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Annalen der Hrdrographie und Maritimen Meteorologie, April 1908.
Besteck für Mittag (R) = 44° 20 N 45° 32 W
A = Y8 di= 20
wahrer Schiflsort für Mittag (8) = 4° 17 N WO
Meine im obigen ausführlich beschriebene Methode habe ich seit einiger
Zeit stets zur Ermittelung der Standlinien angewandt, Ich habe dieselbe dadurch
erprobt und bin mit den erhaltenen Resultaten vollkommen zufrieden, Ich halte
. meine Methode für geeignet, die Höhen-
Fig, 5 methode ganz zu verdrängen, Der
nach meiner Methode arbeitende
RB «23.7 5m. Boy Navigateur braucht, wenn er im
7 Besitz einer Breitentabelle und
Azimuftafel ist, zur ganzen astro-
nomischen Örtsbestimmung auf
See nur noch eine Universalformel,
die Formel, die er jeden Tag zur
Berechnung der Länge anwendet,
die ihm also stets geläufig ist,
nämlich die »Stundenwinkelformel«,
Meine Methode ist der schön
früher bekannten Längen- und Breiten-
methode schr ähnlich: hoffentlich wird man sie deshalb nicht als einen Rück-
schritt bezeichnen, Bei jener berechnete man mit zwei verschiedenen Breiten
zwei Längen und erhielt dureh Verbindung der beiden so gefundenen Punkte
die Standlinie, während man bei meiner Methode nur eine Länge mit einer Breite
berechnet, das Azimut aufschlägt und die Standlinie senkrecht zu diesem zieht.
Solange e8 nicht zur Berechnung der wahren Höhe oder Höhendifferenz
ein Mittel gibt, welches bedeutend einfacher ist als die Auswertung der Stunden-
winkelformel, erscheint mir die von mir dargelegte Methode empfehlenswert.
Chronometer-Beförderungsversuche über Land.
Vom Korvetten-Kapitän a. D. Rottok, Vorstand .des Chronometer-Öbeerratoriums zu Kick
Einleitung. Anschließend an die Beförderungsversuche von Chronometern
mittels Boot!) wurden behufs Sammlung von Erfahrungen durch das Chrono-
meter-Observatorium Beförderungsversuche über Land auf einer längeren
1 bis 2 Stunden. währenden Wegstrecke angestellt.
Erfahrungen dieser Art sind wichtig und von Vorteil, da die Küsten-
vermessungen namentlich in den Kolonialgebieten des Öfteren eine Land-
beförderung von Chronometern von einem Orte zum anderen erforderlich machen,
Bereits in früherer Zeit, meistens bei Beschreibung von Küstenvermessungen
and Längenbestimmungen, wurden Ergebnisse der Beförderung‘ von Chrono-
metern veröffentlicht, die aber größtenteils zu unsicher waren infolge der zu
geringen Anzahl der beförderten Instrumente. Bei einer genügenden Anzahl von
Chronometern ist leider nicht näher auf den Einfluß eingegangen worden, welchen
die Beförderung auf die Chronometer ausgeübt hat, Kin Beispiel dieser Art ist
die im Jahre 1843 durch W. Struve ausgeführte Bestimmung des Längen-
unterschiedes zwischen Pulkowa bei St, Petersburg und Altona, bei welcher Ge-
legenheit nicht weniger als 68 Chronometer auf 17 Reisen befördert worden sind,?)
Das Chronometer-Obserratorium hat sich nun bemüht, Versuche mit einer
venügenden Anzahl von Chronometern anzustellen,
4 „Transportversuche mit Chronometerns, »Ann. d, Hydı, usw.- 1906, 8. SI.
5 Lehrbuch der sphärischen Astronomie ton Dr. Wilhelm Tinter. Wien 1887, 8, 5604