewinnenden Gang von vornherein, d.h. schon vor der Be-
förderung, konnten daher nicht mit in Betracht gezogen werden, da sie ihre
Gangart nicht veränderten.
Endergebnis.
1. Stehen geblieben während der Beförderung ist kein Chronometer.
2. Eine nachweisbare Standänderung hat nicht stattgefunden.
3. Eine Gangänderung ist bei den meisten Instrumenten — 74°, — nicht
nachzuweisen; dort wo es nachweisbar ist, sind nur kleine Gangänderungen anf-
getreten, und zwar zeigen diese Chronometer fast alle Neigung zum Zurück-
bleiben (24 : 6 = 80°).
Unmittelbar nach der Beförderung hat der größere Teil der Chronometer
eine Neigung im Gange zurückzubleiben (63:43 = 59%). Diese Nachwirkung
hört aber bei den meisten Instrumenten bald wieder auf, so daß von einer Nach-
wirkung durch die Beförderung kaum die Rede sein kann.
III. Chronometer-Beförderung nach dem Adlergrund-Feuerschiff.
Bei Gelegenheit der Bestimmung des Adlergrund-Feuerschiffes wurden
5 Chronometer I. Klasse sowie 1 Sternzeit-Beobachtungschronometer längere Zeit,
und zwar vom 22. Mai bis zum 4. Juni 1906 — 13 Tage — über Land befördert.
Sie wurden von dem Observatorium nach dem Bahnhofe durch eine Dampf-
pinasse, dann vermittels der Bahn unter mehrmaligem Zugwechsel von Kiel
nach der Insel Rügen gebracht und von dort wieder zurückgeschafft auf dem-
selben Wege, nur daß sie vom Bahnhof Kiel durch eine Taxameterdroschke nach
dem Observatorium gefahren wurden, wozu ungefähr */, Stunde nötig war.
Unmittelbar vor und nach der Beförderung sind die Stände der 6 Chrono-
meter auf Zehntel-Sekunden errechnet und die Gänge daraus abgeleitet worden.
Beim Vergleich dieser Gänge mit denen, welche den Chronometern mitgegeben
waren, ergaben sich folgende Unterschiede:
Chronometer I, Klasse M, 346 = — 0.11%,
jo MM, 449 — -+0.91%%,
L. « M, 456 = —0.04°%,
lL. «© M. 498 — +4 0.48%,
« 1L + M 499 = — 0.09%,
Sternzeitchronometer M. 30 = + 1,6958,
Es ist zu ersehen, daß drei von den fünf Chronometern I, Klasse ihren
mitgegebenen Gang mit nur geringen Änderungen beibehalten haben, während
von den beiden anderen das eine eine Gangänderung von -+0.91%*, das zweite
eine solche von + 0.48%* erlitt (beide im verlierenden Sinne). Das Beobachtungs-
chronometer kommt mit seiner Gangänderung von + 1.69%* nicht in Betracht,