Rottok: Chronometer-Beförderungsversuche über Land.
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Anmerkung, Erfahrungsgemäß treten die meisten Gangstörungen bzw. Gangänderungen bei
Feuchtigkeitseinfluß auf. So wurde z. B. im hiesigen Observatorium während der Temperaturunter-
suchung von 107 Chronometern im Winter 1906/0; festgestellt, daß 92 d. s, 86% der untersuchten
Instrumente durch Feuchtigkeit im Gange verloren. Die Feuchtigkeit strömte infolge starken Nebels
und Staubregens mit der Außenluft durch die Chronometerkasten. Die Chronometer blieben im Gange
zurück, trotzdem sie in der steigenden Temperatur, ihrer bisherigen Temperaturkurve gemäß, hätten
vorgehen sollen, Bei einigen Instrumenten betrug der verlierende Gang über 2sek,
II. Chronometer - Beförderungsversuche des Chronometer - Observatoriums.
Das Observatorium führte den Versuch mit 116 allen Klassen angehörigen
Chronometern verschiedenen Alters aus. Jeder Träger hatte zwei Instrumente
(in jeder Hand eins) am Lederriemen des Überkastens gefaßt. Zeitweise kamen
20 Chronometer auf einmal zur Beförderung.
Die Dauer der Beförderung betrug 1 bis 2 Stunden, Die Beförderung
fand im Laufe des Jahres bei jeder sich bietenden Gelegenheit statt. |
Rücksicht auf das Wetter wurde nicht genommen, da die Chronometer-
kasten gut verschlossen in ihren ebenfalls geschlossenen und gut gepolsterten
Überkasten untergebracht waren.
Der Temperaturunterschied zwischen dem Chronometerraum und der
Außenluft betrug 2° bis 5.8° C.
Als Beförderungsweg wurde das stark hügelige Düsternbrooker Gehölz
gewählt, Derselbe war zeitweise sehr schlüpfrig und daher schwierig zu begehen,
Verschiedene Male mußten Ruhepausen gemacht und die Instrumente auf den Erd.
boden gesetzt werden,
Ausführung der Beförderung.
Vorbereitungen. In derselben Weise wie bei den Beförderungsversuchen
der Chronometer über Wasser wurden die Chronometer, sobald das Träger-
personal zur Stelle war, im Chronometerraum mit der Normaluhr vermittels
des Chronographen verglichen und ihre Stände (Verbesserung gegen mittlere
Greenwichzeit) auf Zehntel-Sekunden genau errechnet. Nach dem Vergleiche
erfolgte die Feststellung der Chronometer und ihre Unterbringung in die Über-
kasten. Die Trageriemen sind so kurz wie möglich geschnallt worden,
Die eigentliche Beförderung geschah unter Aufsicht eines Angehörigen
des Chronometer-Observatoriums, Träger waren Matrosen, welche bei jeder
Beförderung wechselten und von denen die meisten überhaupt kein Chronometer
kannten, Es mußte ihnen daher ein solches gezeigt und seine Wichtigkeit klar
gemacht werden, auch wurde über das richtige Tragen der Instrumente genaue
Anweisung gegeben.
Sobald die Chronometer von der Beförderung zurückkamen, wurden sie
auf ihren Platz gestellt, mit der Normaluhr chronographisch verglichen und die
Stände wieder auf Zehntel-Sekunden genau errechnet,
Ergebnisse der Beförderung.
Nach der Beförderung stellte sich unmittelbar folgendes heraus:
1. Es war kein Chronometer stehen geblieben.
2, Eine Standänderung hat so gut wie gar nicht stattgefunden.
83. Eine Gangänderung bzw. ein Sprung während der Beförderung
zeigte sich bei keinem Instrument,
Verhalten nach der Beförderung.
Um ein genaues Bild des Verhaltens der Chronometer nach der Beförderung
zu bekommen, wurden, ähnlich wie bei den Beförderungsversuchen über Wasser,
die Gänge 40 Tage vor sowie 40 Tage nach der Beförderung in einer Liste ver-
einigt und jeder Gang auf den Normalgang (Gang bei 415° C.) gebracht, behufs
Ausschaltung des Temperatureinflusses, mithin Ermöglichung eines besseren Ver-
gleiches der einzelnen Gänge. Darauf wurden diese Normalgänge in eine zweite
Liste eingetragen und die Unterschiede zwischen ihnen gebildet. Es ergab sich
80 ein übersichtliches Bild über die Änderung der Gänge.